Agrargipfel

Bauer Willi trifft Merkel – Das sind seine Fragen

Bauer Willi ist am Montag einer von 39 Vertretern des Agrarsektors, der beim Agrargipfel im Bundskanzleramt teilnehmen kann. Da der ganze Termin nur drei Stunden dauert, bleiben ihm nur wenige Fragen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel nimmt sich am Montag drei Stunden Zeit, um mit Bundesagrarministerin Julia Klöckner und 39 Vertretern aus Landwirtschaft und Verbandswesen über aktuelle Probleme - u.a. mit dem Agrarpaket - zu diskutieren.

Mit dabei ist auch der Agrarblogger Dr. Willi Kremer-Schillings, bekannt als Bauer Willi. Aufgrund der Vielzahl der Teilnehmer hat jeder die Möglichkeit für ein kurzes Statement. Dazu Kremer-Schillings: „Für meinen Redebeitrag habe ich mir deshalb eine (sicher unvollständige) Reihe von produktionstechnischen, wirtschaftlichen und vielleicht auch ethischen Zielkonflikten und Widersprüchen in der Landwirtschaft aufgeschrieben, zwischen denen die Politik eine Güterabwägung zu treffen hat. Das tut sie bisher auch schon, aber zunehmend einseitig, mit vermutlich fatalen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Folgen für Landwirte, Beschäftigte in den vor- und nachgelagerten Sektoren und die Verbraucher in unserem Land.“

Laut dem Landwirt wird der „Agrargipfel“ sicherlich gänzlich anders verlaufen als ein Auto- oder Stahlgipfel. Die eingeladenen Organisationen (z. B. DBV, DLG, BÖLW, AbL und BDM) würden zum Teil nur Partikularinteressen vertreten und hätten deshalb eine z.T. unterschiedliche Sicht und Wertung der Dinge. „Es ist eben kein Milchgipfel, Schweinegipfel oder Ackerbaugipfel. Es geht ums Ganze“, sagt Bauer Willi.

Weil in der Landwirtschaft auf extrem unterschiedlichen natürlichen Standorten in verschiedenen Organisationsformen auch sehr unterschiedliche Erzeugnisse mit unterschiedlicher Konsumreife und Verwertungsmöglichkeit erzeugt werden, war und ist das Gestalten sinnvoller und breit akzeptierter Rahmenbedingungen für die Landwirtschaft eine sehr schwierige und anspruchsvolle Aufgabe, schildert er weiter. „Ich hoffe, dass sich die Kanzlerin und die Fachministerinnen (Frau Schulze gehört dazu, ist aber nicht dabei!) dessen bewusst sind. Mir ist als Teilnehmer schon jetzt klar, dass für einen Konsens jeder der Diskussionsteilnehmer Zugeständnisse machen muss. Und für einen Konsens wird auch der eine Tag nicht reichen. Ein guter Kompromiss ist der, mit dem jeder unzufrieden ist.“

Allgemeine Zielkonflikte/Widersprüche

  • Globalisierung: In der freien Marktwirtschaft bilden sich Preise, von denen die Landwirte oft nicht mehr leben können –> Das macht Angst
  • LEH und Politik fordern immer höhere Standards: bei konstanten Preisen und gleichzeitiger Öffnung in Richtung Weltmarkt. –> Dieser Spagat zerreißt die Landwirte
  • Bio-Quote –> die Produktion ist schneller als der Absatz, Preise für Bio-Getreide, Bio-Schweine, auch Bio-Milch etc. unter Druck, Molkereien nehmen keine zusätzlichen Biomilchmengen mehr auf. Verkauf von Bio in konv. Schiene zu niedrigen Preisen. Konventionalisierung der Öko-Landwirtschaft.
  • Schnelle Anpassung an Klimawandel durch Züchtung möglich –> aber neue Züchtungsmethoden faktisch nicht möglich, Wettbewerbsverzerrung gegenüber Weltmarkt
  • Monopolisierung, Kartell des LEH –> keine faire Preisbildung für Erzeuger, keine Marktmacht.
  • Bürokratieabbau –> statt einfacher wird es immer noch komplizierter und unverständlicher, Vertrauensverlust in Politik, die nicht einhält was sie verspricht
  • 1,2 Mio. neue Wohnungen plus Infrastruktur –> Versiegelung der Landschaft, wo bleibt der Artenschutz? Oder ist dann nicht wichtig?
  • Investoren kaufen Land zur Kapitalsicherung –> Zugang für Landwirte faktisch nicht möglich

