Wir haben uns umgehört

Corona: Wie geht es den Jugendlichen auf dem Land?

Berufseinstieg, Studium, die Welt erkunden: Wie haben sich ein Jahr Corona und Stillstand auf Jugendliche und junge Erwachsene ausgewirkt? Welchen Herausforderungen stehen sie gegenüber?

Die Coronapandemie belastet auch ­Jugendliche stark. Viele fühlen sich ­einsam und mit ihren Sorgen und Pro­blemen alleingelassen.

Soziale Kompetenzen erwerben sie vor allem im Austausch. Zwischen 14 und 18 Jahren findet viel Entwicklung statt.

Kinder und Jugendliche brauchen den Kontakt zu Gleichaltrigen. Reine Onlineveranstaltungen sind für sie kein Ersatz. Viele von ihnen sind Internet-müde.

Die langen Wege erschweren es Jugendlichen auf dem Land, mit Freunden Kontakt zu halten. Oft fühlen sie sich kontrolliert bei Treffen im öffentlichen Raum.

Mit 18 Jahren musst du am Wochenende unterwegs sein. Da hast du Kraft, da brauchst du Bewegung! Ich weiß, wie das ist“, sagt Jan Hägerling, Bundesvorsitzender der Landjugend am Telefon. „Ich bin jetzt 24, ich hatte acht Jahre, in denen ich auch über die Grenzen meines Heimatdorfs hinaus Kontakte knüpfen konnte und darüberhinaus neue Erfahrungen gesammelt habe“, sagt er weiter.

Wo liegt der eigene Weg?

Das blieb Jugendlichen und jungen Erwachsenen im letzten Jahr weitgehend verwehrt. Normalerweise führen sie ein Leben voller Veränderungen: Sie gehen aus, finden heraus, was sie bewegt, was ihnen im Leben wichtig ist, verlieben sich, verbringen Ferienfreizeiten gemeinsam, lernen Leute kennen, starten ins Berufsleben oder beginnen ihr Studium.

Doch statt Work and Travel heißt es nun Distanzunterricht und Mithilfe auf dem Hof. Treffen im Gemeindezentrum oder bei Freunden sind nicht möglich. Der Abend mit der Clique gleicht einer Geheimmission. Bloß nicht als Gruppe wahrgenommen werden – auch nicht, wenn man sowieso den halben...


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