„Wir müssen reden“ Plus

Der neue Nabu-Präsident Jörg-Andreas Krüger gibt sich landwirtschaftsnah und will einen Neuanfang im Dialog zwischen Naturschutz und Landwirtschaft. Rote Linien zieht er beim Pflanzenschutz in Schutzgebieten.

Welchen Stellenwert räumen Sie als neuer Nabu-Präsident der Landwirtschaft ein?

Krüger: Ich stamme aus dem Landkreis Oldenburg aus einer Familie, in der die Hälfte aus der Landwirtschaft kommt. Ich habe immer schon eine enge Beziehung zur Landwirtschaft. Die Landnutzung ist der Bereich, in dem wir für den Umweltzustand und die Artenvielfalt in Deutschland am meisten erreichen können. Denn die Land- und Forstwirtschaft bewirtschaftet mehr als 80% der Fläche. Da müssen wir aktiv werden. Ich werde versuchen, das noch weiter auszubauen.

Wie wollen Sie die Gräben zwischen Naturschützern und Landwirten überwinden?

Krüger: Das geht nur im Dialog. Wir sollten uns nicht gegenseitig nur mit Flyern oder Studien überziehen. Wir müssen reden und brauchen jetzt den Aufbau von mehr Vertrauen. Es geht nicht darum, sich gegenseitig zu besiegen. Wir müssen Wege finden, wie wir – Landwirte und Naturschützer – aufeinander zugehen.

Wie blicken Sie aktuell auf die Landwirtschaft und ihre Bemühungen um den Naturschutz?

Krüger: Für mich gibt es nicht die eine Landwirtschaft. Ich weiß, dass in manchen Teilen viel gemacht wird und es großes Engagement gibt, boden- und gewässerschonend zu wirtschaften und Naturschutz zu ermöglichen. Aber wir haben auch immer noch Gruppen von Landwirten, an denen solche Bemühungen total vorbeigehen.

Wie quantifizieren Sie die?

Krüger: Bei weltmarktorientierten Betrieben auf den guten Standorten oder in der Veredelungswirtschaft ist die Markt- und Exportorientierung teils so stark geworden, dass sie sich von den ökologischen Grenzen ihrer Standorte weitgehend verabschiedet haben. Dazu zählen sicher 25% der Betriebe. Und diese prägen entscheidend das öffentliche Bild der Landwirtschaft.

Wer sind Ihre Ansprechpartner in der Landwirtschaft?

Krüger: Natürlich gibt es Gespräche mit dem Deutschen Bauernverband. Er ist nach wie vor die große landwirtschaftliche Vereinigung. Aber ich spreche natürlich auch mit den Bioverbänden und anderen landwirtschaftlichen Gruppen. Wichtig ist mir vor allem der Dialog auf regionaler...


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