Zielkonflikte/Widersprüche Ackerbau

  • Mehr Bioenergie –> aber gesellschaftliche Kritik an Maisanbau, Gülle, Intensivtierhaltung. Was denn nun? Klimapaket und Agrarpaket passen nicht zusammen
  • Vielfältige Fruchtfolge –> nicht mehr möglich, wenn Herbizide z.B. für Leguminosen nicht mehr zugelassen sind. Raps wird schwieriger, demnächst Zuckerrüben fraglich wenn Herbizide fehlen.
    Ackerbaustrategie wird obsolet. Für Sonderkulturen kaum noch PSM. Alternative Früchte (z.B. Buchweizen, Leindotter, Lupinen) sind trotz anderslautender Meldungen am Markt kaum abzusetzen.
  • Mehr Humusaufbau für Klimaschutz –> reduzierte Bodenbearbeitung braucht Glyphosat als Notnagel ansonsten mehr Pflugfurche = CO2-Freisetzung, Mobilisierung von Nährstoffen (Auswaschung etc.) Humusaufbau ist nur mit N möglich, da Humus nicht nur C sondern auch N bindet. Weniger N führt zu weniger Humus, weniger Humus -> geringeres Nährstoffhaltevermögen, mehr Nährstoffe im Grundwasser -> weniger N = circulus vitiosus
  • Einschränkungen bei Pflanzenschutz –> Unsicherheit, kaum noch Planbarkeit, Gefahr von Resistenzbildung bei nur noch wenigen Wirkstoffen. Verdacht: konventionelle Landwirtschaft soll auf diese Weise bewusst „abgewürgt“ werden. Das frustriert.

Zielkonflikte/Widersprüche Tierhaltung

  • Verbot Anbindehaltung –> Allgäu dann ohne Vieh, wer betreibt die Almen? Kleinbäuerliche Familienbetriebe hören auf.
  • Mehr Weidehaltung gewünscht –> aber der Wolf soll bleiben. Das geht nicht. Tierhalter warten seit langem auf praktikable Lösungen. Keine Antwort.
  • Verbot der Legehennen-Käfighaltung –> Jetzt Freilandhaltung bio und konventionell, tierische Exkremente werden im Nahbereich des Stalles konzentriert abgesetzt, Grundwasserbelastung, höhere Tierverluste, Tierwohl fraglich
  • Forderung nach Verbot des Sauen-Kastenstandes –> mehr Erdrückungsverluste (von rund 2 % nach wissenschaftlicher Untersuchung im sogenannten Innopig-Projekt)
  • Verbot des Schwänzekupieren–> Schwanzbeißen, höherer Medikamenteneinsatz, mehr Tierverluste
  • Verbot der betäubungslosen Kastration –> höhere Sach- und Arbeitskosten, tote Ferkel nach Betäubung. LEH ist uneinig, Bauern ratlos.
  • Schweinehaltung mit Außenklimareizen –> höherer Futterverbrauch durch mehr Eigenwärmeproduktion der Schweine
  • Schweinehaltung auf Stroh –> Keimbelastung durch Mykotoxine im Stroh nach ungünstigen Erntejahren

Generell führen alle Forderungen nach mehr Tierwohl zu höheren Produktionskosten und höheren Tierverlusten (damit weniger Tierwohl), sagt Bauer Willi weiter. Die Landwirtschaft habe ja nicht ohne Grund die aktuell gängigen Haltungsverfahren entwickelt. Durch die starke internationale/globale Verflechtung der deutschen Landwirtschaft und Lebensmittelwirtschaft führe dies zu Wettbewerbsnachteilen mit der Folge, dass die Einkommensziele für die Landwirtschaft (auch heute noch Teil des bundesdeutschen Agrargesetzes und des EWG-Vertrages) immer schwieriger zu erreichen sind.

Wird die Agrarproduktion reduziert, verringert sich auch die entsprechende Weiterverarbeitung und der Vorleistungs-Sektor schrumpft. Die ohnehin schon teilweise ausgezehrten ländlichen Räume werden weiter geschwächt. Da, wo sie noch stark sind, verlieren sie deutlich an Wirtschaftskraft und Attraktivität, erklärt der Rheinländer.

