Wie digital sind wir?

Digitale Lösungen bieten Chancen, aber nicht alle sind praxisreif oder wirtschaftlich. Vor allem hakt der Netzausbau auf dem Land und es gibt Fragen beim Datenschutz, war Fazit unserer Veranstaltung.

Zwar haben mittlerweile rund 75% der Haushalte in der Stadt einen Gigabit Anschluss. Aber auf dem Land sind es nur 16,7%.“ Mit diesen Worten eröffnete Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner die Landwirtschaft im Dialog-Veranstaltung zum Thema „Digitalisierte Landwirtschaft zwischen Wunsch und Wirklichkeit“. Sie forderte massive Investitionen in die Netze auf dem Land. Die Ministerin hält die deutschen Landwirte für Digitalpioniere. Sie sieht aber die Industrie in der Pflicht, Systeme mit herstellerunabhängigen Schnittstellen zu schaffen. „Wir brauchen einheitliche Datenformate sowie einfachen und kostenfreien Zugang zu öffentlich verfügbaren Daten bspw. zur Bodengüte oder dem Wetter“, forderte die Ministerin. Deshalb will sie eine einheitliche Informations-, Melde- und Antragsplattform für die Landwirtschaft in Deutschland aufbauen.

Das bestätigte auch Staatsministerin Dorothee Bär, die für die Digitalisierung in der Bundesregierung zuständig ist. Es gebe bis zu 5000 digital unterversorgte Räume, die dringend gefördert werden müssten. Auch sie war der Meinung, dass das Potenzial der in der Landwirtschaft erhobenen Daten überhaupt noch nicht ausgeschöpft werde.

Kein Anschluss auf dem Land

Katharina Leyschulte, Milchviehhalterin aus dem nördlichen Münsterland, berichtete aus eigener Erfahrung. Auf ihrem Betrieb gebe es weder eine leistungsfähige Internetanbindung noch Mobilfunk. Der Netzausbau ließe mindestens noch bis 2023 auf sich warten: „Die Leerrohre liegen, aber ich glaube den Versprechen erst, wenn es wirklich läuft.“ Aktuell hake es zusätzlich bei der Baugenehmigung für einen Mobilfunkmast in unmittelbarer Nähe.

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