Scheidung: So berechnet sich der Unterhalt Plus

Wie viel Unterhalt bekommen Ehepartner und Kinder? Wie wird das Einkommen berechnet? Und wie lange muss gezahlt werden?

Lässt sich ein Landwirt scheiden, geht es auch darum, ob und wie viel Unterhalt er für Ehepartner und Kinder zahlen muss. Das hängt vor allem vom Einkommen beider Ehepartner ab. Im Mittelpunkt der Unterhaltsfragen steht deshalb die Einkommens-ermittlung.

EINKOMMENSBERECHNUNG

Basis der Einkommensberechnung sind die jeweiligen Bruttoeinkünfte.

Da das Einkommen aus LuF und anderen selbstständigen Tätigkeiten schwankt, wird bei Landwirten i.d.R. der Durchschnittsgewinn der letzten drei Wirtschaftsjahre zugrunde gelegt. In Ausnahmen, wie z.B. einem Jahr mit ungewöhnlich hohen Preisen, können auch die Abschlüsse der letzten fünf bis sieben Jahre herangezogen werden.

Aus dem ermittelten „Bruttoeinkommen“ werden dann bestimmte Positionen, wie eingestellte/aufgelöste Investitionsabzugsbeträge und ggf. überhöhte Rücklagen rausgerechnet. Auch gewinnmindernde Gebäudeabschreibungen werden u.U. nicht berücksichtigt.

Vom Einkommen abgezogen werden:

  • Einkommenssteuer, Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer, wobei i.d.R. die tatsächlichen Steuerzahlungen der Referenzjahre berücksichtigt werden.
  • Verbindlichkeiten, die sich noch nicht in der Gewinnermittlung befinden, wie z.B. private Kredite für das Wohnhaus – vorausgesetzt, die Verbindlichkeiten sind bis zur Trennung entstanden.
  • Tilgungsleistungen für Betriebskredite, wenn sie in der steuerlichen Gewinnermittlung nicht im ausreichenden Maße berücksichtigt sind, wie z.B. eine über d. Abschreibung liegende Tilgung.
  • Baraltenteilsleistungen, wobei dazu ggf. auch die vom Hofübernehmer zu zahlenden Wohnnebenkosten gehören. Letzteres wird häufig übersehen.
  • Angemessene Vorsorgeaufwendungen, also für Kranken- und Pflegeversicherung sowie für die Altersvorsorge.
  • ggf. zu zahlender Kindesunterhalt.

STELLSCHRAUBEN

Für die Altersvorsorge dürfen Landwirte und andere Selbstständige rund 23% ihres Durchschnittsgewinns aufwenden. Neben den typischen Zahlungen in Alterskasse und private Renten- bzw. Lebensversicherungen oder in Sparverträge gelten auch Tilgungsleistungen in ein Mietobjekt als Altersvorsorge. Sogar die Tilgung von Landkäufen kann angesetzt werden, da diese bei der Gewinnermittlung mangels Abschreibungsmöglichkeit von Landflächen nicht berücksichtigt wurde. Übrigens ist es auch nach Trennung bzw. Scheidung noch möglich, eine neue Altersvorsorge aufzubauen. Landwirte haben hier oft noch Spielraum.

Auf das Bruttoeinkommen als „fiktives Einkommen“ aufschlagen lassen müssen sich Landwirte in der Regel einen sog. Wohnvorteil wegen ersparter Miete bei Nutzung von Wohneigentum. Gerade bei den großen Bauernhäusern...

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