Die Redaktion empfiehlt

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich im Bundestag für eine starke Landwirtschaft ausgesprochen. Sie sieht die Bauern aber auch in der Pflicht, gerade bei der Düngeverordnung.

Insektenschutz/ Agrarpaket/ Bauernproteste

CDU/CSU üben Widerstand gegen Insektenschutzprogramm

Die CDU-Fraktionsvize Gitta Connemann erteilt Bewirtschaftungsauflagen ohne Ausgleich eine Absage. In ihrer Fraktion ist der Unmut über das Insektenschutzprogramm groß.

Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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Diskussionen zum Artikel

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von Rudolf Rößle

Vekaufsstrategien

wir werden nicht unsere Position stärken können, wenn wir nicht gebündelte Verkaufsstrategien entwickeln. Der Große kann seine Position noch stärken und die Kleinen Produzenten vergrößern das Gesamtangebot. Mengen und Qualität kann so eingepreist werden.

von Klaus Jensen

Lieber Matthias Zahn !

Objektiv gesehen hast du recht. Aber subjektiv müssen wir gemeinsam handeln. Wenn wir alle zusammen verarscht werden und alle gegeneinander ausgespielt werden haben wir gar keine andere Wahl als zusammenzuhalten. Die Politik und NGO´s haben es jetzt mit Ihren Forderungen übertrieben und das war ihr Riesenfehler. Weite Teile der Bevölkerung stehen hinter den Bauernprotesten ( die LKW-Fahrer sollen schon angefragt haben ob wir bei ihren Demos/ Blockaden dabei wären, in Paris und ich glaube Dublin demonstrieren die Landwirte ebenfals). Jetzt heisst es zusammenrücken um den Eurokraten die Karten zu legen!!! MfG Jens Martin Jensen PS.: Wie war noch gleich die Route nach Brüssel?

von Matthias Zahn

Einigkeit ist eine Illusion!

Innerhalb der Landwirtschaft kann es keine Einigkeit geben! Nicht weil wir Bauern zu Dumm dafür sind oder zu egoistisch, sonder weil die Landwirtschaft an sich so vielfältig ist! Hunderte verschieden Betriebstypen in hunderten Produktionsrichtungen. Sind wir doch ehrlich zu uns selbst! Wir haben noch ca. 265.000 landwirtschaftliche Betriebe und Familien in Deutschland und von denen gleicht keiner dem anderen! Und selbst innerhalb einer Prosduktionsrichtung sind die Betriebe alles andere als homogen! Wie soll hier Einigkeit entstehen? Das ist faktisch nicht machbar! Und wenn, dann nur im Rahmen branchenspezifischer Organisationen die sich sehr Intensiv mit den aktuellen Problemstellungen einer bestimmten Produktionsrichtung befassen. Einheitsmeinung wird zum Einheitsbrei und erfordert das einigen auf den kleinsten gemeinsamen Nenner! Für die Zukunft der Landwirtschaft in Deutschland sollten wir aber langsam mal anfangen die großen Räder zu drehen!

von Rudolf Rößle

Umfrage

vor einem oder zwei Jahren war die Umfrage zur Zeitumstellung. Den Aufwand hätte man sich sparen können, da sich die damaligen Macher schon was gedacht haben. Jede Neuentwicklung hat einen Vor- bzw. einen Nachteil. Also muss man sich für Vorteile oder die damit verbundenen Nachteile entscheiden. Was heute scheint zu passen, ist in 20 Jahren out. Wir sollten nicht zu viele Opfer bringen, von dem was uns lieb und wert ist. Anpassungsmaßnahmen waren immer erforderlich und man wächst ja mit den neuen Aufgaben, wenn sie Sinn machen.

von Jürgen Langreder

Ach Herr Niemann

Träumen Sie einfach weiter Ihre Art die Realität zu beurteilen kommen in der Wirklichkeit nicht vor

von Hans Nagl

Einigkeit ?

