51a-Gesellschaften: Das sind die Knackpunkte Premium

Finanzämter beobachten Kooperationen in der Tierhaltung besonders kritisch. Entsprechend oft gibt es Streit. top agrar-Redakteur Diethard Rolink und Steuerberaterin Lia Steffensen zeigen für die Aprilausgabe der top agrar, wo es in der Praxis besonders hakt und wie Sie sich dagegen wehren können.

Um eine 51a-Kooperation zu gründen, müssen einige Landwirte Vieheinheiten an die Gesellschaft abgeben, andere den Stall. (Bildquelle: Arden)

Finanzämter beobachten Kooperationen in der Tierhaltung besonders kritisch. Entsprechend oft gibt es Streit. top agrar-Redakteur Diethard Rolink und Steuerberaterin Lia Steffensen zeigen für die Aprilausgabe der top agrar, wo es in der Praxis besonders hakt und wie Sie sich dagegen wehren können. Schweine oder beispielsweise Hähnchen ohne Fläche mästen und trotzdem nicht ins Gewerbe abrutschen – das geht nur mit einer Tierhaltungskooperation (Vieheinheitengesellschaft). Deren Prinzip ist einfach: Meistens suchen sich wachsende Betriebe mit zu wenigen Vieheinheiten Berufskollegen mit freier Fläche bzw. überschüssigen Vieheinheiten. Zusammen gründen Sie eine „51a-Gesellschaft“, deren Name auf den Paragraf 51a im Bewertungsgesetz zurückgeht. Die Flächen bleiben dabei im Eigentum der jeweiligen Betriebe. Lediglich die Vieheinheiten übertragen die Mitglieder auf die Tierhaltungskooperation. So einfach das Modell in der Theorie klingt, so schwierig ist es in der Praxis. Denn damit die Kooperation nicht vom Finanzamt als Gewerbebetrieb eingestuft wird, müssen Sie einige Spielregeln beachten: Im Hauptberuf Landwirt Gesellschafter einer Tierhaltungskooperation dürfen nur Haupterwerbsland- oder forstwirte sein. Verliert auch nur ein Mitglied im Laufe der Zeit diesen Status, wird die gesamte Kooperation gewerblich. Für Haupterwerbslandwirte ist diese Vorgabe leicht zu erfüllen. Schwieriger wird es, wenn sich ein oder mehrere Gesellschafter zeitgleich an Gewerbebetrieben wie Lohnunternehmen oder Biogasanlagen beteiligen. Um als Haupterwerbslandwirt zu gelten, müssen Sie mindestens 50% ihrer Arbeitszeit in einen landwirtschaftlichen Betrieb investieren. Sie bewirtschaften gleich zwei Höfe? Kein Problem, denn dann dürfen Sie die Arbeitszeiten zusammenrechnen. Ist ein Gesellschafter selbst in der Kooperation tätig? Diese Arbeitszeit darf er sich ebenfalls auf die 50%-Grenze anrechnen lassen. Das kommt vor allen denjenigen entgegen, die ihren Betrieb zu 100% in die Kooperation einbringen und danach Vollzeit für die Gesellschaft arbeiten. Probleme bereiten den Gesellschaftern einer Kooperation aber oft die Nachweise, wo sie wie viel Arbeitszeit investiert haben. Dazu ein Beispiel: Schweinemäster Reinhard Müller ist an einer 51a-Gesellschaft beteiligt und betreibt nebenbei mit seinem Nachbarn eine Biogasanlage. Um den täglichen Kontrollgang, das Füttern der Fermenter und die Büroarbeit kümmert er sich. Da die Biogasanlage als Gewerbebetrieb gilt, muss er aufpassen, dass er seinen Status als hauptberuflicher Landwirt nicht verliert. Eigentlich ist er auf der sicheren Seite. Er benötigt für die Biogasanlage täglich etwa drei Stunden, für seine Schweinemast hingegen sechs Stunden. Bei einer Betriebsprüfung hegt das Finanzamt trotzdem Zweifel an seiner Darstellung. Müller legt dem Fiskus daher eine Bescheinigung des Steuerberaters vor. Doch dann erlebt er das, was in der Praxis nicht selten vorkommt: Die Beamten akzeptieren die Bestätigung nicht. Auch ein Gutachten eines landwirtschaftlichen Unternehmensberaters half in diesem Fall nicht weiter. Lösung: Führen Sie genau Buch darüber, wann Sie wie viele Stunden geleistet haben. Diese Stundenzettel erkennt die Finanzverwaltung in der Regel an. Tipp: Nehmen Sie in den Vertrag zu Ihrer Kooperation einen Passus auf: Jeder Gesellschafter ist verpflichtet, die Gemeinschaft sofort darüber zu informieren, wenn er seinen Satus als Haupterwerbslandwirt verliert oder sich andere wesentliche Voraussetzungen verändert haben. Inhaber eines LuF-Betriebes Jeder Gesellschafter der Tierhaltungskooperation muss Inhaber eines land- oder ...

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