Geschäftsbericht 2019

BASF-Gewinn 2019 um 28 % gesunken

BASF meldet für das vergangene Jahr einen Umsatzrückgang um 2 % und einen Gewinnrückgang um 28 % vor Sondereinflüssen. Der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit ist um 6 % gesunken.

BASF erzielte im Geschäftsjahr 2019 einen Umsatz von 59,3 Mrd. Euro, das sind -2 %. Der leichte Umsatzrückgang gegenüber dem Vorjahr resultierte aus niedrigeren Mengen und Preisen. Das Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) vor Sondereinflüssen lag mit 4,5 Mrd. Euro um 1,7 Mrd. Euro unter dem Wert des Vorjahres, bedingt durch geringere Beiträge der Segmente Materials und Chemicals. Das entspricht einem Minus von 28 %!

BASF-Vorstandsvorsitzender Dr. Martin Brudermüller sprach am Freitag bei der Präsentation des Geschäftsberichts 2019 dann auch von "schwierigen Zeiten". "2019 war ein herausforderndes Jahr mit starkem weltwirtschaftlichen Gegenwind“, sagte er zusammen mit Finanzvorstand Dr. Hans-Ulrich Engel.

Die Handelskonflikte zwischen den USA und China wirkten laut den beiden Managern negativ. Wichtige Absatzmärk­te entwickelten sich langsamer. Verstärkt wur­de dies durch Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Brexit. Industrie- und Chemie­produktion wuchsen deutlich langsamer als erwartet. Die Nachfrage aus vielen wichtigen Kundenbranchen ging deutlich zurück, vor allem aus der Automobilindustrie, so Brudermüller und Engel.

„Wir haben unser Ergebnis trotz eines schwierigen Marktumfeldes in allen verbrau­chernahen Segmenten gesteigert. Leider konnte dies aber den Rückgang in der Basischemie nicht ausgleichen“, so Brudermüller. Das EBIT vor Sonder­ein­flüssen der beiden Segmente Materials und Chemicals ging um 2,2 Mrd. Euro auf 1,8 Mrd. Euro zurück. Der starke Verfall der Isocyanate-Preise, geringere Cracker-Margen, die planmäßigen Wartungsabstellungen von Crackern und eine insgesamt schwache Nachfrage wirkten hier erheblich belastend.

Das Segment Agricultural Solutions steigerte das EBIT vor Sondereinflüssen deutlich. „Sehr erfreulich entwickelten sich die von Bayer erworbenen Geschäfte. Sie trugen wesentlich zum Umsatz- und Ergebnisanstieg bei“, so Brudermüller.

Im Geschäftsjahr 2019 sank das EBIT der BASF-Gruppe von 6,0 Mrd. Euro auf 4,1 Mrd. Euro. Das EBITDA vor Sondereinflüssen ging gegenüber 2018 um 11 % auf 8,2 Mrd. Euro zurück. Das EBITDA belief sich auf 8,0 Mrd. Euro gegenüber 9,0 Mrd. Euro im Jahr 2018. Das Ergebnis nach Steuern und nicht beherrschenden Anteilen stieg auf 8,4 Mrd. Euro, nach 4,7 Mrd. Euro im Vorjahr. Darin ist ein Buchgewinn von rund 5,7 Mrd. Euro infolge der Entkonsolidierung von Wintershall nach dem Zusammenschluss mit DEA enthalten.

Umsatz- und Ergebnisentwicklung der BASF-Gruppe im 4. Quartal 2019

Der Umsatz im 4. Quartal 2019 sank gegenüber dem Vorjahresquartal um 2 % auf 14,7 Mrd. Euro. Mengen und Preise gingen um jeweils 1 % zurück.

Das EBIT vor Sondereinflüssen lag bei 765 Mio. Euro, 23 % über dem des 4. Quartals 2018. Dieser Anstieg resultierte aus deutlich höheren Ergebnissen der Seg­mente Agricultural Solutions, Nutrition & Care, Industrial Solutions und Surface Technologies. Insgesamt konnten diese Segmente im 4. Quartal den deutlichen Rückgang bei Chemicals und Materials mehr als ausgleichen.

