Hofaufgabe: Tipps für ein Ende ohne Schrecken Premium

Wer seinen Betrieb einstellt und diesen dem Nachwuchs überlässt, sollte erst seine Schulden abbauen und dann die Übergabe einleiten. Sonst kassiert der Fiskus mit.

Kein Hofnachfolger, hohe Schulden und das Rentenalter in Sichtweite. Unter diesen Vorzeichen sehen viele Landwirte oft nur einen Ausweg: aufgeben. Um sich nicht auch noch mit der Sanierung des Hofes herumplagen zu müssen, übergeben nicht wenige den Betrieb, inklusive der Verbindlichkeiten, ihren Kindern. Im Gegenzug muss der Nachwuchs sich z.B. um die Pflege kümmern, den Eltern Altengeld zahlen und die Schulden abbauen.

Die Methode ist für Sie als Altenteiler bequem. Es gibt aber eine schlechte Nachricht: Die Hofübergabe kann zum Steuerfiasko für die nachfolgende Generation werden. Die gute Nachricht: Damit der Reibach des Finanzamtes möglichst gering ausfällt, müssen Sie lediglich am Ablauf der Hofübergabe etwas ändern. Erst sollten Sie Schulden abbauen und dann den Betrieb Ihren Kindern überschreiben. Alternativ kann sich auch Ihr Nachwuchs um die Sanierung kümmern, dann aber in Ihrem Namen und auf Ihre Rechnung. Wer sich an dieses Drehbuch hält, kann nämlich einige Steuervorteile nutzen und so dem Finanzamt ein Schnippchen schlagen. Dazu ein Beispiel:

Die Nerven liegen blank

Zu viele Probleme, zu viele Schulden: Die Nerven liegen bei Milchviehhalter Heiner Maschmeier und seiner Ehefrau Kathrin blank. Obschon sie sehr sparsam gelebt haben, war der Schuldenberg des Betriebes im Laufe der Jahre immer größer geworden. Rücklagen hatten die beiden nicht bilden können und sowohl der Sohn als auch die Tochter entschieden sich für eine außerlandwirtschaftliche Ausbildung.

Dabei war Heiner Maschmeier vor 15 Jahren noch voller Tatendrang. Er hatte seinen Milchviehbetrieb von 30 auf 100 Kühe aufgestockt, alte Gebäude zu einem Boxenlaufstall umgebaut und 5 ha Ackerland gekauft. Über Eigenkapital verfügte er zwar nicht. Sein Businessplan überzeugte die Bank trotzdem, weshalb sie ihm großzügige Kredite gewährten.

Die niedrigen Milchpreise und überdurchschnittlich viele Euterentzündungen, Klauen- sowie Stoffwechselerkrankungen durchkreuzten seinen Plan. Statt der erhofften Gewinne klaffte Jahr für Jahr ein Minus in der Jahresbilanz. Im Sog der Schuldenspirale waren die Verbindlichkeiten auf 700000 € angewachsen.

Hohe Steuern für den Erben

Die Maschmeiers fühlen sich zunehmend überfordert, übertragen daher der Tochter den Betrieb. Im Gegenzug soll sie sich um den Schuldenabbau kümmern, die Pflege ihrer Eltern organisieren, diesen monatlich 1500 € Altenteilgeld zahlen und ein lebenslanges Wohnrecht einräumen. Der Sohn verzichtet freiwillig auf seine Ansprüche, weil er weiter weg wohnt und sich nicht um seine Eltern kümmern kann.

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