Dürreversicherungen im Praxistest Premium

Dürrepolicen sind bislang ein Nischenprodukt. Nach zwei trockenen Sommern sind sie jedoch in der Diskussion, zudem gibt es neue Angebote. Aber sind die Dürrepolicen überhaupt praxistauglich?

In Deutschland ist nur ein Bruchteil der Fläche gegen Dürre versichert. Den meisten Landwirten ist die Versicherung schlicht zu teuer. Es ist jedoch Bewegung in dem Thema: Die Senkung der Versicherungssteuer steht kurz bevor, aus der Politik mehren sich die Rufe nach staatlichen Zuschüssen und die Versicherer arbeiten an der Weiterentwicklung entsprechender Produkte.

Grund genug für top agrar, die Policen mal genau unter die Lupe zu nehmen. Wir haben deshalb die Versicherungsbedingungen sowie für drei Modellbetriebe die Prämien und die simulierten Entschädigungen für das Dürrejahr 2018 abgefragt und mit Versicherungsexperten diskutiert.

Zusatz zur Hagelpolice

Die meisten Versicherer bieten die Dürrepolice als Zusatzbaustein zur Hagelversicherung an. Eine Kombination mit anderen Mehrgefahren ist nicht notwendig, aber möglich. Diesen Angeboten gemeinsam ist, dass die Schäden durch Hagel – und ggf. Sturm, Starkregen und Frost – auf Grundlage des konkreten Schadens entschädigt werden, die Entschädigung von Dürreschäden jedoch über einen sog. Index erfolgt.

Dabei ermitteln die Versicherer die Dürreschäden rein rechnerisch auf Grundlage von ausgewählten statistischen Wetter- oder Ertragsdaten, den sog. Indizes. Unter- oder überschreitet der Indexwert in einem Versicherungsjahr den vertraglich festgelegten Schwellenwert, zahlt der Versicherer einen vorab definierten Betrag. Die Entschädigung erfolgt also völlig unabhängig vom konkreten Schaden. Es findet i.d.R. auch keine Vor-Ort-Besichtigung statt. Eine Schadenmeldung ist meist ebenfalls nicht notwendig.

Angeboten werden derartige Policen deutschlandweit von der Allianz-Tochter Münchener & Magdeburger Agrar AG (MMA), der Vereinigten Hagel und der Versicherungskammer Bayern sowie für bestimmte nordöstliche Regionen Deutschlands von der Hagelgilde.

Je nach Police können alle gängigen Kulturen (wie gegen Hagel) oder nur bestimmte Kulturen abgesichert werden. Grünland und Ackergras versichern nur zwei der vier Anbieter.

Verschiedende Indizes

Bei der Auswahl des Indexes und der Festlegung des Schwellenwertes greifen alle Versicherer auf die Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zurück. Sie wählen aber unterschiedliche Parameter bzw. Mess- und Auswertungsverfahren und stützen sich z.T. zusätzlich auf statistische Ertragsparameter.

Bei der Police der MMA und der Versicherungskammer Bayern z.B. liegt ein dürrebedingter Schaden dann vor, wenn die Niederschlagsmenge im Haftungszeitraum unter einem bestimmten Schwellenwert bleibt. Die Vereinigte Hagel wählt dagegen die Bodenfeuchte als Index und die Hagelgilde wiederum die Anzahl der niederschlagsarmen Tage im Haftungszeitraum.

Bei der Vereinigten Hagel muss zusätzlich der durchschnittliche Landkreisertrag...

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