Interview

„Es muss passen“ Plus

Dr. Ulrich Klischat, Berater bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, erklärt, warum Gesellschaften so besonders sind und was Sie bei der Partnerwahl beachten sollten.

Die Gründung einer Gesellschaft kann viele Vorteile haben. Warum sind nur rund 10% der landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland so organisiert?

Klischat: Gute Frage. Eigentlich müssten viel mehr Betriebe eine Gesellschaft gründen, die Vorteile sind unbestritten. Viele Landwirte sind Einzelkämpfer und wollen ihren eigenen Betrieb weiterentwickeln. Trotzdem sind erfolgreiche Landwirte stark vernetzt und arbeiten zur Kostensenkung mit Berufskollegen zusammen. Diese Zusammenarbeit löst aber nicht immer die Gründung einer Gesellschaft aus.

Das betriebliche Wachstum wird z.B. zunehmend schwieriger. Flächen sind knapp, Baugenehmigungen für die Erweiterung von Ställen schwierig zu bekommen. Müsste daher nicht der Druck auf die Betriebe zunehmen, eine Gesellschaft zu gründen?

Klischat: Im Verbund haben die einzelnen Betriebe insgesamt sicherlich bessere Wachstumschancen, als wenn sie eigenständig bleiben würden.

Hinsichtlich der Baugenehmigungen kann man das nicht pauschal beantworten. Es hängt von der Zusammensetzung der Gesellschaft ab. Besteht eine Gesellschaft zum Beispiel aus zwei starken Milchviehbetrieben, wird es für sie eher schwieriger, eine Baugenehmigung zu erhalten, da sie aus Kostengründen tendenziell eher größere Ställe bauen werden.

Anders sieht es bei 51a-Gesellschaften aus, also einer Gesellschaft, in der sich ein Tierhalter und ein Ackerbauer zusammenschließen. So rutscht der Tierhaltungsbetrieb nicht in die Gewerblichkeit und kann seinen Viehbestand gegebenenfalls noch ausbauen.

Anders sieht es bei 51a-Gesellschaften aus,...

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