„Es braucht frisches Geld“ Plus

Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes bezieht im top agrar-Interview Stellung zu den Bauernprotesten und deren Folgen für den Berufsstand, seinem Verhältnis zu Ministerin Klöckner und seinen Erwartungen an den Agrargipfel mit Bundeskanzlerin Merkel.

Herr Rukwied, erst kamen die grünen Kreuze, dann legten zehntausende Schlepper den Verkehr in zahlreichen Großstädten lahm. Zeigen ein paar Social-Media-Landwirte dem Deutschen Bauernverband derzeit, wie moderner Protest geht?

Rukwied: Die Aktionen waren in jedem Fall ein Erfolg. Die Bauern haben in Richtung Gesellschaft und Politik ein deutliches Signal gesetzt. Wir stehen über unsere Landesbauernverbände im Austausch mit den Initiatoren und werden das auch weiterhin so tun.

Den beeindruckenden Demo-Bildern folgte Streit innerhalb der Organisatoren, aber auch Kritik am Bauernverband. Gibt es Anlass zur Sorge, dass sich die Bauern in unterschiedliche Lager zerstreiten?

Rukwied: In den 25 Jahren, in denen ich mich nun im Bauernverband engagiere, gab es immer wieder kontroverse Diskussionen über den richtigen Weg. Auch in der Vergangenheit hatten wir nie das einheitliche Bild, sondern immer auch divergierende und heterogene Interessen. Entscheidend ist, dass wir am Ende den Bauernfamilien eine Perspektive bieten können. Und das geht nur miteinander.

Sie haben sich im Vorfeld mit den Protesten solidarisch erklärt, sofern diese friedlich bleiben. Haben Sie Grund zu der Annahme, dass sich das friedliche Bild bei zukünftigen Demos ändern könnte?

Rukwied: Das war ein wichtiger Appell und diesen halten wir aufrecht. Nur so können wir die Sympathie für die Bauernfamilien in der Gesellschaft erhalten.

Auf den Demo-Schleppern saßen auffällig viele junge Menschen am Steuer, die es längst nicht zu jedem Kreisverbandstag treibt. Was lernen Sie für die Arbeit in Ihren Gremien aus den aktuellen Bewegungen? Ist die Zeit reif für eine Verjüngungskur?

Rukwied: Das Thema haben wir seit Jahren auf der Agenda, in den Landesbauernverbänden, in den Kreisverbänden und auch in Berlin. Wir können dabei Impulse geben und tun dies auch, aber die Verjüngung muss von unten kommen.

Die Demos waren Impulse von der Basis, also von unten. Was nehmen Sie davon mit?

Rukwied: Ich würde mir wünschen, dass sich diese jungen Menschen auch innerhalb des Verbandes stärker engagieren und Verantwortung übernehmen. Auf vielen Demo-Schleppern saßen Landwirte, die auch Mitglieder des Bauernverbandes sind.

Wie geht es jetzt weiter? Und wie lässt sich der...


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