70 Millionen Euro für digitale Projekte

Die Agrarminister aus 74 Ländern haben sich auf der Internationalen Agrarministerkonferenz in Berlin darauf verständigt, einen internationalen Digitalrat einzurichten. In Deutschland will Julia Klöckner das Thema auch vorantreiben und 70 Millionen Euro bis 2022 in digitale Projekte auf dem Land investieren.

Julia Klöckner will bis 2022 70 Millionen Euro in digitale Projekte, sogenannte digitale Testfelder, in allen Bundesländern investieren. Das sagte sie gestern in Berlin auf der Pressekonferenz zur Internationale Agrarministerkonferenz. Die Projekte sind nicht identisch. Die einen beschäftigen sich mit einem konkreten Hof, die anderen untersuchen, wie Daten von der Ackerfurche in die Cloud kommen. Weitere testen, wie ein Dorf vernetzt werden kann, damit ein noch besserer Informationsaustausch zwischen Produzenten und Konsumenten entsteht. Die Ausschreibungen für diese Testfelder laufen bereits.

Einrichtung eines Digitalrates

Die Internationale Agrarministerkonferenz gestern in Berlin fand unter dem Thema Digitalisierung der weltweiten Landwirtschaft statt. Vertreter von elf internationalen Organisationen und 74 Agrarminister waren anwesend, wobei die USA fehlte.

Die Vertreter der Länder wollen einen Digitalrat einrichten. Dieser soll die Länder in Fragen der Digitalisierung beraten und den Austausch von Ideen und Erfahrungen vorantreiben. Das Konzept dafür soll die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation, FAO, ausarbeiten. „Hier können wir auf teilweise bereits existierende Strukturen zurückgreifen und alle FAO-Mitgliedstaaten könnten von diesem Rat profitieren“, sagte Klöckner dazu.

Außerdem wollen die Agrarminister, dass die FAO eine Methode entwickelt, um den Digitalisierungsgrad zu messen, einen sogenannten Digitalisierungsindex. Dieser dient zum Vergleich, wie weit Länder und Regionen in der Digitalisierung sind, wie sie sich entwickelt haben und welche politischen, gesellschaftlichen und ökonomischen Schritte notwendig sind.

Digitaler Fortschritt als Chance für ländliche Räume

Julia Klöckner hob vor allem die Digitalisierung als Vorteil für die globale Ernährung hervor. „Bis 2050 werden wir über zwei Milliarden mehr Menschen satt machen müssen und das bei knapper werdenden Ressourcen. Die Digitalisierung bietet Perspektiven, stärkt Landwirtschaft und ländliche Räume und bekämpft damit auch Fluchtursachen“, sagte Julia Klöckner gestern.

José Graziano da Silva, Generaldirektor der FAO sagte, dass er im Ausbau der Digitalisierung Chancen sehe, die Jugend auf dem Land zu halten. „In Afrika verlassen die jungen Leute das Land und ziehen in die Städte. So können wir uns auf dem Land nicht weiterentwickeln. Für die ländlichen Räume brauchen wir den digitalen Fortschritt, um diese wieder attraktiv für die Jugend zu machen.“

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Artikel geschrieben von

Maike Schulze Harling

Redakteurin Betriebsleitung

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Diskussionen zum Artikel

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von Steffen Hinrichs

Digitalisierung mach aber nicht satt !

Hier wird wieder nur von den wahren Problemen abgelenkt ! Was ist ,wenn wir Landwirte weiterhin nicht richtig entlohnt werden, immer nur angeprangert wird und die Lust endgültig verlieren .

von Gerd Uken

Alles wunderbar auf der Datenautobahn

An die normale Ibfrastruktur denkt keiner mehr- Wirtschaftswege die schon 50 Jahre alt sind! Aber kein Geld um sie zu sanieren, Hauptsache schnelles Internet dann kann man als Fahrradtourist auch schneller mal ein RTW rufen wenn man wieder im Schlagloch gestürzt ist.

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