Die einfachste Möglichkeit für mehr Einkommen und Einfluss für die Landwirtschaft ist , wir alle produzieren 5 % weniger Fleisch und Milch.

von Eckehard Niemann

Hier kritische Entgegnungen zu "Bauer" Willis Merkel-Fragen

 Globalisierung: In der freien Marktwirtschaft bilden sich Preise, von denen die Landwirte oft nicht mehr leben können–> Das macht Angst Wir haben eine soziale und gottlob keine „freie Marktwirtschaft“ – der Verfall der Erzeugerpreise liegt an der Überproduktion für den ruinösen Weltmarkt (auf den man ja nicht gehen muss) – der EU-Binnenmarkt ist (noch) weitgehend zoll-geschützt gegen Weltmarkt-Dumping – das sollte man nicht übersehen und kleinreden  LEH und Politik fordern immer höhere Standards: bei konstanten Preisen und gleichzeitiger Öffnung in Richtung Weltmarkt. –> Dieser Spagat zerreißt die Landwirte Höhere Standards mit „Klasse statt Masse“ gemäß Vorgaben für die gesamte EU sind mit Mengen – und Angebotsrückgang verbunden und deshalb erzuegrpreis-steigernd.  Bio-Quote –> die Produktion ist schneller als der Absatz, Preise für Bio-Getreide, Bio-Schweine, auch Bio-Milch etc. unter Druck, Molkereien nehmen keine zusätzlichen Biomilchmengen mehr auf. Verkauf von Bio in konv. Schiene zu niedrigen Preisen. Konventionalisierung der Öko-Landwirtschaft. Stimmt.  Schnelle Anpassung an Klimawandel durch Züchtung möglich –> aber neue Züchtungsmethoden faktisch nicht möglich, Wettbewerbsverzerrung gegenüber Weltmarkt Gentechnik ist keine Lösung, sondern eine Gefahr für bäuerliche Unabhängigkeit von Multis.  Monopolisierung, Kartell des LEH –> keine faire Preisbildung für Erzeuger, keine Marktmacht. Es gibt kein „Kartell des LEH“, siehe den gnadenlosen Preiswettbewerb unter den Handelsunternehmen – der nur möglich ist, weil Fleisch-, Milch und andere Ernährungskonzerne Überschüsse erzeugen, die der LEH ausnutzen kann.  Bürokratieabbau –> statt einfacher wird es immer noch komplizierter und unverständlicher, Vertrauensverlust in Politik, die nicht einhält was sie verspricht Stimmt.  1,2 Mio. neue Wohnungen plus Infrastruktur –> Versiegelung der Landschaft, wo bleibt der Artenschutz? Oder ist dann nicht wichtig? Stimmt, entlastet die Landwirtschaft aber nicht von der eigenen Verantwortung.  Investoren kaufen Land zur Kapitalsicherung –> Zugang für Landwirte faktisch nicht möglich Stimmt. Zielkonflikte/Widersprüche Ackerbau  Mehr Bioenergie –>aber gesellschaftliche Kritik an Maisanbau, Gülle, Intensivtierhaltung. Was denn nun? Klimapaket und Agrarpaket passen nicht zusammen. Biogas macht nur Sinn bei Verarbeitung von Abfallstoffen.  Vielfältige Fruchtfolge –>nicht mehr möglich, wenn Herbizide z.B. für Leguminosen nicht mehr zugelassen sind. Raps wird schwieriger, demnächst Zuckerrüben fraglich wenn Herbizide fehlen. Ackerbaustrategie wird obsolet. Für Sonderkulturen kaum noch PSM. Alternative Früchte (z.B. Buchweizen, Leindotter, Lupinen) sind trotz anderslautender Meldungen am Markt kaum abzusetzen. Echt-Integrierter Pflanzenbau setzt chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel nur ein, wenn es anders nicht geht – die Fruchtfolge sind ja gerade ein entscheidendes Instrument zur Verringerung von Unkräutern, Ungräsern, Krankheiten und Schädlingen – Bauer Willi verwechselt hier Ursache und Wirkung…  Mehr Humusaufbau für Klimaschutz –> reduzierte Bodenbearbeitung braucht Glyphosat als Notnagel ansonsten mehr Pflugfurche = CO2-Freisetzung, Mobilisierung von Nährstoffen (Auswaschung etc.) Humusaufbau ist nur mit N möglich, da Humus nicht nur C sondern auch N bindet. Weniger N führt zu weniger Humus, weniger Humus -> geringeres Nährstoffhaltevermögen, mehr Nährstoffe im Grundwasser -> weniger N = circulus vitiosus Es gibt deutliche Studienergebnisse, wonach gerade die Pflugfurche den Raum und die Menge für Humusbildung vergrößert.  