Protestbrief

Aeikens prangert unfairen Wettbewerb auf dem Zuckermarkt an Premium

Die Lage auf dem Zuckermarkt wird für deutsche Anbauer immer angespannter. Das liegt auch daran, dass manche EU-Länder das Verbot der Neonikotinoide ignorieren und Notfallzulassungen erteilt haben. Zudem gewähren manche Staaten hohe gekoppelte Flächenzahlungen von über 500 Euro je Hektar bei Zuckerrüben. Dagegen protestiert jetzt die Bundesregierung.

In einem Brief an die EU-Kommission weist Agrar-Staatssekretär Dr. Hermann Onko Aeikens auf die aktuell äußerst angespannte Lage auf dem Zuckermarkt hin. Wie er dem Generaldirektor Landwirtschaft, Jerzy Bogdan Plewazum, schreibt, sei die Bundesregierung ernsthaft besorgt über den unfairen Wettbewerb im europäischen Binnenmarkt.

So gebe es zwei Entwicklungen, die dem Grundgedanken des Binnenmarktes zuwiderlaufen: die wettbewerbsverzerrenden gekoppelten Direktzahlungen in einigen Mitgliedstaaten und die Notfallzulassungen für die verbotenen Neonikotinoide. „Die freiwillig gekoppelten Zahlungen führen in bestimmten Fällen zu einer erheblichen Störung der Märkte; dies betrifft Ackerkulturen und hier insbesondere die Zuckerrüben“, so Aeikens.

Er verweist auf eine Studie der Universität Wageningen, wonach auch in Mitgliedstaaten mit bereits wettbewerbsfähigen Standorten sehr hohe gekoppelte Flächenzahlungen von über 500 Euro je Hektar bei Zuckerrüben gewährt werden. Die Auswirkungen auf die Märkte und die dadurch bedingten Verzerrungen der relativen Wettbewerbsfähigkeit der Standorte seien insbesondere dann besonders nachteilig, wenn einzelne Mitgliedstaaten mit hohen Marktanteilen gekoppelte Zahlungen auf bestimmte Kulturen ...

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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Diskussionen zum Artikel

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von Fritz Ritterbusch

meint der Staatssekretär Aikens das ernst?

Hat nicht der selbe Herr vor kurzem noch erzählt mann hätte keine andere Wahl? Er hätte lieber erst mal Protestbriefe verfassen sollen und sauber überlegen ob mann nicht doch eine andere Wahl gehabt hätte, indem unsere verantwortlichen Politiker Sich auch mal ähnlich wie die anderer EU Länder, für ihre Landwirte entschieden hätten.

von Anton Heukamp

Ist das ernstgemeint?

Komisch! Wir sind doch doch die (achsocleveren) Vorreiter. Oder doch nicht ??? Jetzt "petzen" wir, anstatt unsere Politik zu überdenken. Das Verhalten der besprochenen EU-Länder möchte ich nicht prinzipiell gutheißen, sondern einfach mal zum Nachdenken anregen, wie es zu solchem Verhalten und den Nachteilen für uns deutsche Bauern kommt. Das Problem gehört an der Wurzel gelöst und nicht durch verzweifelte Briefe nach Brüssel, um "Engagement für die Bauern" zu zeigen.

von Heinrich Roettger

Warum verbieten?

Auch in Deutschland kann die Notfall indikation zugelassen werden. Wir brauchen die Beizen für den Raps und Rübenanbau.Die Ministerien der Nachbarländer tun was für Ihre Bauern.

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