Der Ölheizung geht es an den Kragen

Das neue Gebäudeenergiegesetz sowie attraktive Förderungen sollen dafür sorgen, dass Hausbesitzer mehr auf erneuerbare Energien setzen. Wir erklären, was das jetzt für Sie bedeutet.

Die Energiewende ist in Schieflage: Während erneuerbare Energien im Strombereich bereits über 50% des deutschen Verbrauchs decken, sind es bei den erneuerbaren Wärmeträgern erst knapp 15%. Über 70% der Heizungen in Wohngebäuden machen dagegen noch Öl- oder Erdgasheizungen aus. Darum will die Bundesregierung die Energiewende auch im Heizungskeller voranbringen.

Weniger Gesetze, mehr Geld

Dazu beitragen sollen vor allem neue Rahmenbedingungen:

  • Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) ersetzt die bisherigen Verordnungen und Gesetze im Wärmesektor. Es gilt ab 1.11.2020 für neue und bestehende Häuser und schreibt neben Dämmstandards auch einen Mindestanteil an erneuerbaren Wärmeträgern vor. Bei bestehenden Gebäuden betrifft es vor allem Besitzer von Ölheizungen.
  • Neue Förderprogramme machen die Umrüstung von fossilen zu erneuerbaren Energieträgern in bestehenden Gebäuden besonders attraktiv: Nach dem Marktanreizprogramm „Erneuerbare Energien“ gibt es bis zu 45% Zuschuss auf die Investitionssumme. Die höhere Förderung ist auch als „Austauschprämie für Ölheizungen“ bekannt.
  • Energetische Sanierungsmaßnahmen wie der Heizungsaustausch, der Einbau neuer Fenster, die Dämmung von Dächern und Außenwänden werden seit 2020 steuerlich gefördert.

Folgen für Hausbesitzer

Besitzer von bestehenden Gebäuden sind wie bei der bisherigen Rechtslage nur betroffen, wenn sie umfangreiche Umbaumaßnahmen vor allem bei den Außenwänden durchführen wollen. „Das gilt z.B. bei der nachträglichen Dämmung der Außenwände oder dem Einbau neuer Fenster“, verdeutlicht Gebäudeenergieberater Uwe Gerhardt aus Stolberg (Nordrhein-Westfalen). Dann müssen Sie bestimmte Standards einhalten, die im GEG aufgeführt sind. Das sind z.B. die „Höchstwerte bei den Wärmedurchgangskoeffizienten von Außenbauteilen“, die in Anlage 7 des GEG aufgeführt sind.

Auch dabei ist am Ende die energetische Gesamtbilanz entscheidend, die Sie mit der Kombination aus energetischer Sanierung von Wänden, Dach, Fenstern und der Heizung erreichen können.

Tausch der Ölheizung

Zudem müssen Sie generell alle Öl- und Gasheizkessel austauschen, die 4 bis 400 kW Leistung haben und älter als 30 Jahre sind. Die Austauschpflicht besteht jedoch nur, wenn Sie nach 2002 in ein neues Ein- oder Zweifamilienhaus gezogen sind. Auch gilt sie nur für Konstanttemperatur- bzw. Standardkessel, nicht für Brennwert- oder Niedertemperaturanlagen. Auskunft über den Kesseltyp gibt die Betriebsanleitung oder der zuständige Schornsteinfeger.

Generell verbietet das Gesetz einen Einbau von neuen Ölheizungen ab dem Jahr 2026 in neuen oder bestehenden Häusern. Ölheizungen, bei denen erneuerbare Energien mit eingebunden sind, dürfen allerdings auch nach dem Jahr 2026 weiterhin eingebaut werden. Das könnten zum Beispiel Solarthermie- oder Photovoltaikanlagen sein.

Der Einbau einer Ölheizung allein ist auch erlaubt, wenn kein Gas- oder Fernwärmenetz vorhanden ist und aus technischer Sicht keine erneuerbaren Energien anteilig eingebunden werden können bzw. die Einbindung...


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