Passt Bio zu meinem Betrieb? Plus

Überlegen Sie, Ihren Betrieb auf biologische Bewirtschaftung umzustellen? Unsere Serie zeigt Ihnen, worauf zu achten ist.

Die Zeiten für konventionelle Landwirte sind nicht gerade rosig: Die Produktpreise reichen oft nicht für ein faires Familieneinkommen, der gesellschaftliche Druck steigt. Dazu kommen die Düngeverordnung, Resistenzen im Ackerbau und der Wegfall vieler Pflanzenschutzmittel. Viele Betriebsleiter fragen sich, wie es weitergehen soll. Dass die Umstellung auf ökologische Wirtschaftsweise eine Option ist, zeigt das Interesse an Ökofeldtagen und Umstellerseminaren. Doch auch wenn die Bio-Betriebe in Sachen Wirtschaftlichkeit oft besser abschneiden als die konventionelle Vergleichsgruppe, will eine Umstellung gut bedacht sein. Lesen Sie, woran im Vorfeld der Umstellung zu denken ist. In den nächsten Heften wollen wir untersuchen, wie sich die Umstellung rechnet und wie es auf dem Markt aussieht. Weitere Themen sind die Umstellung im Ackerbau und in der Tierhaltung.

Passt Bio zum Betrieb?

Nur wegen der Fördergelder oder vermeintlich höherer Erlöse auf Ökolandbau umzusteigen, ist in den seltensten Fällen dauerhaft von Erfolg und Zufriedenheit des Betriebsleiters gekrönt – hier sind sich die Umstellungsberater einig. Schließlich geht es um ein gänzlich neues Betriebskonzept, mit dem man sich auch identifizieren muss. Im Mittelpunkt steht dabei u.a. das Wirtschaften in natürlichen Kreisläufen, der Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel und Dünger sowie Gentechnik. Gute Voraussetzungen haben dabei alle, die bereits im konventionellen Betrieb gute bis sehr gute Produktionszahlen erreichen. Auch die Familie sollte hinter der Umstellung stehen. Denn insbesondere dort, wo es regional noch nicht viele Biobetriebe im Umfeld gibt, sind Bemerkungen aus dem Umfeld und eine erhöhte Aufmerksamkeit die Regel. Was die Produktion selbst angeht, berichten die wenigsten Umsteller von größeren Problemen – wenn man bereit ist, ständig dazu zu lernen, neue Verfahren auszuprobieren und sich Beratung, auch von anderen Betriebsleitern, sucht.

Als besondere Herausforderung beschreiben viele Umsteller die Vermarktung, die im Biobereich nicht annähernd so standardisiert ist wie im konventionellen Bereich. Berater Markus Mücke von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen rät daher: „Checken Sie schon weit vor der Umstellung, wo regional Verarbeiter oder Vermarktungsorganisationen aktiv sind und bauen Sie Verbindungen auf.“ Besonders in der Umstellungszeit, wenn die Produkte noch nicht als Öko-Ware verkaufbar sind, ist Flexibilität gefragt.

Wann umstellen?

Die Umstellungszeit ist nicht zu unterschätzen. Planen Sie daher mehr Arbeitszeit und möglichst Liquiditätsreserven ein. „Viele übersehen z.B.,...


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