Einschränkungen bei Pflanzenschutz –> Unsicherheit, kaum noch Planbarkeit, Gefahr von Resistenzbildung bei nur noch wenigen Wirkstoffen. Verdacht: konventionelle Landwirtschaft soll auf diese Weise bewusst „abgewürgt“ werden. Das frustriert. Resistenzbildung beruht auch darauf, dass ackerbauliche Prinzipien „vergessen“ wurden. wie war das doch mit de Zielkonflikte/Widersprüche Tierhaltung  Verbot Anbindehaltung –> Allgäu dann ohne Vieh, wer betreibt die Almen? Kleinbäuerliche Familienbetriebe hören auf. Stimmt.  Mehr Weidehaltung gewünscht –> aber der Wolf soll bleiben. Das geht nicht. Tierhalter warten seit langem auf praktikable Lösungen. Keine Antwort. Stimmt.  Verbot der Legehennen-Käfighaltung –> Jetzt Freilandhaltung bio und konventionell, tierische Exkremente werden im Nahbereich des Stalles konzentriert abgesetzt, Grundwasserbelastung, höhere Tierverluste, Tierwohl fraglich. Zunächst mal wurde die Käfighaltung durch die Stall-Bodenhaltung abgelöst und nicht hauptsächlich durch Freilandhaltung – deren richtig beschriebenen Probleme gibt es aber nur bei zu großen Herden (auch im Bio-Bereich).  Forderung nach Verbot des Sauen-Kastenstandes –> mehr Erdrückungsverluste (von rund 2 % nach wissenschaftlicher Untersuchung im sogenannten Innopig-Projekt) Da gibt es doch auch anders gestaltete Ställe zum freien Abferkeln – und die Kritik an Kastenständen richtet sich doch vor allem gegen Kastenstände außerhalb der Abferkel-Zeiten…  Verbot des Schwänzekupieren–> Schwanzbeißen, höherer Medikamenteneinsatz, mehr Tierverluste Der unkupierte Ringelschwanz ist ein zentrales Zeichen dafür, dass die Tiere nicht gestresst oder gelangweilt sind, vor allem wegen Strokeinstreu mit modernen Systemen – gemäß der EU-Schweinehaltungs-Richtlinie mit Kupierverbot (das von etlichen EU-Ländern bereits eingehalten wird und wofor z.B. die Niederlande bereits ein Endjahr festgelegt haben) sind auch wir in Deutschland auf diesem Wege – das schafft nicht nur Akzeptanz, sondern auch höhere Erzeugerpreise wegen des damit verbundenen Überschuss-Abbaus…  Verbot der betäubungslosen Kastration –> höhere Sach- und Arbeitskosten, tote Ferkel nach Betäubung. LEH ist uneinig, Bauern ratlos. Stimmt, Lösung (auch hier) wurde aber in den letzten Jahrzehnten vom Bauernverband immer wieder verzögert.  Schweinehaltung mit Außenklimareizen –> höherer Futterverbrauch durch mehr Eigenwärmeproduktion der Schweine Auf dieses „Argument“ muss man erstmal kommen, um den Status quo zu verteidigen…  Schweinehaltung auf Stroh –> Keimbelastung durch Mykotoxine im Stroh nach ungünstigen Erntejahren Stroh: bringt bäuerlichen Tierhaltern große Vorteile gegenüber flächenloser Tierhaltung –weil betriebs-eigene Bergung guten Strohs und Vorräte für schlechte Jahre. Generell führen alle Forderungen nach mehr Tierwohl zu höheren Produktionskosten und höheren Tierverlusten (damit weniger Tierwohl). Die Landwirtschaft hat ja nicht ohne Grund die aktuell gängigen Haltungsverfahren entwickelt. Durch die starke internationale/globale Verflechtung der deutschen Landwirtschaft und Lebensmittelwirtschaft führt dies zu Wettbewerbsnachteilen mit der Folge, dass die Einkommensziele für die Landwirtschaft (auch heute noch Teil des bundesdeutschen Agrargesetzes und des EWG-Vertrages) immer schwieriger zu erreichen sind. Quatsch. Angesagt sind EU-weite Lösungen – z.B. durch die Neugestaltung der GAP. Wird die Agrarproduktion reduziert, verringert sich auch die entsprechende Weiterverarbeitung und der Vorleistungs-Sektor schrumpft. Die ohnehin schon teilweise ausgezehrten ländlichen Räume werden weiter geschwächt. Da, wo sie noch stark sind, verlieren sie deutlich an Wirtschaftskraft und Attraktivität. Wird die Agrarproduktion gemäß Klasse statt Masse verringert, erhöht dies nicht nur die Akzeptanz, sondern auch die Erzeugerpreise und die Einkommen. Bei Bauern und auch nachgelagerten Sektoren (weil z.B. die LEH-Unternehmen wegen fehlender Überschuss-Erzeugung die Anbieter nicht mehr gegeneinander ausspielen können. Die Zuckerfabriken z.B. werden derzeit ja nicht wegen zu geringer Produktion geschlossen, sondern wegen der vorherigen ruinösen Überproduktion für den Billig-Weltmarkt…

