Agco-Chef Richenhagen attackiert Trump

Der deutsch-amerikanische Konzernchef Martin Richenhagen hat scharfe Kritik am amerikanischen Präsidenten Donald Trump geäußert. Der Chef des Landtechnikkonzerns Agco attestiert Trump, dass dieser keine Ahnung von Wirtschaft habe und sich mit „Radikalen, Spinnern und Außenseitern“ umgibt.

Der deutsch-amerikanische Konzernchef Martin Richenhagen hat scharfe Kritik am amerikanischen Präsidenten Donald Trump geäußert. Der Chef des Landtechnikkonzerns Agco attestiert Trump, dass dieser keine Ahnung von Wirtschaft habe und sich mit „Radikalen, Spinnern und Außenseitern“ umgibt.
 
Er habe geglaubt, Trumps Populismus sei nur eine Masche, um die Wahl zu gewinnen, sagt Richenhagen der Wochenzeitung Die Zeit. „Wenn man ihn dann aber trifft, stellt man fest: Er bringt im kleinen Kreis dieselben einfachen Botschaften, die man aus den Medien von ihm kennt. Er ist ungebildet, er ist ein schlechter Zuhörer, und er hat keine Ahnung von Wirtschaft“, so Richenhagen weiter.
 
Richenhagen leitet den Agrarkonzern Agco mit Sitz im US-Bundesstaat Georgia und ist Mitglied im Vorstand der amerikanischen Handelskammer. Agco stellt unter anderem Traktoren der Marke Fendt her. Vergangene Woche zog sich Richenhagen aus Protest gegen Trump aus einem Beratergremium der Regierung zurück. „Es gab ja die Vorstellung, dass man Trump einhegen kann, wenn man ihn mit den richtigen Leuten zusammen bringt. Das funktioniert aber offenbar nicht. Er umgibt sich mehr und mehr mit Radikalen, Spinnern und Außenseitern“, sagte Richenhagen nun.
 
Dass deutsche Manager um Siemens-Chef Joe Kaeser beim Weltwirtschaftsforum in Davos bei einem gemeinsamen Abendessen Trump für dessen Steuerreform lobten, hält Richenhagen für „unglaublich peinlich“. In dieser Runde sei nicht ein kritisches Wort gefallen. „Aber alle haben nur versucht, sich bei ihm einzuschmeicheln, offenbar weil sie sich davon Vorteile versprachen. Kaeser hat Trump ja praktisch die Füße geküsst. Und das auch noch vor laufender Kamera“, machte sich Richenhagen seinem Unmut Luft.

Richenhagen hatte kurz nach Trumps Sieg im November 2016 im Interview mit top agrar gesagt: „Die EU-Agrarwirtschaft muss sich keine Sorgen machen“. Der US-Präsident Donald Trump werde weitaus weniger in Märkte eingreifen, als viele befürchteten. Vergangene Woche hatte er sich aus Ärger über Donald Trumps Politik und seine Personalauswahl von einem Beraterposten zurückgezogen.

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