Lebensmittel aus der wilden Natur Premium

Finnlands Landwirtschaft ist auf Exportkurs. Das Land will Spitzenreiter in nachhaltiger Produktion sein – beim Tierwohl und im Pflanzenbau.

N achhaltig, sauber, höchste Tierwohl-Standards, so will Finnland seine Landwirtschaft in der Welt präsentieren. Seine groß angelegte Exportstrategie bringt das Land Ende Januar mit zur Grünen Woche nach Berlin, wo es in diesem Jahr Partnerland ist. Mit dem Motto „Lebensmittel aus der wilden Natur“ springen die Finnen auf den Food-Hype auf, der auch in der finnischen Hauptstadt Helsinki immer größere Kreise zieht. Sie richten dabei den Blick konsequent auf die Qualität von Lebensmitteln. „Finnland kann nicht mit dem Preis oder mit der Menge konkurrieren, sondern nur über die Qualität“, sagt der finnische Landwirtschaftsminister Jari Leppä.

Aus einer auf den ersten Blick ungünstigen klimatischen Ausgangslage mit lediglich 120 bis 180 Vegetationstagen macht das Land einen Vermarktungsvorteil: Die arktische Landwirtschaft, bei der die Kulturen wegen der kalten Winter einem geringen Krankheitsdruck ausgesetzt sind, benötigt weniger Pflanzenschutzmittel. Das zeigt die Statistik, die sehr geringe Verkäufe an Insektiziden und Fungiziden ausweist. Lediglich für Herbizide gibt es im Vergleich zur Anbaufläche nennenswerte Verkäufe.

Die finnischen Landwirte haben einen enormen Strukturwandel hinter sich. Seit dem EU-Beitritt 1995 hat sich die Anzahl der aktiven Landwirte halbiert. Etwa 86 Prozent der Betriebe sind Familienbetriebe, die durchschnittlich 47 Hektar bewirtschaften.

Neue Exportstrategie:

Besonders hart hat die finnische Landwirte das russische Importembargo getroffen. Vor 2014 war Russland der größte Abnehmer von finnischen Lebensmitteln, insbesondere von Milchprodukten. In Hochzeiten gingen mehr als 20 Prozent der Lebensmittelexporte nach Russland. Seit den Exportrestriktionen zwischen der EU und Russland infolge der russischen Besetzung der Krim sind die finnischen Lebensmittelexporte um 33 Prozent eingebrochen.

Größter Handelspartner ist nun mit 20 Prozent Exportanteil...

Weiterlesen mit PREMIUM
Jetzt 30 Tage gratis testen
Mehr erfahren

DBV: "Umweltministerin nicht zum Dialog mit den Bauern bereit"

Meldung verpasst? Wir verhindern, dass Sie nicht mitreden können. Tragen Sie sich jetzt für unseren Newsletter ein und wir benachrichtigen Sie über alle wichtigen Ereignisse rund um die Landwirtschaft.

Artikel geschrieben von

Stefanie Awater-Esper

Korrespondentin Berlin

Schreiben Sie Stefanie Awater-Esper eine Nachricht

Das könnte Sie auch interessieren

Landwirt Leppä bleibt finnischer Landwirtschaftsminister

vor von Agra Europe (AgE) , Stefanie Awater-Esper

Weniger Milchkuhbetriebe in Finnland

vor von Berkemeier, Katrin

Diskussionen zum Artikel

Kommentar schreiben

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich einloggen um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen