Agrarpaket der Bundesregierung

Aktionsprogramm Insektenschutz: Schmal kommt Ursachenforschung zu kurz

Regelrecht geschockt und wütend hätten die Bauern in Hessen auf das Agrarpaket der Bundesregierung reagiert. Die Bauernfamilien seien sehr enttäuscht darüber, dass ihr Engagement nicht anerkannt wird.

„Das vom Bundeskabinett beschlossene Aktionsprogramm Insektenschutz hat unsere Landwirte sehr erzürnt und regelrecht geschockt“. Mit diesen Worten beschreibt der Präsident des Hessischen Bauernverbandes, Karsten Schmal, die Gefühlslage der Bauern, nach dem das vom Bundesumweltministerium verfasste und von Bundesumweltministerin Svenja Schulze und Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner zu verantwortende Papier bekannt wurde.

„Die geplanten Verbote von Pflanzenschutzmitteln entlang Gewässern in Schutzgebieten gehen weit über das Fachrecht hinaus und sind nicht hinnehmbar. Zudem ist fraglich, ob das gewünschte Ziel damit überhaupt erreicht wird“, kritisiert Schmal. Die Bauernfamilien seien sehr enttäuscht darüber, dass ihr zunehmendes Engagement zur Verbesserung der Lebensbedingungen für Insekten und der Artenvielfalt, zum Beispiel durch das Anlegen von Blühstreifen mit einer Gesamtlänge von vielen tausend Kilometern in ganz Deutschland, nicht anerkannt werde.

Natur- und Artenschutz könnten nur mit den Bauern funktionieren und nicht gegen sie. „Kooperation statt Konfrontation muss die Devise lauten. Wir Bauern leben von und mit der Natur und haben ein ureigenes Interesse an einer vielfältigen Flora und Fauna“, hebt Schmal hervor. Das Aktionsprogramm Insektenschutz sei über die Köpfe der Bauern hinweg „gestrickt“ worden. Ein runder Tisch, zu dem Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner die maßgeblichen Akteure, darunter auch den Bauernverband, eingeladen habe, fand erst nach der Verabschiedung des Papiers durch das Bundeskabinett statt. Das ist kontraproduktiv.

Die Ursachenforschung komme bei dem Aktionsprogramm viel zu kurz. Sie müsse am Anfang stehen, um daran anknüpfend gezielte Maßnahmen zu ergreifen.

„Das Aktionsprogramm Insektenschutz darf den Bundestag in der vorliegenden Version nicht passieren. Grundlegende Änderungen sind unerlässlich. Beim Insektenschutz handelt es sich um eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Alle müssen dazu ihren Beitrag leisten, nicht nur die Landwirtschaft“, betont Präsident Schmal.

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Das vom Bundeskabinett verabschiedete Agrarpaket stößt nach wie vor auf heftige Ablehnung seitens des landwirtschaftlichen Berufsstandes.

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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Diskussionen zum Artikel

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von Erwin Schmidbauer

Mobilfunk?

Vor kurzem habe ich gelesen, der Mobilfunk (Smartphone) sei auch am Insektensterben mitverantwortlich. Ich kann mir aber beim besten Willen nicht vorstellen, dass es ein Politiker wagt, ohne ganz gesicherte Erkenntnisse gegen den Mobilfunk etwas zu unternehmen. Gegen eine Minderheit kann man regieren, gegen eine Mehrheit sehr schwer...

von Henrik Plaas-Beisemann

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„Die geplanten Verbote von Pflanzenschutzmitteln entlang Gewässern in Schutzgebieten gehen weit über das Fachrecht hinaus und sind nicht hinnehmbar.“ Gibt es eine neue Information? Nach dem Stand der Dinge soll das Herbizid- und Insektizidverbot in der vollständigen Schutzgebiets-Kulisse und entlang von Gewässern gelten. Das macht schon einen nicht ganz kleinen Unterschied. Wenn der DBV meint es ginge nur um Gewässerrandstreifen in Schutzgebieten, dann erklärt sich auch die Ruhe mit der unsere Verbandsspitzen in Berlin das Thema angehen.

von Wilhelm Grimm

"Unsere Landwirte sind erzürnt und regelrecht geschockt",

und nun, Herr Schmal? Schlafen wir einfach weiter und sind erzürnt, wie immer? Steckt in unseren Genen immer noch der Hang zu Leibeigenschaft? Unsere Gegner arbeiten mit P.R.-Beratern und haben eine langfristige Strategie, wir sind erzürnt und regelrecht geschockt. Und artig wie wir sind, antworten wir höflich. Das ist hilflos, das ist nichts! Angriff oder Untergang, mehr bleibt nicht. Die besseren Argumente liegen auf unserer Seite, sie müssen nur besser verkauft werden. Dafür braucht man keine Laien sondern Fachleute und eine Strategie.

von Hans Keil

Vor der EU-Wahl hat Herr Schmal in seiner Eigenschaft als HBV-Präsi noch kräftig die CDU-Werbetrommel gerührt. „60% der Bauern haben CDU gewählt“ tönte er noch im Hessenbauer. Kurz nach der Wahl hat die große Kanzlerin verkündet: Glyphosatverbot, Mercosurabkommen (https://www.topagrar.com/managementnd-politik/news/merkel-will-mercosur-abkommen-jetzt-11583081.html), Aktionsprogramm Insektenschutz. Nun steht er da, unser großer Präsident und jammert hilflos. „Ein runder Tisch nach der Verabschiedung der Papiers“. Herr Schmal, so sieht die Wertschätzung der CDU für die DBV-Oberen aus! Warum nur dieses widersprüchliche Verhalten? Ist Herr Schmal nicht mehr frei genug für ungeschminkte Meinungsäußerungen ….? So werden die Interessen des Berufsstandes u. DBV-Mitglieder verraten.

von Hans Keil

Vor der EU-Wahl hat Herr Schmal in seiner Eigenschaft als HBV-Präsi noch kräftig die CDU-Werbetrommel gerührt. „60% der Bauern haben CDU gewählt“ tönte er noch im Hessenbauer. Kurz nach der Wahl hat die große Kanzlerin verkündet: Glyphosatverbot, Mercosurabkommen (https://www.topagrar.com/managementnd-politik/news/merkel-will-mercosur-abkommen-jetzt-11583081.html), Aktionsprogramm Insektenschutz. Nun steht er da, unser großer Präsident und jammert hilflos. „Ein runder Tisch nach der Verabschiedung der Papiers“. Herr Schmal, so sieht die Wertschätzung der CDU für die DBV-Oberen aus! Warum nur dieses widersprüchliche Verhalten? Ist Herr Schmal nicht mehr frei genug für ungeschminkte Meinungsäußerungen ….? So werden die Interessen des Berufsstandes u. DBV-Mitglieder verraten.

von Willy Toft

Ja hoffentlich kümmert ihr Euch endlich mal energisch darum!

Es kann nicht angehen, dass wir durch die neuen Vorgaben auch noch finanziell ausgeblutet werden! Es kann praktisch kein Betrieb damit klar kommen!

von Matthias Zahn

Und jetzt?

Warum kümmert sich der Bauernverband nicht stärker um die Ursachenforschung und verbessert in Eigeninitiative die Faktenlage? Man ist wohl zu sehr mit abrechenbaren Dienstleistungen beschäftigt......

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