Corona

Ferienhöfe pochen auf unbürokratische Finanzhilfen

Die Corona-Novemberhilfen, also 75 % des Umsatzes aus dem Vorjahresmonat können lediglich Gewerbebetriebe beantragen. Ferienhofbetreiber verlangen dringend eine Vereinfachung der Anträge.

Eine zügige Auszahlung der staatlichen Hilfen für Beherbergungsbetriebe fordert die Bundesarbeitsgemeinschaft für Urlaub auf dem Bauernhof und Landtourismus in Deutschland (BAG).

Die noch für November zugesagten Entschädigungsleistungen in Höhe von 75 % des entsprechenden Umsatzes im Vorjahresmonat müssten über eine vereinfachte Antragstellung durch die Unternehmer unbürokratisch ausgezahlt werden, so die BAG-Bundesvorsitzende Ute Mushardt in einem Schreiben an den Parlamentarischen Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Thomas Bareiß.

Eine Schwierigkeit für die sogenannten „Novemberhilfen“ ergibt sich daraus, dass lediglich Gewerbebetriebe antragsberechtigt sind. Das trifft auf etwa 50 % der Betriebe zu. Die andere Hälfte der Ferienhöfe und landwirtschaftlichen Gastronomiebetriebe sind landwirtschaftliche Unternehmen im Haupterwerb mit einem Betriebszweig „Beherbergung“, in dem sie zwischen 25 % und 50 % ihres Gesamtumsatzes erwirtschaften.

Diese Betriebe sind ebenfalls vom Beherbergungsverbot betroffen, haben aber nach geltender Rechtslage keinen Anspruch auf finanzielle Hilfe. Sie pochen auf die Zusicherung der Bundesregierung, allen Branchen, unabhängig von der Unternehmensform, Hilfe zu gewähren. Mushardt äußert sich in ihrem Schreiben kritisch zu dem erneuten Beherbergungsverbot.

Tests statt Beherbergungsverbote

Zwar könne man nachvollziehen, dass die Mobilität mit steigenden Corona-Infektionszahlen insgesamt eingeschränkt werden solle, erklärt die BAG-Bundesvorsitzende. Kein Verständnis habe man jedoch dafür, dass nun wieder einseitig die Branche Gastronomie und Hotellerie heruntergefahren werden solle, trotz aller strengen Hygiene- und sonstigen Schutzmaßnahmen.

„Wir hoffen auf eine schnellstmögliche Wiedereröffnung der touristischen Vermietung, auch zur Stärkung des ländlichen Raumes“, betont Mushardt. Die Ferienhöfe und Anbieter von Ferienwohnungen und -häusern auf dem Land seien prädestiniert, „Social Distancing“ zu bieten. Die Bundesregierung sei aufgefordert, das Prinzip „Tests statt Beherbergungsverbote“ schnell auf den Weg zu bringen. Hierzu müssten auch die Testkapazitäten im ländlichen Raum ausgebaut werden, so dass in jedem Landkreis die notwendigen Voraussetzungen vorhanden seien.

Laut Mushardt haben die fast 10.000 deutschen Ferienhöfe im ersten Lockdown zwischen März und Mai dieses Jahres durchschnittlich 10.057 € Umsatz pro Monat der Schließung verloren. Nach einer starken Sommersaison 2020 sei auch im November die Buchungslage auf den Ferienhöfen überdurchschnittlich hoch, da die Menschen das Bedürfnis hätten, „rauszukommen“.

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"Eine solche Situation wie heute musste ich noch nie erleben, mit den Folgen haben wir als klein- und mittelständige Betriebe sicherlich noch lange zu kämpfen", sagt Ute Mushardt gegenüber top...

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