Weiter auf Raps setzen? Premium

Der Raps hat schwierige Jahre hinter sich. Wir analysieren, ob Raps im Vergleich zu anderen Früchten rentabel bleibt und welche Rapsfruchtfolge sich rechnet.

Die letzten Jahre waren für die Rapsanbauer ein Trauerspiel: Erträge um die 30 t/ha und Preise, die auf dem Niveau von 37 €/dt stagnierten. Durch die Dürre 2018 lief nur ein Teil der Saat auf, sodass die deutschen Landwirte in diesem Jahr 28% weniger Raps angebaut haben. Viele stellen sich daher die Frage, ob Raps in Zeiten von Extremwetter, Schädlingsresistenzen und begrenzter Stickstoff- (N) Düngung langfristig rentabel bleibt.

Andrea Ziesemer von der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern (LFA MV) hat für uns nachgerechnet. Am Beispiel der Hochburg des Rapsanbaus, Mecklenburg-Vorpommern, zeigt sie, wo der Raps im Vergleich zu Weizen und Gerste liegt und welche Rapsfruchtfolgen sich lohnen.

Schlechte Erträge, stagnierende Preise

Im Vergleich zu den Mähdruschfrüchten Weizen und Gerste fährt Raps über die letzten Jahre die zweithöchste Direktkostenfreie Leistung (DkfL) ein (siehe Übers. 1). Im Erntejahr 2012 kam die DkfL noch auf 1394 €/ha. Neben den guten Erträgen lag das an den hohen Rapspreisen, die im Herbst 2012 um die 50 €/dt betrugen. Seitdem sank die Wirtschaftlichkeit, erreichte 2016 mit 498 €/ha den Tiefpunkt, bevor sie dann 2018 auf 715 €/ha kletterte. In den Jahren 2012 bis 2015 ernteten Mecklenburgs Landwirte im Schnitt 40 dt/ha Raps. Danach sanken die Erträge auf 27 bis 31 dt/ha. Hauptgründe waren der fruchtfolgebedingte Schädlings- und Krankheitsdruck sowie das Extremwetter: 2016/17 war es zu nass, 2018 viel zu trocken.

Die Rapspreise verharrten in den letzten fünf Jahren auf einem Niveau um die 37 €/dt. Trotz der schlechten Ernte und des daher knappen Angebots sind sie nicht bedeutend gestiegen. Die Direktkosten beim Rapsanbau (Saatgut, Düngung, Pflanzenschutz und Trocknung) lagen im Mittel der letzten sechs Jahre bei 514 €/ha. Mit 50% haben die Düngungskosten den höchsten Anteil, gefolgt von den Pflanzenschutzkosten mit mehr als einem Drittel.

Aber auch an Weizen und Gerste sind die letzten drei Jahre mit den Klimaextremen nicht spurlos vorbeigegangen. Die Erträge sanken, sodass die DkfL deutlich unter das Niveau der Vorjahre sackte. Winterweizen war dem Winterraps in fast allen Jahren wirtschaftlich überlegen (siehe Übersicht 1). Wintergerste landete hinter dem Raps.

Rapsfruchtfolgen im Vergleich

Winterweizen erreicht deutlich bessere Erträge, wenn vorher Raps auf dem Feld stand. So hat der Rapsweizen im Schnitt einen Vorfruchtwert von 181 €/ha im Vergleich zum Stoppelweizen. An diesen Wert kommt keine andere Vorfrucht. Deswegen setzen die Ackerbauern mit besseren Böden in Mecklenburg vor allem auf Weizen und Raps. Diese machen mit 39% und 24% fast zwei Drittel der angebauten Feldfrüchte aus. Fruchtfolgen mit einem Rapsanteil bis zu 33% waren bisher ...

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Artikel geschrieben von

Maike Schulze Harling

Redakteurin Betriebsleitung

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