Interview

PS-Kartell: Schadensersatz möglich! Plus

Das Pflanzenschutzkartell hat vermutlich zu überhöhten Preisen geführt. Schadensersatz ist möglich – auch für Landwirte, die indirekt beim nachgelagerten Handel der Beteiligten kauften.

Wegen Preisabsprachen hat das Bundeskartellamt kürzlich gegen sieben Großhändler von Pflanzenschutzmitteln Bußgelder in Höhe von mehr als 154 Mio. € verhängt. Beteiligt am Kartell waren die Agravis Raiffeisen AG aus Hannover/Münster, die Agro GmbH& Co. KG aus Holdorf, die BayWa AG aus München, die BSL GmbH & Co. KG aus Kiel, die Getreide AG aus Hamburg, die Raiffeisen Waren GmbH aus Kassel, die ZG Raiffeisen eG aus Karlsruhe und die Beiselen GmbH aus Ulm. Können Landwirte wegen überhöhter Preise Schadensersatz fordern?

Dr. Hänsch: Ja. Schadensersatzansprüche können allen zustehen, die von 1998 bis 2015 Insektizide, Herbizide oder Fungizide von einem der Händler bezogen haben. Das gilt auch, wenn sie nicht direkt beim beteiligten Großhändler, sondern bei nachgelagerten Händlern gekauft haben.

Mancher hat Sorge, seinen Händler zu belangen, z.B. weil noch Verbindlichkeiten offen sind. Was dann?

Dr. Hänsch: Es besteht die Möglichkeit, anstelle oder neben dem eigenen Lieferanten auch andere Mitglieder des Kartells in Anspruch zu nehmen. Sie können Schadensersatzanspruch gegen jedes Mitglied des Kartells erheben – auch wenn niemals eine Geschäftsbeziehung bestand.

Welche Nachweise sind nötig, um Ansprüche durchsetzen zu können?

Dr. Hänsch: Vorzulegen sind Belege über Menge und Preis der...


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