1000 Landwirte bei „WIR machen EUCH satt“

In Berlin haben heute über 1.000 Landwirte aus ganz Deutschland bei dem Flashmob „Wir machen Euch satt“ gegen eine Verunglimpfung der Landwirtschaft demonstriert. Die Aktion sollte ein Gegengewicht zu der am Mittag startenden „Wir haben es satt“-Demo sein, die die Fortschritte und Leistungen der Branche massiv abwertet

In Berlin haben heute über 1.000 Landwirte aus ganz Deutschland bei dem Flashmob „Wir machen Euch satt“ gegen eine Verunglimpfung der Landwirtschaft demonstriert. Die Aktion sollte ein Gegengewicht zu der am Mittag startenden „Wir haben es satt“-Demo sein, die die Fortschritte und Leistungen der Branche massiv abwertet.

Nach einer Begrüßung durch die drei Initiatoren Nadine Henke, Kathrin Seeger und Marcus Holtkötter wurde der Farmer Style getanzt. Dann haben verschiedene Landwirte eine kurze Ansprache gehalten.

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„Landwirte aus großen und aus kleinen, aus konventionell und aus ökologisch wirtschaftenden Betrieben demonstrieren bei „Wir machen Euch satt“ gemeinsam für ein zeitgemäßes, modernes Bild der Landwirtschaft“, erklärten die Organisatoren gegenüber top agrar online. „Über die Landwirte und die Landwirtschaft wird in der Öffentlichkeit oft eine diffuse Diskussion geführt. Durch den Strukturwandel der vergangenen Jahrzehnte sind die in der Landwirtschaft tätigen Menschen eine gesellschaftliche Minderheit geworden. Deshalb, und auch weil die Zahl der Menschen die in Städten leben, zunimmt, ist der Bezug vieler Menschen zur Landwirtschaft verloren gegangen und auch das Verständnis für die wirtschaftlichen Zusammenhänge und Zwänge, denen auch die Landwirte unterworfen sind“, so Henke, Seeger und Holtkötter.
 
In Teilen der Bevölkerung werde die rasante, moderne Entwicklung der Landwirtschaft als besorgniserregend wahrgenommen. Von den Medien würden überwiegend die Problembereiche thematisiert und fast täglich über neue sogenannte „Skandale“ berichtet. „Jetzt halten motivierte Landwirte dagegen. Mit ihrer Aktion „Wir machen Euch satt“ wollen sie darstellen: Landwirte sind eine wichtige Berufsgruppe der Gesellschaft. Sie sind überwiegend sehr gut ausgebildet. Der gesamtwirtschaftliche Erfolg und die Bedeutung der Landwirtschaft ist enorm, vor allem, wenn die vor- und nachgelagerten Bereiche der Nahrungsmittelwirtschaft mit einbezogen werden.“
 
Laut den Initiatoren der Gegendemo sorgt die moderne, leistungsfähige und standortangepasste Landwirtschaft dafür, dass trotz steigender Weltbevölkerung immer weniger Menschen Hunger leiden und dass Lebensmittel heute so sicher und so allgemein verfügbar sind wie niemals zuvor. „Dank des Fleißes und Können der Landwirte ist Hunger immer weniger ein Problem der verfügbaren Menge als vielmehr ein Problem der ungerechten Verteilung. Natürlich ist den Landwirten bewusst, dass es auch in ihrer Berufsgruppe schwarze Schafe gibt. Aber nicht mehr und nicht weniger als in anderen Berufsgruppen auch. Allerdings werden diese nicht zu tolerierenden, teils kriminellen Machenschaften medial immer wieder so dargestellt, als wäre dies der Normalfall.“
 
Die motivierten, modernen Landwirte möchten mit dieser Aktion zum Dialog mit den Mitbürgern aufrufen. Konfrontationen lösen keine Probleme, sondern schaffen nur neue, sind sich die Organisatoren sicher. Deshalb bieten sich die deutschen Landwirte offen als Gesprächspartner an, unter dem Motto: „Reden Sie MIT uns, nicht ÜBER uns!“
 
Das ist auch der Kerngedanke einer Petition, die diese Landwirte-Initiative „Frag doch mal den Landwirt“ im Vorfeld der Demonstration ins Netz gestellt hat. Bereits über 3.000 Internetnutzer haben diese innerhalb weniger Tage unterzeichnet.

Video 2

http://www.fragdenlandwirt.de
http://www.facebook.com/fragdenlandwirt
http://www.stallbesuch.de
http://www.dafür-stehen-wir.de

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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