von Klaus Jensen

PS:

Immer an das Zitat von Adenauer denken....

von Klaus Jensen

Wir schließen uns der Idee an !

Bauer Willi muss der Wortführer sein, wenn nicht sogar der einzige Diskutant mit der Weinkönigin und Angie. Er ist fachlich top drauf und auch rethorisch sehr gut. Ausserdem glaube ich, dass er beiden intelektuell überlegen ist (schönen Gruß nach Berlin). MfG Jens Martin Jensen

von Paul Lieb

Einigkeit

Die haben sich schon was dabei gedacht, warum man 40 Verbände (welche sind das überhaupt?) eingeladen hat. Oberstes Ziel war und ist: es darf ja keine Einigkeit unter den Landwirten entstehen!! Warum lese meinen Beitrag weiter vorne!

von Wolfgang Rühmkorf

Kakophonie vermeiden

Die Statements der verschiedenen Agrarverbände nach Berlin lassen schon vermuten, dass Landwirtschaft wieder ungeeinte Meinungsbekundung betreiben wird. Ich schließe mich daher dem Vorschlag an, Dr Willi das Wort für die Landwirtschaft zu überlassen!

von Willy Toft

Es muss deutlich zur Sprache kommen, dass unsere bisherigen Leistungen nicht honoriert ....

worden sind. Deshalb kann man nur mit uns weitere Restriktionen aushandeln, und mit einer Gegenfinanzierung belegen! Bezahlt wird es nie über die Produkte! Bei der Umsetzung des eingeschlagen Weges werden wir viele Betriebe verlieren, weil es eine zu hohe Belastung für die Betriebe wird! Das sollte doch nicht so schwer sein, zu verstehen!

von Christian Bothe

Kommentar von eben in Bauer Willi's Blog zum Thema Lebensmittelverschwendung...

Sehr geehrter Dr.Willi Kremer-Schillings,ich hatte mich ja weiter oben schon geäußert und möchte noch etwas zum Fakt Tierhaltung/Schweineproduktion darlegen. Für mich ist es nicht nachvollziehbar,das bei der Diskussion um Lebensmittelverschwendung heute nicht die guten Erfahrungen aus der Futterwirtschaft der DDR, was Futterreserven betrifft, übernommen werden. Dazu gab es sogar spezielle Tierernährungsforschungen an den Universitäten Berlin,Leipzig, Jena und Rostock.Merkel sollte als ehemalige Bürgerin der DDR davon gehört haben. Ich denke dabei insbesondere an den Einsatz von Küchenabfällen in der Schweinemast und deren Veredelung. Technisch sollte die Aufbereitung heutzutage unter Einhaltung veterinärmedizinischer Auflagen kein Problem darstellen. Als ehemaliger Manager eines Betriebes von durchschnittlich 10000 MS im Bestand haben wir von der Stadtwirtschaft Gera ~7000to/a gekauft,sterilisiert und nach Futterbewertungssystem gemixt mit Kraftfutter feuchtkrümelig gefüttert. Die Läufer kamen alle aus einer Anlage,waren kupiert,kastriert,geimpft und haben durch gute MTZ hervorragende betriebswirtschaftliche Ergebnisse erbracht. Leider ist das unsinnigerweise seit 2006 durch die EU verboten und es gehen wertvolle Futterreserven verloren, welche dann durch importierte Eiweißträger ersetzt werden müssen,um die Schweinemast rentabel zu gestalten. Das betrifft auch Tierkörpermehle und ähnliche Produkte. Das ist für mich praktische umweltfreundliche LW im Bereich der Schweinemast und nicht irgendwelche „wissenschaftliche“ Aussagen zur Tier-und Pflanzenproduktion auf EU-und Landesebene und zur klimaschädlichen LW. Lieber Bauer Willi,nochmals meine Hochachtung für die Initiative und dokumentatorische Vorbereitung und Teilnahme an diesem hoffentlich erfolgreichen Treffen (sie wollten sich ja schonen…).Fällt mir gerade ein,weil ich auf Ihr Buch schaue,vielleicht sollten Sie die „Sauerei“ Merkel zum Nikolaus schenken.Passt doch irgendwie zur Situation unserer Branche…

