Das kostet die neue Haltungsverordnung Plus

Die neue Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung schreibt für Sauenhalter mehr Platz im Abferkel- und Deckbereich vor. Wir haben anhand eines Beispiels gerechnet, was der Umbau kostet.

Seit Anfang Juli ist die Katze aus dem Sack: 5 m² im Deckzentrum und 6,5 m² im Abferkelstall soll jede Sau an Platz zur Verfügung haben. Das sagt die neue Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung (TierSchNutztV). Für die Sauenhalter bedeutet das Umbauen. Beim Deckzentrum haben die Ferkelerzeuger acht Jahre Zeit, das Umbaukonzept dafür muss allerdings in drei Jahren stehen. Den Abferkelbereich müssen sie in 15 Jahren umgerüstet haben. Wie können die Sauenhalter bestehende Ställe günstig umbauen? Bernhard Feller von der Landwirtschaftskammer NRW, und Stephan Fritzsche vom Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL), haben anhand eines KTBL-Beispielstalles nachgerechnet. Die Stallskizze finden Sie unter topagrar.com/haltungsvo2020.

Bestand reduzieren

Der betrachtete Sauenhalter Josef Schulte hält 252 Sauen im 3-Wochenrhythmus. In seinem Abferkelstall befinden sich derzeit noch 72 Abferkelbuchten mit 4,8 m² in zwei Abteilen. Um die Vorgabe der neuen TierSchNutztV zu erfüllen, kann Landwirt Schulte in seinem Abferkelstall statt neun nur noch sechs Abferkelbuchten in den vier Abteilreihen unterbringen (2,5 m x 2,8 m = 7 m²), sodass in jedem Abteil nur noch 24 statt 36 Sauen stehen. Würde Schulte den Abferkelbereich so umbauen und keine zusätzlichen Abferkelbuchten bauen, fallen 24 Abferkelbuchten weg, aus jeder Gruppe also 12 Tiere. Unterm Strich kann er nur noch 168 statt ursprünglich 252 Sauen halten (s. Übersicht 1). Da seine sieben Gruppen dann von 36 auf 24 Sauen schrumpfen, benötigt er im Deck- und Wartebereich entsprechend weniger Plätze. Für den Abferkelbereich fallen durch den Umbau Kosten von 2800 €/Abferkelbucht an. Darin eingerechnet sind die Kosten für den Ausbau der alten Einrichtung sowie das Material und den Einbau der neuen Aufstallung inklusive angepasstem Stallboden und Fütterung.

Im Deckzentrum standen bisher 72 Sauen. Nun reicht der Platz nur für eine Gruppe mit 24 Tieren. Aus dem ursprünglichen Stall entfernt Schulte die langen Reihen. Außerdem tauscht er die alten Kastenstände gegen 24 Selbstfangfressstände, die im Deck- sowie Wartebereich erlaubt sind. So hätte jede Sau 7,8 m² Platz im Deckzentrum, einschließlich der 1,46 m² in den Fressständen. Die Kosten für den Umbau des Deckzentrums betragen 860 €/Tierplatz (TP). Darin enthalten sind das Austauschen der Einrichtung, Teile der Fütterung und des Bodens.

fehlende Deckungsbeiträge

Die zweite Gruppe, die normalerweise im Deckzentrum steht, stallt Schulte in den Wartebereich. Denn nur vom Absetzen bis zum Besamen müssen die Sauenhalter die 5 m²/Sau im Deckzentrum vorweisen. Ab dem Belegen...


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