Grundsteuer: Gewinner und Verlierer Premium

Die Bundesregierung hat einen Entwurf für die Grundsteuerreform vorgelegt. Sollte das Gesetz ohne große Korrekturen Bundestag und Bundesrat passieren, werden die Karten neu gemischt: Einige Landwirte zahlen künftig weniger, andere mehr.

Wer gehört zu den Verlierern, wer gehört zu den Gewinnern der Grundsteuerreform? Diese Frage treibt auch viele Landwirte um. Fest steht: Bleibt es beim aktuellen Vorschlag der Bundesregierung, dann kommen auf die Landwirtschaft einige Veränderungen zu. Hier die wichtigsten im Schnelldurchlauf:

  • Künftig sollen auch in Ostdeutschland die Flächeneigentümer zur Kasse gebeten werden. Dort zahlen bislang die Pächter bzw. Bewirtschafter die Grundsteuer, da nach der Wende oft die Eigentumsverhältnisse der Flächen unbekannt waren.
  • Viehstarke Betriebe müssen Aufschläge einkalkulieren. Eigentümer von Standorten mit Windkraftanlagen werden ebenfalls stärker zur Kasse gebeten.
  • Das Betriebs- und Altenteilerhaus wird künftig auch in Westdeutschland dem Grundvermögen zugeordnet, wofür die Grundsteuer B anfällt. In Ostdeutschland ist das bereits seit Jahren üblich. In den alten Bundesländern gehören die Wohngebäude hingegen zum land- und forstw. Vermögen.
  • Die alten Einheitswerte werden neu berechnet und heißen künftig Grundsteuerwerte. Die bisherigen Werte wurden zuletzt für die alten Bundesländer im Jahr 1964 und für die neuen im Jahr 1935 erhoben. Die Wertentwicklung der vergangenen Jahrzehnte spiegeln sie nicht wider. Im April 2018 erklärte das Bundesverfassungsgericht die Berechnung der Grundsteuer daher für verfassungswidrig. Die Richter haben den Bund aufgefordert, bis Ende 2019 neue Regeln aufzustellen.

Die Regierung will den Entwurf nach der Sommerpause im Bundestag und Bundesrat beraten und im Herbst vermutlich beschließen. Das neue Modell würde aber erst am 1.1.2025 das alte ablösen. Solange gilt das alte Recht.

Um zu verstehen, was diese Änderungen in Heller und Pfennig bedeuten, muss man sich zunächst mit den Details der neuen Verfahren auseinandersetzen.

Grundsteuer A

Dazu ein Beispiel: Milchviehhalter Bernd Albers bewirtschaftet rund 65 ha landw. Fläche (Name frei erfunden, 15 ha eigen, 50 ha Pacht, Übersicht 1). Er melkt außerdem rund 120 Kühe. Inklusive Nachzucht kommt sein Betrieb auf 150 Vieheinheiten. Die...

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Artikel geschrieben von

Diethard Rolink

Redakteur Betriebsleitung

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