Aeikens fordert Schutz vor Investoren auf dem Bodenmarkt Premium

Das Bundesagrarministerium bekräftigt seine Forderung nach einer Verschärfung des Bodenrechts. Staatssekretär Dr. Hermann Onko Aeikens begründet seine Position mit dem wachsenden Einfluss von Finanzinvestoren auf dem Bodenmarkt und daraus resultierenden gravierenden negativen Auswirkungen für die Betriebe.

Dr. Hermann Onko Aeikens (Bildquelle: BMEL)

Das Bundeslandwirtschaftsministerium bekräftigt seine Forderung nach einer Verschärfung des Bodenrechts. In einem Beitrag für AGRA-EUROPE begründet Staatssekretär Dr. Hermann Onko Aeikens seine Position mit dem wachsenden Einfluss von Finanzinvestoren auf dem Bodenmarkt und daraus resultierenden gravierenden negativen Auswirkungen für landwirtschaftliche Betriebe. Aeikens widerspricht damit den Agrarökonomen Prof. Martin Odening und Prof. Silke Hüttel, die unlängst bezweifelt hatten, dass landwirtschaftliche Bodenmärkte vor Investoren ...

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Diskussionen zum Artikel

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von Erwin Schmidbauer

Zwei Dinge müssen doch nachdenklich stimmen. Wenn Investoren so hohe Preise zahlen können, dann arbeiten sie entweder effektiver, d. h. ihr Gewinn pro Fläche ist größer, oder es entsteht eine Blase. Wenn ihr Gewinn größer ist, dann müssten Landwirtschaftliche Unternehmen noch einige Reserven in der Betriebsführung haben. Ist das so? Wenn sich eine Blase bildet, dann ist das volkswirtschaftlich bedenklich.

von Dirk-Walter Ritz

Investoren auf dem Bodenmarkt

Investoren auf dem Bodenmarkt Die derzeitige Praxis des Verkaufes von Unternehmensteilen bzw. gesamten Unternehmen mit den entsprechenden ldw. Flächen an außerlandwirtschaftliche Investoren am Grundstücksverkehrsgesetz vorbei wird heute von Politikern in den NBL aber auch vom BMEL heftig kritisiert. Die Grundlage für solche Verkäufe wurde Anfang der 90 er Jahre des letzten Jahrhunderts gelegt. Seiner Zeit haben die Landesregierungen in den NBL den ehemaligen Genossenschaftsbauern nicht die hinreichende Unterstützung gewährt, ihre Eigentumsanteile, die ihnen durch das Landwirtschaftsanpassungsgesetz formal zustanden, herauszulösen und man hat ihnen nicht ausreichende Unterstützung bei der Wiedereinrichtung ihrer Familienbetriebe auf ihren Eigentumsflächen gewährt. Diese Flächen wurden ihnen häufig zu Spottpreisen abgekauft und das z. T. mit ihren ihnen vorenthaltenen Eigentumsanteilen. Es entstanden die Großbetriebe die heute zum Verkauf stehen und an denen die außerlandwirtschaftlichen Investoren Interesse haben. Diese Käufergruppe, die nun auch Einzelflächen erwirbt, wäre preistreibend am Bodenmarkt so nicht vorhanden. Man hat heute ein Politikversagen der Nachwendezeit auszubaden. Damals hatte man nicht den Mut, gegen die Übermacht der Nachfolgebetriebe, die auch die Unterstützung des Deutschen Bauernverbandes hatten, die Eigentumsinteressen der kleinen ehemalig zwangskollektivierten Bauern durchzusetzen. Es entstand nicht die Agrarstruktur mit einer Anzahl ausreichender Betriebe, die auch den (heute entleerten) Ortschaften ausreichend Leben hätten einhauchen können. Fritz Schmidt

von Heinrich Roettger

Herr Aiekens ist ein Experte .

Was sind wissenschaftliche Gutachten wert? Herr Aiekens kennt das Thema aus Sachsen Anhalt und konnte leider bisher für uns Landwirte nichts erreichen.Die Lobby der Investoren auf die Politik ist so stark , dass sogar auf die Grunderwerbssteuer zugunsten dieser Gruppe verzichtet wird.

von Rudolf Rößle

Fatal

sind nicht nur die derzeitigen Preise. Es ist oft die Flächengröße , die ein landwirtschaftlicher Betrieb nicht schultern kann. Er hat dann kein Geld mehr für betriebliche Investitionen zur Verfügung.

von Dieter Müller

Würde sich Herr Onke Aeigens nicht so vehement gegen das Marktkriseninstrument im Milchsektor wenden, dann wären Milchkrisen kein Thema mehr

und die Bodenmarktinvestoren würden auf Granit beißen. Nichts hält "Heuschrecken" besser ab, die Landwirtschaft aufzukaufen, als gewinnbringende Erzeugerpreise.

von Peter Held

Gutachterskandal

Das Gutachten von Odening/Hüttel ist in der Tat ein Skandal und von triefender neoliberaler Ideologie! Wie ich dem Bericht in der letzten TOPAgrar entnommen habe, haben sie lediglich die gemeldeten Verkaufspreise für Böden sich angeschaut, - dass ein großer Teil an den Grundstückverkehrsgesetzen vorbei abgeschlossen wird, war methodisch nicht vorgesehen. Wer hat das Gutachten bloss bezahlt?

von Eibo Eiben

... Aeikens ...

…. aus "Sicht" der Banken sind 30% (derzeitige Situation) okay; sozusagen die "richtige" Gewürzmischung - … aus Sicht der Landwirtschaft sollte bedacht werden, dass die "Kreditfähigkeit" bei "beschränktem" Marktzugang "leidet" ( 30% weniger beim Preisansatz je ha könnten entscheidend sein, wenn es darum geht, ob Bauer "investieren" oder auch "refinanzieren" darf); das aber wäre "fatal" für den "Großteil" der landwirtschaftlichen Betriebe - … nicht "mitbieten" und im "nachhinein" einklagen, das ist eher "scheinheilig" … - ...

von Manuela Grammann-Gebken

Wenn

Es nach Ertrag geht, darf der Acker maximal 2 € Kosten. Die Pacht maximal 100€ plus Prämie. LG H. Gebken

von Gerd Uken

Hat Herr Aikens vollkommenen richtig erkannt

Was nützt ein Vorkaufsrecht wenn der Preis überhöht ist. Wenn Energiekonzerne dahinter stehen ist denen fast jeder Preis egal. Beispiele gibt es genug.

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