Die Sondereinflüsse im EBIT beliefen sich auf minus 305 Mio. Euro. Im 4. Quar­tal 2018 waren es minus 151 Mio. Euro.

Dividendenvorschlag von 3,30 Euro je Aktie

„Wir wollen unsere Dividende je Aktie jährlich erhöhen. Eine vorhersehbare und progressive Dividendenpolitik hat für uns oberste Priorität. Der Hauptversammlung werden wir daher vorschlagen, eine Dividende von 3,30 Euro je Aktie zu zahlen“, so Brudermüller. Das entspricht einer Erhöhung um 10 Cent. Insgesamt soll der Haupt­versammlung vorgeschlagen werden, 3,0 Mrd. Euro an die BASF-Aktionäre auszuzahlen. Dieser Betrag ist vollständig durch den freien Cashflow im Jahr 2019 gedeckt. Damit bietet BASF erneut eine attraktive Dividendenrendite von 4,9 %.

Erwerb der Geschäfte von Bayer war ein erfolgreicher Schritt

Den Erwerb von Geschäften von Bayer im Segment Agricultural Solutions wertet BASF als erfolgrei­chen Schritt. „Die Integration der Geschäfte wurde innerhalb eines Jahres abgeschlossen. Sie erwirtschafteten 2019 einen Umsatz von 2,2 Mrd. Euro und trugen mehr als 500 Mio. Euro zum EBITDA vor Sondereinflüssen bei“, sagte Engel. „2025 wollen wir durch die Akquisition einen zusätzlichen Umsatz im mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich erzielen. Wir sehen uns auf gutem Weg, dieses Ziel zu erreichen.“

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Ausblick von Corona-Virus überschattet

„In diesem Jahr erleben wir bereits in den ersten beiden Monaten eine hohe Unsicherheit in der Weltwirtschaft. Mit dem Coronavirus ist ein neuer Faktor hinzugekommen, der das Wachstum am Jahresanfang vor allem in China erheblich belastet. Eine geringere Nachfrage und Produktionsausfälle in vielen Branchen sind bereits sichtbare Folgen der Maßnahmen gegen die weitere Ausbreitung des Virus“, so Martin Brudermüller.

BASF geht davon aus, dass sich die negativen Effekte des Coronavirus weltweit vor allem im 1. und im 2. Quartal 2020 deutlich auswirken werden. Diese Annahmen berücksichtigen derzeit keine weltweite Ausbreitung des Virus, die zu wesentlichen Beeinträchtigungen der Weltwirtschaft über die erste Jahreshälfte hinaus führt. Brudermüller: „Wir erwarten jedoch nicht, dass die Corona-Effekte im Jahresverlauf vollständig ausgeglichen werden können."

Die Weltwirtschaft wird deshalb nach Einschätzung von BASF mit 2,0 % voraussichtlich deutlich langsamer wachsen als 2019 (2,6 %). Für die globale Chemieproduktion prognostiziert das Unternehmen mit 1,2 % ein Wachstum deutlich unter dem Niveau von 2019 (1,8 %). Das wäre das mit Abstand niedrigste Wachstum seit der Finanzkrise 2008/2009.

BASF rechnet mit einem durchschnittlichen Ölpreis von 60 US-Dollar je Barrel Brent und einem Euro-Wechselkurs von 1,15 US-Dollar.

Brudermüller: „Unseren Umsatz wollen wir auf 60 bis 63 Mrd. Euro steigern – auch wenn das Umfeld weiter herausfordernd und von hoher Unsicherheit geprägt ist.“ Das EBIT vor Sondereinflüssen der BASF-Gruppe wird voraussichtlich einen Wert zwischen 4,2 Mrd. Euro und 4,8 Mrd. Euro erreichen (2019: 4,5 Mrd. Euro). Der Return on Capital Employed (ROCE) wird voraussichtlich zwischen 6,7 % und 7,7 % liegen (2019: 7,7 %) und damit unter dem Kapitalkosten­satz von 9 %.

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