Steuerbescheide: Bestehen Sie auf Ihr Recht! Premium

Steuerbescheide sind oft falsch. Wann sich ein Einspruch lohnt und wie Sie dabei vorgehen müssen, haben wir Steuerberater Arne Suhr aus Bremervörde gefragt.

Wie lange hat das Finanzamt für die Bearbeitung einer Steuererklärung Zeit?

Suhr: Grundsätzlich gibt es dafür keine gesetzliche Vorgabe. Die Bearbeitung kann je nach Abgabezeitpunkt und durch Urlaub oder Krankheit des Bearbeiters einige Wochen bis Monate dauern. Wenn Sie länger als 12 Wochen auf den Bescheid warten müssen, sollten Sie ggf. beim Finanzamt nachfragen.

Steuerbescheide falle nicht immer positiv aus. Wie kann ich dann reagieren?

Suhr: Soweit der Steuerbescheid von der abgegebenen Steuererklärung abweicht, ist das Finanzamt verpflichtet, die Gründe dafür im Steuerbescheid zu benennen. Soweit für Sie die Argumentation des Finanzamtes nicht nachvollziehbar ist oder von der Rechtsprechung abweicht, können Sie in jedem Fall Einspruch einlegen.

Prüft meine Buchstelle oder der Steuerberater den Bescheid automatisch?

Suhr: Grundsätzlich ist die Prüfung des Bescheides ein eigenständiger Auftrag, der auch gesondert durch den Steuerberater abgerechnet werden kann. Ich empfehle immer, dem Steuerberater eine Empfangsvollmacht für die Steuerbescheide zu erteilen verbunden mit einer Prüfung der eingehenden Bescheide. Damit verpassen Sie dann auch keine Fristen. Passiert das doch, können Sie Ihren Steuerberater dafür haftbar machen.

Worauf sollte ich beim Prüfen des Bescheides besonders achten?

Suhr: Es gibt verschiedene Fehlerquellen. Überprüfen sollten Sie, ob alle Einträge aus Ihrer Steuererklärung im endgültigen Bescheid richtig übernommen wurden. Zahlendreher kommen leider immer wieder mal vor.

Lohnt sich ein Einspruch?

Suhr: Das Bundesfinanzministerium führt eine Statistik. Danach sind in etwa zwei von drei Einsprüchen erfolgreich.

Wie kann ich Einspruch erheben?

Suhr: Sie müssen Ihrem Finanzamt Ihren Einspruch per Post, E-Mail oder Fax zukommen lassen. Darüber hinaus können Sie Ihren Einspruch mündlich vortragen, die Angestellten werden Ihren Einspruch dann notieren und Sie müssen das Papier unterzeichnen.

Wie viel Zeit habe ich für einen Einspruch?

Suhr: Einen Monat nach Zustellung des Steuerbescheides. Als „zugegangen“ gilt der Steuerbescheid dabei drei Tage nach dem Datum des Bescheides. Fällt das Ende der Frist auf das Wochenende (Sonnabend oder Sonntag) oder einen Feiertag, endet die Frist am folgenden Werktag.

Muss ich den Einspruch unterschreiben und als Einspruch kennzeichnen?

Suhr: Nicht zwingend. Es muss sich aber aus dem Inhalt des Schreibens ergeben, welcher Steuerpflichtige bei welchem Bescheid (z.B. Einkommensteuererklärung 2016, Bescheid vom …) „Änderungswünsche“ hat.

Ist ein Einspruch kostenpflichtig?

Suhr:...

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