Auf Bio Umstellen?

Wie gelingt der Bioackerbau? Plus

Für den biologischen Ackerbau gibt es Grundregeln, die es für den eigenen Standort weiterzuentwickeln gilt.

Bioackerbau ist etwas für Überzeugungstäter: Nur wer sich dafür begeistern kann, hartnäckig an der Bodenfruchtbarkeit zu arbeiten und auf Rückschläge gelassen mit neuen Ideen zu reagieren, wird gute Erträge auf dem Acker erzielen.

Dabei muss man vorausschauend und langfristig arbeiten, denn kurzfristige Reparaturmaßnahmen gibt es kaum. Startplattform für eigene Versuche sind die „Grundpfeiler“ des Ökolandbaus. Wir haben uns in der Praxis umgehört, welche das sind.

Bodenfruchtbarkeit

Der Anbauerfolg hängt neben dem Klima vor allem von einem optimal fruchtbaren Boden ab: Er muss Nährstoffe, insbesondere Stickstoff, verlustarm aufnehmen, speichern und in der Vegetationsperiode durch Mineralisation bedarfsgerecht freisetzen. Zusätzlich ist viel Wasserspeicherfähigkeit und eine gute Struktur gefragt, auch um für Hacken- und Striegeleinsatz krümelfähig zu sein. Um das zu erreichen, ziehen Biolandwirte alle Register: Von der Humusanreicherung über spezielle Zwischenfrüchte, Steigerung der biologischen Aktivität bis hin zum gezielten Aufbau der Bodenstruktur.

Nährstoffkreisläufe

Ursprünglich gehörten zum biologischen Landbau immer auch Tiere für den eigenen Nährstoffkreislauf zum Betrieb. Heute tolerieren die Bio-Verbände auch reine Ackerbaubetriebe, die mit Tierhaltern kooperieren. Für sie ist die ständige Herausforderung: Wie bekomme ich den Nährstoffkreislauf in Gang? Um Stickstoff im Boden anzureichern, müssen sich auch reine Ackerbauern an den Futterbau z.B. mit Kleegras gewöhnen. Die Phosphor-Düngung ist im Ökoanbau fast nur über Wirtschaftsdünger möglich. Die sogenannten Futter-Mist-Kooperationen sind daher sehr verbreitet: Vom reinen Futter-gegen-Mist-Tausch unter Nachbarn bis hin zum Biohühnertrockenkot-Transfer aus Weser-Ems gegen Biogetreide von Betrieben aus Sachsen-Anhalt. Auch stellen Ackerbaubetriebe Tierhaltern langfristig Flächen für Stallbauten zur Verfügung.

Düngereinsatz

Mineralische Dünger wie AHL, KAS, Harnstoff, wasserlösliche Phosphate oder Kalidünger in Chloridform sind tabu. Um Nährstofflücken zu schließen, sind beispielsweise Patentkali, Kalisulfat, Kieserit, Kainit, Rohphosphat, Naturgips, Spurenelementdünger, Kalkmergel oder Carbokalk erlaubt.

„Vor allem die mineralische Phosphatdüngung ist schwierig, denn es sind nur Rohphosphate zugelassen, die kaum wirken,“ erklärt Berater Alexander Watzka vom Bioland Erzeugerring Bayern e.V.. Gängig ist die Düngung mit Schwefel. „Biohandelsdünger wie Hornmehl, Haarmehlpellets oder PPL sind mit rund 5 €/kg N relativ teuer und nur selten eine wirkliche Option,“ so Berater Watzka.

Den Stickstoff- und Phosphorbedarf decken meist Leguminosen und organische Dünger. Was an Düngern von anderen Betrieben zulässig ist, hängt vor allem vom Verband ab. Relativ weitgehend sind die Bestimmungen für EU-Biobetriebe: Sie dürfen alle konventionellen Wirtschaftsdünger einsetzen, die nicht aus „industrieller Tierhaltung“ stammen. Als industriell bezeichnet werden dabei beispielsweise Dünger aus Betrieben mit über 2,5 GV/ha,...

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