Eco-Schemes: So könnten sie aussehen Plus

Brüssel will künftig mit den Eco-Schemes freiwillige Umweltmaßnahmen in der ersten Säule einführen. Hier ein konkreter Vorschlag zur Ausgestaltung in Deutschland.

Eco-Schemes sollen die künftige EU-Agrarpolitik (GAP) grüner machen. Gemeint sind einjährige Umweltmaßnahmen, für die Landwirte neben der Basisprämie künftig Zahlungen aus der ersten Säule erhalten (siehe top agrar 7/2019, S. 34). Die Landwirte dürfen freiwillig teilnehmen, die EU-Mitgliedsländer müssen sie hingegen zwingend anbieten. Da sie in der ersten Säule verankert werden, wird jeder Landwirt in Deutschland bundesweit die gleiche Auswahl an Maßnahmen haben. Bisher sieht die EU noch keinen Mindestanteil der Eco-Schemes an den Erste-Säule-Zahlungen vor, diskutiert aber über 20 oder 30%. Neben freiwilligen Eco-Schemes müssen Landwirte künftig zum Erhalt der Basisprämie die Anforderungen der Konditionalität erfüllen. So sollen Cross Compliance- und Greening dann heißen.

Die EU-Kommission brachte die Eco-Schemes 2018 ins Gespräch. Seitdem laufen die Köpfe heiß, wie diese in Deutschland aussehen könnten. Denn welche umwelt- und klimafreundlichen Maßnahmen im Rahmen der Eco-Schemes ein Mitgliedsland fördert, bleibt ihm überlassen. Zurzeit sind die Verhandlungen zur künftigen GAP noch in vollem Gange. Ob sie im Laufe des Jahres abgeschlossen werden, ist noch unklar. Erst danach genehmigt die Kommission die Strategiepläne der Länder, in denen sie aufzeigen, wie sie die Eco-Schemes umsetzen wollen. Starten kann die neue GAP voraussichtlich frühestens 2023. Auf der Agrarministerkonferenz Anfang Mai stellte eine Bund-Länder-Gruppe erste Überlegungen zu Eco-Schemes vor (siehe S. 41).

Viel Leistung, viel Prämie

Ein ausgestaltetes Konzept mit konkreten Vorschlägen legte der Deutsche Verband für Landschaftspflege e.V. (DVL) vor. Das Prinzip: Wer viel für Umwelt- und Klimaschutz tut, bekommt auch viele Direktzahlungen.

Hierzu hat der DVL verschiedene Maßnahmen entwickelt, zwischen denen Landwirte wählen könnten. Das Neue: Die Zahlung richtet sich nicht nach Kosten und Aufwand, sondern nach ökologischem Mehrwert. Je mehr eine Maßnahme für Biodiversität, Gewässer- oder Klimaschutz bringt, desto höher wird sie vergütet.

Jede Maßnahme bringt Punkte. Für vier und mehr Maßnahmen gibt es zusätzlich Bonuspunkte für Maßnahmenvielfalt. Alle Punkte werden mit einem Preis multipliziert. Das ergibt die „Gemeinwohlprämie“, die ein Betrieb für die „Produktion“ von Umwelt- und Klimaschutzleistungen, also für seine Gemeinwohlleistungen erhält.

Neunzehn Maßnahmen

Zur Wahl stehen 19 Maßnahmen: sieben auf Acker-, sieben auf Grünland, drei in Sonderkulturen und zwei für die Übererfüllung der gesetzlichen Anforderungen im Bereich der Nährstoffbilanzen (siehe Übers. 1). Die Anlage von Blühflächen oder -streifen auf Ackerland ist z.B. ökologisch höherwertiger als der Anbau von Leguminosen. Dementsprechend gibt es für die Blühflächen/-streifen zehn Punkte je Hektar, für die Leguminosen nur zwei.

Bei vier...

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