Kooperationen

Was, wenn es mal kracht?

Niemand streitet gern. Und wenn daran eine Betriebsgemeinschaft zerbricht, kostet das nicht nur Nerven, sondern auch Geld. Wir haben einige Tipps zusammengestellt, wie Sie Konflikten vorbeugen.

Jetzt hat der Kollege den Mähdrescher wieder zu gestaubt und mit leerem Tank abgestellt.“ Oder: „An den Wochenenden nimmt sich der Kooperationspartner regelmäßig öfter frei als Ich!“ Es gibt vielfältige Gründe, warum eine betriebliche Zusammenarbeit scheitern kann. Manche Trennung wäre dabei vermeidbar gewesen, wenn man rechtzeitig über Unstimmigkeiten gesprochen hätte.

Im Normalfall bietet die Kooperation zwischen landwirtschaftlichen Unternehmern zwar eine gute Voraussetzung, die wirtschaftliche Position der Betriebe zu stärken und die soziale Situation der Beteiligten zu verbessern. Damit es aber nicht zu bösen Überraschungen kommt gilt: Beachten Sie von Anfang an potenzielle Konfliktherde und besprechen Sie diese mit ihrem Partner. Frühzeitige Kommunikation ist das A und O. Damit tun sich alle Seiten einen Gefallen. In Teil 2 unserer top agrar-Serie zu Kooperationen in der Landwirtschaft dreht sich daher alles um das zwischenmenschliche Miteinander und wie man Konflikten vorbeugen kann.

Grundsätzlich muss man bei Kooperationen in der Landwirtschaft zwischen zwei Typen von Zusammenschlüssen unterscheiden:

  • Kooperationen von Betrieben, bei denen Inhaber einem außerlandwirtschaftlichen Beruf nachgehen. Den Betrieb führt in diesem Fall ein Gesellschafter oder ein angestellter Verwalter. Hier gibt es geringeres Konfliktpotenzial, solang auf allen Seiten das Ver-trauen da ist, dass alle das Beste für den gemeinsamen Betrieb im Sinn haben. Eine Gefahr bleibt aber, dass einzelne nicht mitarbeitende Gesellschafter die Gemeinschaft nur als Investition sehen und kein wirkliches Gemeinschaftsgefühl für das Unternehmen entsteht. Dazu muss auch Einigkeit über eine akzeptable Gewinnverteilung und deren regelmäßige Fortschreibung herrschen.7

  • Kooperationen, in denen zwei oder mehr Unternehmer als Gesellschafter aktiv mitarbeiten. Diese bergen wesentlich größeres Konfliktpotenzial. Hier sind nicht nur wirtschaftliche Interessen zu berücksichtigen. Auch persönliche Befindlichkeiten, unterschiedliche Charaktere, sowie fachliche und intellektuelle Fähigkeiten können für Ungemach sorgen. Nachfolgend führen wir einige wichtige Ansätze für eine konfliktfreiere Zusammenarbeit auf.8

An die Zukunft denken

Oft entscheiden sich Landwirte für eine Kooperation aus der aktuellen Situation der Betriebe und Familien heraus, ohne die langfristigen Ziele der Zusammenarbeit intensiv zu diskutieren, zu formulieren und möglichst sogar schriftlich festzuhalten. Wenn dies unterbleibt, stellt sich hinterher oft heraus, dass die Beteiligten von sehr unterschiedlichen Vorstellungen ausgegangen sind. Dies kann später zu Unzufriedenheit und zum Scheitern der Kooperation führen. Für die Planung gilt daher: Setzen Sie sich mit Ihren Partnern und am besten mit einem Betriebsberater zusammen und formulieren Sie gründlich die gemeinsamen Ziele.

Die wirtschaftlichen Vorteile von Kooperationen überschätzen die Beteiligten häufig. Einen echten...