von Volker Grabenhorst

Muttis Kalkül ist doch, dass sich alle „in die Haare kriegen“ und sie Demenz grinsend In der Mitte sitzt und Frank-Walters Strümpfe stopft. NUR EINIGKEIT MACHT STARK!

von Paul Lieb

Bauer Willi

Sehe ich genau so!! Lasst das mal den Willi machen!!!! Neue Besen kehren besser. Und ein neues Gesicht tut der Sache jetzt richtig gut! Das er es kann, wie nur ganz wenige, auch mit seiner Art wie er die Problematik auf den Punkt und rüberbringt, hat er doch schon mehrmals bewiesen. Die schon angesprochene Rede im Bundestag war doch absulut top!!!! Wenn auch nur 20 Teilnehmer reden, hat die Merkel und Klöckner wieder 20 nicht ganz identische Meinungen, vorsichtig ausgedrückt! ;-), und dann geht es genau so, wie es die letzten Jahrzehnte immer ging: Die Politik bleibt bei ihrem Kurs, bis wir Landwirte uns mal einig sind, was genau wir eigentlich wie wollen!!!!!! Und nix passiert, nix wird geändert, alles laufen gelassen und ausgesessen auf unsere Kosten. Daraus sollten wir doch irgendwann mal was lernen und eine neue Strategie einschlagen, was die letzten Wochen ja auch schon sehr gut gegonnen hat!!! Aber jetzt im Finale dürfen wir nicht wieder die Fehler der Vergangenheit wiederholen, sonst war der ganze Aufwand und neue Schwung für die "Katz"!!!

von Dirk Tramsen

Bauer Willi trift Merkel

Die Idee von Michael Behrens bein Treffen der 39 Agrarverbände mit Frau Merkel Bauer Willi die gesamte Redezeit zu gewähren finde ich tatsächlich gut. In seiner Rede vor der CDU/CSU Bundestagsfraktion hat er meiner Meinung nach bewiesen das er die Sache für uns Landwirte rund denkt. Also die eigene Befindlichkeit hinten an stellen und um der Sache willen Bauer Willi mehr Redezeit gewähren

von Michael Behrens

An die 40 geladenen Verbände!

Strategisches handeln ist jetzt gefragt! Gebt eure Redezeit Bauer Willi, alle! Somit sprecht Ihr mit einer Stimme! Merkel, Klöckner, Schulze und Co können nicht ausweichen und auf die Redezeit Anderer verweisen. An die 39 Verbände und Interessenvertretungen, jetzt könnt ihr Größe zeigen! Und eine unglaubliche Einigkeit! Damit wird von seitens der Regierung nicht gerechnet! Haltet die Reihen fest zusammen!!! Danke

von Gebhard Aierstock

Die Fragen sind jetzt nicht wirklich neu

An diesen Themen ist der BV dran und sucht nach Lösungen. In der Realität werden viele feststellen müssen, dies heißt, Bohren dicker Bretter. Und am Ende entscheidet die Politik und im schlechtesten Fall die Juristen, siehe Kastenstand-Urteil, und nicht irgendwelche Verbände. Bleibt die Hoffnung, dass gemeinsam etwas bewegt werden kann. Unter Bürokratie und Auflagen in verschiedenen Bereichen, die zu massiven Produktionskostensteigerungen führen werden, leiden alle Betriebe.

von Jörg Meyer

An die Redaktion

können sie bitte mal die Liste der Teilnehmer am Gespräch veröffentlichen und wieviel Redezeit bliebt denn da für jeden?

von Klaus Fiederling

Sofern am 02.12.19 in Berlin die Tablets Mangelware sein sollten...

