BELGIEN/Grenzübergang Aachen/Bauernproteste

Bauern blockieren deutsch-belgischen Grenzübergang Aachen-Lichtenbusch

Mit Traktoren und Transparenten forderten 150 Landwirte den Stopp der Freihandelsabkommen Ceta und Jefta. Nach Angaben belgischer Medien blockierten Bauern und Zivilorganisationen den deutsch-belgischen Grenzübergang Aachen-Lichtenbusch, um gegen die EU-Handelspolitik zu demonstieren. Vor den EU-Wahlen sollen weitere Demonstrationen folgen.

Mit einer friedlich verlaufenden Demonstration blockierten Landwirte aus fünf EU-Staaten am Freitagnachmittag zur rush hour den Grenzübergang Aachen-Lichtenbusch für eine Stunde, um ihre Ablehnung gegen die EU-Handelsabkommen Ceta und Jefta mit Kanada und Japan zu manifestieren. Für Dienstag 29. Januar wird ein Richterspruch des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) zum Verfahren über Schiedsgerichte im kanadisch-europäischen Handelsvertrag (Ceta) erwartet.

Unterstützt wurden die protestierenden rund 150 Bauern aus Frankreich, den Niederlanden, Luxemburg, Belgien und Deutschland von Mitgliedern von Nichtregierungsorganisationen wie Greenpeace sowie von Bauernorganisationen aus Litauen und der Schweiz.

Mit dieser Aktion kritisierten die Organisationen die laufende EU-Handelspolitik der Europäischen Union (EU). Die EU habe diverse Freihandelsverträge abgeschlossen, so mit Kanada (Ceta) und mit Japan (Jefta), und verhandele über weitere mit den Mercosur-Ländern – Brasilien, Argentinien, Paraguay, Uruguay sowie mit Neuseeland, Australien, die den Interessen der heimischen Bauern zuwiderliefen. Sie forderten, dass Freihandelsabkommen Ceta und Jefta gestoppt werden.

AbL: „Ceta und Jefta führen dazu, dass Landprodukte zu Billigpreisen verramscht werden“

„Diese Handelsabkommen führen dazu, dass landwirtschaftliche Erzeugnisse noch häufiger zu Billigpreisen verramscht werden, dass wichtige Umwelt- und Arbeitsstandards abgesenkt werden und dass Konzerne noch mehr Macht erhalten“, warnt Georg Janßen, Bundesgeschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL).

Die Demonstranten setzen sich für eine gerechtere Welthandelspolitik ein, die auch den Umweltschutz in den Mittelpunkt stelle. „Die EU-Agrarpolitik ist nicht für die Mehrheit der Bauern und Bäuerinnen gemacht, sondern zum Wohle der Agrarindustrie. Solange sich nichts daran ändere, werde weiter protestiert“, kündigte ein Vertreter der belgischen Bauernorganisation Fédération Unie de Groupements d’Éleveurs et d’Agriculteurs (Fugea) an

Vor allem vor den anstehenden Europawahlen wollen die europäischen Organisationen bäuerlicher und alternativer Landwirtschaftsorganisationen gezielt in EU-Hauptstädten gegen die europäische Handelspolitik ihre Stimme erheben.


Diskussionen zum Artikel

von Eckehard Niemann

Tolle Aktion!

Hier die Deklaration und die Namen der teilnehmenden Verbände: Europäische Bauerndeklaration DE;EN;FR hier runterladen ------------ Die unterzeichnenden Bauernorganisationen ----- Belgien Milcherzeuger Interessengemeinschaft Belgien (MIG-Belgien) Fédération Unie de ... mehr anzeigen

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