Rumänien

Rumänien: Viel Land und wenig Geld

Zwischen Pferdegespann und 10 000-ha-Betrieb – nirgendwo in der EU sind die landwirtschaftlichen Gegensätze größer als in Rumänien.

Zwischen Pferdegespann und 10 000-ha-Betrieb – nirgendwo in der EU sind die landwirtschaftlichen Gegensätze größer als in Rumänien. top agrar-Redakteur Klaus Dorsch über Probleme und Perspektiven des „schlafenden Agrarriesen“.

Wer mit dem Auto durch Zentralrumänien fährt, fühlt sich in eine andere Zeit versetzt: Bauernfamilien fahren mit Pferde- oder Eselfuhrwerken zu ihren kleinparzellierten Feldern und ernten dort Maiskolben mit der Hand. Hirten treiben Kühe, Schafe oder Ziegen durch die Dorfstraßen auf die Gemeinschaftsweiden der Kommunen.

Rumänien, das Heimatland des neuen EU-Agrarkommissars, ist noch immer von Millionen von Kleinstbetrieben geprägt, die Landwirtschaft vor allem für die Eigenversorgung betreiben. Die zersplitterte Struktur entstand, als nach dem Zusammenbruch des Kommunismus die staatlichen und genossenschaftlichen Großbetriebe fast komplett aufgelöst wurden. Die neue Regierung gab das Land den ehemaligen Grundbesitzern oder ihren Erben zurück, allerdings nur bis zu einer Höchstgrenze von 10 ha. Auch die ehemaligen Mitarbeiter der Produktionsgenossenschaften, die zuvor keine Flächen besaßen, bekamen 0,5 ha Land zugeteilt.

Die zwei Gesichter

Daneben hat die rumänische Landwirtschaft noch ein zweites Gesicht. Vor allem in den Ebenen des Banats, der Walachei und der Moldau-Region dominieren Großbetriebe, von denen viele tausende Hektar und einige sogar zehntausende Hektar Land umfassen. Bereits jetzt verfügen 5 800 Betriebe in Rumänien über mehr als 250 ha. Sie bewirtschaften insgesamt 4,1 Mio. ha und damit mehr als 40 % der Fläche, für die in Rumänien Flächenprämien beantragt werden (s. Übersicht).

Dagegen spielen die mittelgroßen Betriebe mit 20 bis 100 ha in Rumänien nur eine untergeordnete Rolle. Die rund 24 000 Betriebe in dieser Größenklasse bewirtschaften gerade einmal 1 Mio. ha. Ihre Zahl hat zwar in den letzten Jahren auch zugenommen, aber der Trend geht nach Meinung vieler Beobachter klar zum Großbetrieb ab 500 bis 1 000 ha.

Die treibende Kraft hinter dieser Entwicklung sind vor allem Investoren aus dem Ausland, die in großem Stil Flächen kaufen oder pachten. „In Rumänien können – im Gegensatz zu vielen anderen osteuropäischen Ländern – juristische Personen auch dann landwirtschaftliche Flächen erwerben, wenn sie zu 100 % ausländischen Staatsbürgern gehören“, erläutert Rüdiger Heining, der als EU-Berater Aufbauhilfe im Bukarester Landwirtschaftsministerium leistet.

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