So retten Sie Ihre Pauschalierung

Die Bundesregierung verschärft die Spielregeln für die Pauschalierung. Wer nicht per Gesetz in die Regelbesteuerung gedrückt werden will, muss jetzt handeln.

E s ist ein Paukenschlag mit Ansage: Landwirte, die mehr als 600000 € Umsatz pro Wirtschaftsjahr erzielen, dürfen ab dem 1.1.2022 nicht mehr pauschalieren. Außerdem will die Bundesregierung den Pauschalierungssatz jedes Jahr neu auf den Prüfstand stellen und bei Bedarf nachschärfen. Derzeit liegt dieser bei 10,7%.

Dass die Große Koalition eine neue Stopplinie zieht, kommt nicht überraschend. Brüssel kritisiert seit Jahren, dass sich in Deutschland zu viele Betriebe mit der pauschalen Methode der regulären Besteuerung entziehen. Aktuell sind es 65%. Dabei sei die Pauschalierung lediglich für kleinere Betriebe gedacht, um diesen den Aufwand bei einer Regelbesteuerung zu ersparen.

Mittlerweile hat die EU Deutschland sogar vor dem Europäischen Gerichtshof verklagt. Quasi in letzter Minute versucht die Regierung mit den neuen Regeln die EU milde zu stimmen, um so einem Showdown vor dem Kadi aus dem Weg zu gehen. Und hinter vorgehaltener Hand heißt es in Berlin, dass ihr das mit dem Schritt gelingen könne – auch wenn es bislang noch keine Reaktion aus Brüssel gibt.

Für die betroffenen Betriebe ergeben sich – unabhängig vom politischen Hick-Hack – konkrete Fragen und Herausforderungen. Auf den nächsten Seiten haben wir daher alles zusammengetragen, was Sie jetzt wissen müssen.

Betroffene

Wie viele Betriebe sind betroffen?

Antwort: Ca. 20000 Landwirte kommen Jahr für Jahr auf einen Umsatz von mehr als 600000 € (netto). Jeder zweite aus dieser Gruppe versteuert seine Umsätze schon mit den Regelsätzen (19% bzw. 7%). Der neue Grenzverlauf wird somit rein rechnerisch für 10000 Betriebe zu einer Herausforderung.

Umsatz

Was zählt zum Umsatz?

Antwort: Umsatz ist die Summe aller Einnahmen aus Ihren Verkäufen und Dienstleistungen (Erlöse). Für die 600000-€-Grenze ist der Gesamtumsatz jeweils aus dem vorangegangenen Kalenderjahr entscheidend. Da die Neuregelung ab dem 1.1.2022 gilt, kommt es bereits auf die Höhe der Umsätze aus dem Jahr 2021 an. Wichtig:

  • Es zählt der Nettoumsatz. Die Umsatzsteuer in Höhe von 10,7% bleibt daher außen vor.
  • In die Berechnung fließen auch Erlöse ein, die Sie außerhalb Ihres Betriebes erzielen. Dazu zählen zum Beispiel...

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