Streit

Angela Merkel macht Wolf zur Chefsache

Bundeskanzlerin Angela Merkel schaltet sich in den Streit um den Umgang mit dem Wolf ein.

Der Wolf wird in der Bundesregierung offenbar zur Chefsache. Wie aus Medienberichten vom vergangenen Freitag hervorging, will das Bundeskanzleramt nun selbst eine Lösung für den Umgang mit dem Wolf finden.

Damit reagiert die Regierungszentrale auf den seit Monaten schwelenden Streit zwischen dem Bundeslandwirtschafts- und dem Bundesumweltministerium. Beide Ressorts haben sich bislang trotz wiederholter Anläufe nicht auf einen Kompromiss in der Frage verständigen können, unter welchen Bedingungen eine Entnahme von Wölfen künftig statthaft sein soll. Während das Umweltressort einen Abschuss erst dann erlauben will, wenn ein Wolf nachweislich Weidetiere gerissen hat, hält das Landwirtschaftsministerium unter bestimmten Voraussetzungen eine präventive Tötung für notwendig, wenn Wölfe zu einer Bedrohung für Weidetiere und Menschen werden.

Der Deutsche Bauernverband (DBV) begrüßte die Entscheidung des Kanzleramts. „Die Blockade innerhalb der Bundesregierung muss beendet werden“, forderte der DBV-Umweltbeauftragte Eberhart Hartelt. Das Bundesumweltministerium dürfe nicht länger die offensichtlichen Probleme aufgrund der Ausbreitung des Wolfs in Deutschland verschleppen. Laut Hartelt hängen die Haltung von Tieren auf der Weide und die Akzeptanz der Menschen im ländlichen Raum für den Wolf maßgeblich davon ab, ob kurzfristig Lösungen für eine konsequente Regulierung des Wolfes auf den Weg gebracht und wolfsfreie Gebiete festgelegt werden. „Herdenschutzmaßnahmen haben Grenzen; dies kann die Koexistenz zwischen Wolf und Weidetierhaltung nicht sichern“, so der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Pfalz Süd (BWV)

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Diskussionen zum Artikel

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von Philipp Schmid

Ohne Sachverstand keine Lösung

Was machte diese Person nicht schon alles zur "Chefsache"? Es scheiterte leider alles an ihrer nicht vorhanden Kompetenz.

von Willy Toft

Nur eine scharfe Bejagung kann zum Erfolg führen!

Der Wolf stirbt deshalb nicht aus, er wird schon in den entlegenden Gebieten überleben. Aber hier wo jeder Bundesbürger nur 2000 qm Nutzfläche zum "Überleben" hat, sollte man doch etwas differenzieren, wer mit am Tisch sitzen darf. Der Wolf passt hier nicht her, oder glaubt man es erst, wenn die Wölfe durch die Vorstädte streifen?

von Christian Bothe

Wolf

Ob die Bundeskanzlerin nichts anderes zu tun hat? Gibt es so wenig Entscheidungskompetenz in diesem Hause? Obwohl in der DDR aufgewachsen, hat Sie von Weisungsrecht (heute heißt es ja Richtlinienkompetenz) scheinbar nichts mitbekommen. Ich denke es ist an der Zeit mal auf den Tisch zu hauen und die Ressortchefs anzuweisen,das der Wolfsbestand(bitte ohne EU-Anfrage,Germany first)reguliert werden muß,um weitern Schaden von Schäfern und Mutterkuhhaltern abzuwenden.

von Bernhard ter Veen

Chefsache... ?

Sie steht bei der nächsten Bundestagswahl nicht mehr zur Verfügung. und bis dahin kann Sie die Thematik sicher nach altbekannter Manier aussitzen. wie immer..."erstmal machen wir nichts - und dann warten wir ab. bis die sich einig werden wir es in D nur so wimmeln von Wölfen... und immer nur weil alle Angst haben von Naturschützern und NGO´s zerfleischt zu werden. Diese Regierung ist schlimmer als ein Kindergarten. Keine Ahnung - keine Meinung - kein Konzept... Stillstand.

von Tobias Rausch

Europawahlen

Sehr klever von ihr! Wie lange geht das schon mit dem Wölfen? Naja egal, jetzt werden Wähler mobilisiert.

von Wilhelm Grimm

Wenn die Kanzlerin schon beim Wolf ran muss

und unsere gewählten "Volksvertreter" nicht zu einer Entscheidung in der Lage sind, müssen wir schleunigst unsere Parlamente auflösen. Diese Sabbelvereine verbraten nur unser mühsam verdientes Geld, für nichts !

von Andreas Thiel

Sehr weise Entscheidung...

Längst überfällig...Hoffentlich fruchtet das auch...

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