Börsen-Update heutigen Datums: Es liegt glasklar auf der Hand, warum bundesweit die grünen Kreuze auf den Äckern sprießten, die Bauerndemos rasant an Fahrt gewinnen; wenn sich die Preiskonstellationen über sämtliche Bauernroherzeugnisse hinweg sich weiterhin in eben diesem Maße fortentwickeln, lässt sich im Gesamtjahreszyklus unmissverständlich ablesen, dass nach mittlerweile 3 Missernten in Folge für die kommende Ernte uns aktuell Kontrakte um die Ohren gehauen werden, wiederum mit einem Abschlag für die Ernte 2020 von 10-20 Prozent! Die Qualitätsanforderungen werden in keinster Weise an die neuen Gegebenheiten angepasst, sondern nach den „Einheitsbedingungen des Deutschen Getreidehandels“ weit eher noch erheblich verschärft. Die Bauern unterzeichnen genau DAS, förmlichst genötigt aufgrund der eigenen desaströsen wirtschaftlichen Situation, ein solches Pamphlet zu akzeptieren. // Unsere Bauerneinkommen, die statistisch ermittelt werden, gehen offensichtlich an den Realitäten auf der Vielzahl unserer Höfe schnurstracks vorbei. Sichtbares Zeichen dafür sind die Angaben bis spätestens 15. Mai, wem der Prämienanspruch zum alljährlichen Auszahlungstermin zusteht. Abtretung oder für die Bauern frei verfügbar!? Wieso will unser Staat DAS überhaupt wissen; greift da ein Für- bzw. Vorsorgeprinzip oder will man weit eher in Erfahrung bringen, wie effizient man die Bauerngürtel noch enger schnallen kann? Frei zugängig sind diese Angaben jedenfalls nicht; WER also ist der eigentliche Nutznießer dieses Wissens?

von Heinrich Albo

Hoffentlich kann er sich

ganz ganz deutlich und energisch durchsetzen...er müsste auf den Tisch hauen...denn die Zusammensetzung der Runde spricht natürlich wieder gegen die gute fachliche Praxis und gegen 90% der Bauern.

von

Bauer Wilii

Danke Willi du bewegst mehr als der Bauernverband

von Georg Rauch

Einigkeit unter den Verbänden sollte an den Treffen oberstes Gebot sein

Ich hoffe doch das sich andere Verbände in ihrer Redezeit etwas zurückhalten um Willi mehr zu ermöglichen, nur eine Einigkeit kann Erfolge erzielen.

von Heinrich Roettger

Forderung nach Klimaneutraler Tierproduktion

Weiterer Interessenkonflikt : Arla propagiert die klimaneutrale Milchproduktion in komplett geschlossenen Kuhställen zur Vermeidung von Klimagasen! Wie passt das zu Weidehaltung und Aussenklimaställen?

von Markus Grehl

Danke Willi

Mehr gibt es dazu nicht zu sagen!

von Wilhelm Grimm

Bauer Willi ist gut.

Zielkonflikte und Widersprüche sind für eine breite Diskussion sauber aufgelistet. Da das Duo Klöckner/ Schulze und auch die Kanzlerin selbst ihr Festhalten an ihren bisherigen Forderungen mit Belehrungen an die Adresse der Bauern untermauert haben, wird ein Dialog unmöglich sein. Die politische Seite wird versuchen, die Verbände gegeneinander auszuspielen. Das könnte in Einzelfällen gelingen, nicht aber generell. Mein Fazit: Es werden in erster Linie rhetorische Kunststücke zelebriert mit dem Ziel, einen neuen Propagandafeldzug gegen die "Gute landwirtschaftliche Praxis" der Landwirtschaft zu starten. Wir Bauern aber können keine fachlich schlechte Landwirtschaft betreiben, auch nicht gegen Transferleistungen. Das wäre das Ende unseres freien Unternehmertums und der Liebe zu unserem Beruf und der Kulturlandschaft in Deutschland.

von Hans-jürgen Fricke

Unser Willi

macht Alles deutlich besser als unser Bauernverband!

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