Dauerhafte Subventionen für mehr Tierwohl? Plus

Darum geht’s: Die Borchert-Kommission empfiehlt, die Nutztierhaltung mit staatlichen Mitteln grundlegend umzubauen. Nur so hätten die Tierhalter in Deutschland eine Zukunft. Unter Landwirten gehen die Meinungen zu dem Konzept weit auseinander.

In den letzten zehn Jahren haben wir in Deutschland fast 40% der schweinehaltenden Betriebe verloren. Laut einer Umfrage der ISN plant jeder dritte Mäster in den nächsten Jahren den Ausstieg. In der Ferkelerzeugung ist die Perspektive noch düsterer: Über die Hälfte der Ferkelerzeuger gibt an, in den nächsten zehn Jahren den Betrieb aufgeben zu wollen. Als Hauptgrund hierfür nennen Dreiviertel der Befragten die Summe der Auflagen. Spanien baut seinen Bestand hingegen seit Jahren aus und hat uns mittlerweile überholt.

Marktanteile sind Ausdruck von Wettbewerbsfähigkeit in offenen globalen Märkten. Angesichts unseres aktuellen Ordnungsrahmens kann heute kaum noch ein Schweinehalter wirklich glauben, um die europäische oder gar die globale Kostenführerschaft wetteifern zu können. Und vor uns liegen noch die Änderung der Tierschutznutztierhaltungsverordnung, unbeantwortete K-Fragen, die anhängige Normenkontrollklage, die Novelle der TA Luft, die Verschärfung der Düngeverordnung, die NEC-Richtlinie, Klimaschutzziele usw.

Natürlich können wir so weitermachen wie bisher. Wir können versuchen, über unsere Interessenvertretungen jede Einzelbaustelle irgendwie noch einigermaßen vorm fachlichen Absaufen zu retten. Wir können auf die Straße gehen. Und wir können darauf hoffen, dass der Verbraucher irgendwann nicht nur mehr Tierwohl fordert, sondern es auch an der Theke bezahlt. Wahrscheinlich aber führt diese Strategie dazu, dass unsere Wettbewerbsfähigkeit schleichend weiter sinkt und wir einen dramatischen Strukturwandel in der Tierhaltung erleben. Und damit noch mehr Produktion ins Ausland verlagert wird. Und am Ende werden die Verbraucher ohne einheimische Tierhaltung genauso gut leben können, wie sie ohne einheimische Textilproduktion zu leben gelernt haben.

Was wir stattdessen brauchen, ist ein Konzept, dass es uns Tierhaltern...


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