Das Steuer-ABC für Imker Plus

Landwirte, die Bienen halten und deren Honig verkaufen, müssen keine Angst vor dem Finanzamt haben. Im Gegenteil: Sie profitieren von zahlreichen Steuervorteilen.

Unsere Autoren

Stefan Heins, Katharina Ide und Freya Bennemann, wetreu Kiel

Stefan Heins, Katharina Ide und Freya Bennemann, wetreu Kiel

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Nicht wenige Landwirte spielen mit dem Gedanken, selbst Bienen zu halten – sei es aus Imagegründen, um die Bestäubung von wichtigen Kulturen wie Raps zu unterstützen oder um den Honig im Hofladen zu verkaufen. Was kaum einer weiß: Für die Erlöse aus der Direktvermarktung fallen kaum Steuern an. Worauf Sie achten sollten, haben wir für Sie in unserem Steuer-ABC für Imker zusammengefasst.

A) Unternehmensgründung

Sollte ich für die Imkerei ein eigenes Unternehmen gründen?

Antwort: Grundsätzlich können Sie die Imkerei wie einen weiteren Betriebszweig behandeln. Sie müssen dafür keine eigene Gesellschaft gründen. Allerdings: Wenn Sie buchführungspflichtig sind und weniger als 71 Völker halten, kann es sich auszahlen, einen eigenen Betrieb zu gründen. Denn dann brauchen Sie keine aufwändige Buchführung erstellen und können pauschale Sätze für die Gewinnermittlung ansetzen. Mehr dazu finden Sie im Absatz Gewinnermittlung rechts.

Allerdings sollten Sie als buchführungspflichtiger Landwirt den Betrieb nicht selbst gründen. Denn als Unternehmer dürfen Sie Ihren Gewinn nicht mit verschiedenen Methoden ermitteln – auch dann nicht, wenn Sie mehrere Betriebe besitzen. Es ist also nicht erlaubt, für den landwirtschaftlichen Hof „Buch zu führen“ und für die Imkerei eine andere Methode zu wählen. Somit muss Ihr Ehepartner oder jemand Drittes die Imkerei übernehmen.

B) Gewinnermittlung

Wie ermittle ich den Gewinn?

Antwort: Das hängt davon ab, ob Sie buchführungspflichtig sind oder nicht und ob Sie einen eigenen Betrieb für die Imkerei gegründet haben:

A) Buchführungspflichtige Landwirte, die ihre Imkerei in ihren landw. Betrieb integriert haben: Sie müssen auch für die Imkerei eine doppelte Buchführung erstellen (Übersicht 1).

B) Nichtbuchführungspflichtige Landwirte und alle, die ihre Imkerei als eigenständigen Betrieb führen: Hier entscheidet die Anzahl der Völker über die Methode:

  • Bei bis zu 30 Völkern können Sie sich die Gewinnermittlung sparen und zahlen auch keine Einkommensteuer – ganz gleich wie viel Sie einnehmen.
  • Bei 31 bis 70 Völkern setzen Sie einen pauschalen Gewinn in Höhe von 1000 €/Jahr an (13a-Methode). Ausnahme: Wenn Sie nicht nur eigene Ware vermarkten, sondern auch Honig oder beispielsweise Met von anderen Betrieben, müssen Sie den Gewinn für die Fremdprodukte gesondert ermitteln. Dazu ziehen Sie pauschal 60% von den Einnahmen als Betriebsausgaben ab. Übrig bleibt der Gewinn. Ein Beispiel finden Sie dazu in der Übersicht 2.
  • Bei 71 Völkern und mehr dürfen Sie die pauschale Methode nicht anwenden. Hier haben Sie die Wahl zwischen der doppelten Buchführung oder der Einnahmen-Überschussrechnung.

Achtung: Wenn Sie Ihren Gewinn für Ihren Hof nach der 13a-Methode ermitteln und 71 oder mehr Bienenvölker „nebenbei“ halten, verlieren Sie Ihren Status als 13a-Landwirt und müssen insgesamt zur Einnahmen-Überschussrechnung oder Buchführung wechseln.

C) Einkommensteuerbonus

Gibt es weitere Steuererleichterungen?

Antwort: Sie dürfen einen Einkommensteuerfreibetrag von 900 €/Jahr vom Gewinn der...

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