Landwirte machen mobil

Die Deutschen verreisen immer öfter mit Wohnwagen und Reisemobil. Die Coronapandemie befeuert den Trend, doch Stellplätze werden zusehends knapp. Wie können Landwirte davon profitieren?

Deutschland erlebt einen Camping-Boom: Ende 2020 waren hierzulande 675000 Reisemobile zugelassen – so viele wie noch nie und 50% mehr als noch 2017. Hinzukommen knapp 700000 Wohnwagen. Laut des Caravaning Industrie Verbandes (CIVD) bricht die Branche einen Zulassungsrekord nach dem anderen.

Allerdings werden die Stellplätze in Deutschland knapp. Das bietet Chancen für Landwirte. Sie haben Platz, die Höfe liegen oft in schöner Landschaft und Stellplätze lassen sich in vielen Fällen ohne große Investitionen einrichten. Bauern, die im Landtourismus aktiv sind, können ihre Kapazitäten erweitern. Und Anfänger können testen, ob sie Gäste auf ihrem Hof haben wollen.

Camping & Landwirtschaft?

„Stellplätze auf Bauernhöfen fühlen sich weniger nach Massentourismus an als große Campingplätze. Sie sind die Alternative zum illegalen Wildcamping“, meint Thomas Kortenjan vom Buchungsportal camping.landreise.de, auf dem Landwirte ihre Stellplätze anbieten können. Er glaubt, dass Bauernhöfe mit wenigen Stellplätzen gefragt sind. Doch bevor Landwirte die ersten Urlauber auf ihrem Betrieb willkommen heißen, sollten sie unbedingt einige Dinge beachten.

Baurecht mit Tücken

Bei einer Fläche mit mehr als drei Standplätzen greift in den meisten deutschen Bundesländern eine eigene Campingplatz-Verordnung. Gilt ein Standort laut Verordnung als Campingplatz, müssen die Gastgeber unter anderem Sanitäranlagen einrichten und viele Auflagen einhalten. Bei drei und weniger Standplätzen gilt die Verordnung nicht. „Unabhängig davon benötigt man für die Stellplätze eine Baugenehmigung“, erklärt Thomas Schröder. Er ist Stellplatzplaner und berät gemeinsam mit dem Reisemobil-Hersteller Dethleffs und der Buchungsplattform Landsichten.de interessierte Landwirte. Allerdings hat der Gesetzgeber die baurechtlichen Fragen nicht einheitlich gelöst. „Wir erleben selbst in benachbarten Landkreisen teilweise sehr unterschiedliche Herangehensweisen bei Bauanfragen“, fügt Schröder hinzu.

Regelungslücke

Fest steht: „Wer Stellplätze plant, sollte auf jeden Fall das Bauamt...