So behalten Sie die Güllekosten im Griff Plus

Schweinehalter haben mit hohen Kosten der Gülleverwertung zu kämpfen. Wir zeigen, wie diese trotz der drohenden weiteren Verschärfung der Düngeregeln nicht explodieren.

Schweinehalter mit wenig Fläche können in viehintensiven Regionen einen Teil ihrer Nährstoffmengen nur überbetrieblich verwerten. Dafür fallen hohe Kosten an. Anhand von Beispielbetrieben haben wir untersucht, wie es gelingen kann, die immer schärferen Auflagen der Düngeverordnung umzusetzen, ohne diese Kosten noch weiter zu erhöhen.

Übersicht 1 zeigt beispielhaft den Nährstoffanfall eines typischen Schweinemästers. Die Annahmen: Der Mäster hat 2000 Plätze und erzielt 850 g Tageszunahmen. Er bewirtschaftet 80 ha, davon CCM mit einem Ertragsniveau von 145 dt/ha, Winterweizen mit 90 dt pro ha, Triticale und Wintergerste mit je 85 dt/ha. Daher wird für Phosphor von einem Entzug von 70 kg P/ha ausgegangen. Übersicht 2 zeigt den N-Anfall beispielhaft für einen Ferkelerzeuger. Er hält 350 Sauen, verkauft 28 Ferkel pro Sau und Jahr und baut bis auf die Triticale das gleiche wie der Mäster an. Hinsichtlich des Ertragsniveaus und des Phosphorentzuges gelten die gleichen Annahmen wie beim Mäster.

Die Übersichten zeigen: Vor der Novelle der Düngeverordnung 2017 musste der Mäster 37 kg N/ha, sprich 530 m³ Gülle, der Sauenhalter 45 kg N pro ha und damit 370 m³ Gülle abgeben, um einen zu hohen Phosphor-Überschuss nach Nährstoffvergleich zu vermeiden. Mineralisch düngen durften beide reichlich mit bis zu 88 kg bzw. 97 kg/ha Stickstoff.

Die Düngeverordnung 2017 gibt höhere Ausscheidewerte vor und gleichzeitig nicht mehr 30%, sondern nur noch 20% Stall- und Lagerverluste. Zudem sinkt der erlaubte Überschuss von 60 auf 50 kg N/ha und von 20 auf 10 kg P/ha. Füttert der Mäster weiter N/P-reduziert, muss er jetzt deutlich mehr Gülle abgeben, um nicht die 170 kg N/ha aus Gülle zu übersteigen. Die 945 m³ exportierte Gülle entlasten die Stickstoffbilanz um 65 kg N/ha. Daher kann er noch bis zu 66 kg N/ha mineralisch düngen und theoretisch Phosphor zufügen oder die hohe Versorgung seiner Böden mit Phosphor reduzieren.

Deutlich günstiger wäre es, wenn er seine Fütterung von N/P- auf stark N/P-reduziert umstellt. Denn durch die Fütterungsumstellung muss er sein Stickstoffkonto nur noch um 43 kg N pro ha entlasten, um die Grenze von 170 kg N/ha aus Gülle einzuhalten. Somit reichen 630 statt der 945 m³ Gülleexport. Dem Ferkelerzeuger ergeht es ähnlich: Füttert er wie gewohnt, muss er 570 m³ Gülle abgeben, ist dann immer noch an der Phosphorgrenze und kann mit maximal 61 kg N/ha deutlich weniger mineralisch düngen als zuvor. Stellt er seine Fütterung auf stark N/P-reduziert um, reichen 480 m³ Gülleexport.

Verschärfung ab April 2020

Im nächsten Jahr sind weitere Änderungen der Düngeverordnung geplant. Voraussichtlich fällt der Nährstoffvergleich samt der erlaubten N- und P-Überschüsse weg. Stattdessen müssen alle Betriebe dann so düngen, dass sie den nach Düngebedarfsermittlung errechneten N- und P-Bedarf nicht überschreiten. Damit ändert sich die Betrachtungsweise: Es zählen nicht länger die Nährstoffe, die unter...


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