So kommt der Behälter an den Feldrand Plus

Immer mehr Landwirte wollen ihren Güllebehälter direkt am Feld bauen. Wir erklären, was Sie bei der Genehmigung beachten müssen und stellen drei Beispiele vor.

Viehlose Betriebe wollen Güllebehälter am liebsten außerhalb der Hofstelle direkt am Feld bauen. Die Vorteile liegen auf der Hand:

  • Das Güllelager steht quasi mitten im „Ausbringungsgebiet“. Dadurch vermeiden die aufnehmenden Betriebe lange Anfahrtswege.
  • Die Betriebe können die Gülle im Winter in den Behälter fahren. Dann entstehen keine Arbeitsspitzen.
  • Wenn die Pflanzen im Frühjahr den Dünger benötigen, ist die Gülle schon unmittelbar am Feld.
  • Die Gülle muss nicht mehr mit großen und schweren Transportfässern auf den Acker gefahren werden. Die Landwirte können den Transport- und die Ausbringtechnik entkoppeln. Das ist deutlich bodenschonender.

Wenn Sie einen Güllebehälter bauen wollen, brauchen Sie dafür eine Genehmigung. „Überschreiten Sie eine Lagerkapazität von 6500 m³, benötigen Sie sogar eine immissionsschutzrechtliche Genehmigung“, sagen die Rechtsanwälte Lisa Paar und Marvin Lückmann von der Anwaltskanzlei Wolter Hoppenberg.

Unabhängig von der Größe verlangt das Bauamt eine baurechtliche Privilegierung, da Sie den Behälter im Außenbereich bauen. „Neben den üblichen Bauantragsunterlagen (Zeichnungen, Baubeschreibungen, Berechnungen etc.) fordern die Behörden für Baumaßnahmen im Außenbereich noch weitere Unterlagen“, berichtet Martin Seeßelberg, Fachbereichsleiter für den Agrar- und Spezialbau bei der Niedersächsischen Landgesellschaft. Je nach Fall kann es wenige Wochen, aber auch mehrere Monate dauern, bis Sie die Genehmigung auf dem Tisch haben. Folgende Punkte müssen Sie beachten:

1. Landwirtschaftlicher Betrieb

Weisen Sie nach, dass Sie einen landwirtschaftlichen Betrieb führen. „Der Betrieb muss auf Dauer angelegt sein und auch die Voraussetzungen für eine dauerhafte Bewirtschaftung besitzen“, so Rechtsanwältin Paar. Dabei spielt es keine Rolle, ob Ihr Betrieb ein Haupt- oder ein Nebenerwerbsbetrieb ist. „Als Nachweis für Ihre Landwirtschaft reichen Sie im Bauantrag eine landwirtschaftliche Betriebsbeschreibung mit ein. Die Angaben prüft die Genehmigungsbehörde dann oft mithilfe der zu beteiligenden Landwirtschaftskammer bzw. des Amtes“, erklärt Seeßelberg.

2. Dienende Funktion

Der Güllebehälter muss Ihrem landwirtschaftlichen Betrieb dienen. „Erklären Sie dem Bauamt, warum der Güllebehälter Ihnen den Betriebsalltag erheblich erleichtert und Sie diesen unbedingt brauchen“, rät Marvin Lückmann. Die Begründung muss hieb- und stichfest sein. Denn gerade wenn Ackerbauern einen Behälter bauen wollen, ist diese dienende Funktion oft die größte Hürde bei den Bauämtern. Wichtig ist daher, dass Sie als Betriebsinhaber der Antragsteller sind. Vor allem bei Gesellschaften muss das sauber geklärt sein.

Weiterhin muss der Güllebehälter von der Größe her zu der bewirtschafteten Fläche Ihres Betriebes passen. An fremder Gülle dürfen Sie dann nur...


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