Bodenmarkt

Möbelkonzern Steinhoff verliert Prozess

Die Arbeitsgemeinschaft Bäuerliche Landwirtschaft hat einen Prozess gegen den Möbelgiganten Steinhoff gewonnen. Mittlerweile gibt es neue Vorwürfe, die Steinhoff zum Verhängnis werden könnten. Stehen schon bald Tausende Hektar zum Verkauf?

Die Arbeitsgemeinschaft Bäuerliche Landwirtschaft darf weiter darüber berichten, dass sich die Krise des Möbelkonzerns Steinhoff möglicherweise auch auf den landwirtschaftlichen Bodenmarkt in Deutschland auswirkt. Das hat das Landgericht Berlin jetzt entschieden. Der Konzern hatte versucht, mit einer Unterlassungserklärung die Abl daran zu hindern.

20.000 ha in Familienhand

Auch top agrar hat vor rund einem Jahr über die finanziellen Probleme des Unternehmens wegen eines Bilanzskandales berichtet. Was in der Börsenwelt hohe Wellen schlug, ließ auch in der Agrarszene die Spekulationen ins Kraut schießen. Denn Steinhoff hat nicht nur ein Möbelimperium aufgebaut, sondern sein Vermögen auch in zahlreiche landwirtschaftliche Betriebe und Biogasanlagen investiert. Insgesamt bewirtschaftet die Holding rund 20.000 ha.

Nicht wenige befürchteten: Sollte der Möbelkonzern zusammenbrechen, könnten auch Tausende Hektar zum Verkauf stehen.

Fest steht, die Betriebe gehören nicht zum Vermögen des Konzerns, sondern zu einer Familienholding mit Sitz in Westerstede, Niedersachsen. Als Gesellschafter listet die Creditreform Bruno Steinhoff, seine beiden Töchter Angela und Christine sowie zwei Stiftungen der Familie auf. Außerdem ist die Steinhoff Familienholding ein rechtlich eigenständiges Unternehmen und nicht Teil der internationalen Holding.

Neu Vorwürfe

Die Familie Steinhoff hält aber offensichtlich nach wie vor Anteile an dem Möbelgiganten. Außerdem will das Wirtschaftsmagazin "Financial Mail" herausgefunden haben, dass sich sowohl der Ex-Chef Markus Jooste als auch die Familie Steinhoff an den Aktionären bereichert haben sollen. Dazu hätten diese ein Netzwerk von Offshore-Firmen aufgebaut und Geld umgeleitet. Auf die Schliche ist das Magazin den Steinhoffs nach eigenen Angaben durch eine Auswertung der Datenbank "Panama Leaks" gekommen. Die Staatsanwaltschaft Oldenburg prüft nun, ob sie ihre Ermittlungen ausgeweitet. Die Oldenburger sind für den Bilanzskandal zuständig, weil von dort Steinhoff sein Europageschäft steuerte.

Bei einer Insolvenz müsste die Gründerfamilie somit ggf. empfindliche Verluste verbuchen. Sollten sich die Vorwürfe sogar bewahrheiten, könnten Schadenersatzforderungen auf sie zukommen. Ob dann auch die Flächen zu Verkauf stehen, lässt sich derzeit nicht absehen.

"Die AbL wird auch weiterhin beharrlich gegen den Ausverkauf von landwirtschaftlichen Flächen an außerlandwirtschaftliche Investoren kämpfen und solche Fälle auch öffentlich kennzeichnen und kritisieren“, so der AbL-Geschäftsführer Georg Janßen.

Erste Ernteeinschätzung für Sachsen-Anhalt

Meldung verpasst? Wir verhindern, dass Sie nicht mitreden können. Tragen Sie sich jetzt für unseren Newsletter ein und wir benachrichtigen Sie über alle wichtigen Ereignisse rund um die Landwirtschaft.


Diskussionen zum Artikel

Kommentar schreiben

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich einloggen um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen