„Unsere Perspektiven in Südbaden sind gut“ Premium

Wetterschäden, höhere Auflagen und wegfallende Fördergelder setzen der südbadischen Landwirtschaft zu. Welche Chancen haben die Bauern dort? Südplus sprach darüber mit BLHV-Präsident Werner Räpple. Herr Räpple, Sie steuern den Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverband (BLHV) nun seit fast 15 Jahren und hatten es bereits mit mehreren Landesregierungen zu tun. Unter welcher hatten es die Bauern bisher am schwersten? Werner Räpple: Wir sind als Verband dazu angehalten, so gut es geht mit jeder Landesregierung zusammenzuarbeiten und versuchen dort immer zu erreichen, was möglich ist. Schließlich ist die jeweilige Regierung gewählt. Sicherlich ist es aber so, dass unsere Anliegen bei der einen oder anderen Regierung besser aufgehoben sind. So haben wir den Wechsel zu Grün anfangs schon mit Sorge betrachtet. Aber auch die Grünen zeigten für viele unserer Themen offene Ohren. Wie ordnen Sie die aktuelle Landesregierung ein? Räpple: Mit Peter Hauk haben wir einen sachkompetenten Minister, der auch die spezifisch süddeutschen Belange sehr gut kennt und sie auf Bundesebene und gegenüber der EU entsprechend vertreten kann. Mit unseren familiär geprägten Betriebsstrukturen fühlen wir uns hier gut aufgehoben. Trotz Ihres Engagements fallen in Südbaden durch die EU-Neuabgrenzung der benachteiligten Gebiete über 100 Gemarkungen aus der Gebietskulisse heraus. Wie hoch sind die Verluste? Räpple: Die meisten Betriebe bei uns bewirtschaften zwischen 25 und 40ha Grünland und verlieren daher zwischen 1125 und 1800€/Betrieb. Immerhin konnten wir durchsetzen, dass die Gemarkung und nicht die Gemeindegrenze für die neue Gebietskulisse herangezogen wird und dass dort nur 60% der Kriterien statt 66% erfüllt sein müssen. Sonst hätten wir noch massivere Veränderungen. Aber klar: Für Betriebe, die komplett rausfallen, aber trotzdem noch Hanglagen bewirtschaften sollen, ist der Wegfall der Ausgleichszulage hart. Welche Chance sehen Sie, dass diese Gemarkungen im Rahmen der dritten Stufe des Verfahrens zum Zuge kommen? Räpple: Wir haben vom Land die Zusage, dass die Neuabgrenzung erst 2019 kommt und in diesem Jahr eine weitere Abgrenzung von Gebieten nach der dritten Stufe geprüft werden soll. Wir hoffen, dass dabei für diese Hangfußlagen Kriterien gefunden werden, um sie wieder in die Kulisse aufnehmen zu können. Das wäre auch langfristig für die EU-Agrarpolitik wichtig: Denn vor allem die Förderung schwer zu bewirtschaftender Regionen lässt sich nachhaltig begründen. Das große Problem dabei wird sein, Kriterien zu finden, die auf das ganze Land anwendbar sind, und dass zusätzliche Mittel gebraucht werden ... Räpple: Ja, denn die Verkleinerung der Gebietskulisse auf der einen Seite und die neue Ausgleichszulage für Ackerflächen auf der anderen Seite sind – finanziell betrachtet – ein Nullsummenspiel. Uns ist dabei wichtig, dass das Geld für das Ackerland nicht zulasten des Grünlandes geht und dort die Zulagen gekürzt werden. Derzeit sieht es so aus, als ob wir damit durchkommen. Ist die Tierprämie in den Berggebieten ...

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