"Bauern müssen sich Verantwortung gegenüber Gesellschaft und Umwelt stellen!"

Anlässlich der am Donnerstag startenden Mecklenburgischen Landwirtschaftsmesse (MeLa) würdigte der Landwirtschaftsminister von Mecklenburg-Vorpommern, Dr. Till Backhaus, die Landwirtschaft. Dennoch müsse der Berufsstand sich seiner Verantwortung gegenüber der Gesellschaft und der Umwelt stärker als bisher stellen.

Dr. Till Backhaus (Bildquelle: Ministerium)

Anlässlich der am Donnerstag startenden Mecklenburgischen Landwirtschaftsmesse (MeLa) würdigte der Landwirtschaftsminister von Mecklenburg-Vorpommern, Dr. Till Backhaus, die Landwirtschaft als eine der bedeutendsten Branchen im Land.

Dennoch müsse der Berufsstand sich seiner Verantwortung gegenüber der Gesellschaft und der Umwelt stärker als bisher stellen. „Unbestritten hat die Landwirtschaft zu Wohlstand und Ernährungssicherheit beigetragen. Aber wenn wir mehr Akzeptanz in der Gesellschaft für eine zukunftsfähige Landwirtschaft wollen, dann gehört für den Berufsstand auch das Umsetzen von Strategien dazu, mit denen Biodiversitätsverlust und Artensterben, Bodenerosion und Verschlechterung der Wasserqualität gestoppt werden“, so Backhaus weiter. „Dafür biete ich der Branche – auch auf der MeLa – den Dialog an.“

Zudem sei es höchste Zeit, sich betriebswirtschaftlich unabhängiger zu machen von extremen Witterungsereignissen. „Denn der Klimawandel ist eine Tatsache, der sich auch die Landwirtschaft stellen muss“, sagte er. Die verregnete Ernte im Vorjahr sei ebenso wie anhaltende Trockenheit der zurückliegenden Monate Ausdruck des Klimawandels.

Sorge bereite ihm auch der mit Bodenkäufen durch außerlandwirtschaftliches Kapital verbundene anhaltende Strukturwandel hin zu „anonymen Agrarkonzernen“ in der Landwirtschaft Mecklenburg-Vorpommerns. „Deshalb liegt mir die Unterstützung bäuerlich geprägter Strukturen mit ihrer Wertschätzung für Pflanze, Tier, Wasser und Boden besonders am Herzen. Die starke Nachfrage kleiner wie größerer Unternehmen nach den Förderungen für Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen und für die Umstellung auf den Ökolandbau bestärkt mich darin“, betonte der SPD-Politiker.

Backhaus unterstrich zudem die Notwendigkeit einer umweltfreundlichen, zukunftsfähigen europäischen Agrarpolitik mit geringstem bürokratischem Aufwand. Die aktuellen Vorschläge der EU-Kommission zur künftigen gemeinsamen Agrarpolitik bezeichnete er als „so nicht tragfähig“. Beispielsweise fehle eine klare Aussage zu Kriseninstrumenten, die den Landwirten mit Blick auf den Klimawandel und instabile Märkte wirklich helfen.

Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

Schreiben Sie Alfons Deter eine Nachricht

Preisabschlüsse: Was heißt das für die Milchpreise?

Meldung verpasst? Wir verhindern, dass Sie nicht mitreden können. Tragen Sie sich jetzt für unseren Newsletter ein und wir benachrichtigen Sie über alle wichtigen Ereignisse rund um die Landwirtschaft.


Diskussionen zum Artikel

Kommentar schreiben

von Georg Nordendorf

"Bauern müssen sich Verantwortung gegenüber Gesellschaft und Umwelt stellen" heißt es in der Überschrift mit den Worten von Herrn Backhaus. Keine Frage, die Landwirtschaft muß ihre arbeitsweise hinterfragen. Entwicklungen, die vor 50 Jahren richtig und wichtig waren stehen nicht mehr im Vordergrund. Das Thema Ernährungssicherheit weicht zunehmend Themen zugunsten des Tier- und Umweltschutzes. Damit werden wir uns in der Landwirtschaft auseinander setzen müssen - und wollen dieses auch. Allerdings nehmen wir uns den Problemen mit Sachverstand und nicht mit ideologischen, übers Knie gebrochenen Aktionismus an. ABER, wo bleibt die Verantwortung der Gesellschaft gegenüber der Landwirtschaft? Die Verantwortung und Bereitschaft durch ein gezieltes Einkaufsverhalten beispielsweise.... Einem Einkaufsverhalten, wo gezielt regionale Qualität bevorzugt wird? Ich übernehme gerne Verantwortung, erwarte dies aber auch uneingeschränkt von der Gesellschaft.

von Willy Toft

Wovon, Herr Backhaus?

Solange der Bauer jeden Tag feststellen muss, dass die Gesellschaft immer mehr von ihm abverlangt, und dem Bauern stets ein leeres Portmonee bleibt, kann er sich noch so anstrengen, denn er wird jeden Tag Ärmer! Die ganze Welt weiß es wieder mal besser, wie er hätte auf die eine oder andere Sache reagieren sollen! Hat der Bauer Geld, hat es die ganze Welt! Der Bauer liebt seine Familie, seine Scholle, seinen Hof, und ist mancherorts das Rückrat im Vereins- und Dorfleben! Anerkennung hat er im Dorf, größtenteils auch in der Gesellschaft, nur einige Unentwegte Extremkritiker machen es ihm Lautstark immer schwerer, nur dem gilt es zu Begegnen, und da könnten Politiker auch helfen.

von Rudolf Rößle

Mieten

und Pachtpreise. Die starken Steigerungsraten kosten viel Geld und sind bei nicht steigenden Produktpreisen in naher Zukunft ein KO Kriterium.

von Michael Koch

Nur den Dialog

anbieten reicht mir nicht . Herr Backhaus hat ein ganzes Bündel von Wünschen an die Betriebe , bleibt aber sehr vage mit Antworten . Mit netten Worten ist uns nicht geholfen . Was wir brauchen sind klare Vorgaben mit denen die Betriebe arbeiten können ,sowas nennt man Planungssicherheit . Wenn wir der Politik bei ihren Forderungen entgegenkommem ( Biodiversität , Artensterben usw. ) müssen wir verlangen das nur Produkte importiert werden die nach den gleichen Vorgaben produziert wurden . Dann werden wir Politiker an ihren Taten messen .

von Gerhard Seeger

Herr Backhaus,...

... Landwirtschaft hat nicht nur zu Wohlstand und Ernährungssicherheit beigetragen, sie macht diese zwei Umstände überhaupt erst möglich. Sollten Sie eigentlich wissen...

von Erwin Schneiderbauer

Wie sagte einst Karl Valentin!!

Ohne Hirn, bist wie ein Depp...…………..

von Christian Bothe

Das ist halt wie bei anderen führenden Politikern auch,zu lange im Amt...

von Wilhelm Gebken

@ Wilhelm Grimm, Sie haben Recht

Das einzige, das ich beim Lesen seiner Aussagen gedacht habe: Hört dem denn überhaupt noch einer zu?

von Wilhelm Grimm

Minister Backhaus nervt nur noch !!!!!

Er ist nicht mehr in der Lage, das Wesentliche vom Unwesentlichen zu trennen. Wir stellen uns täglich unserer Verantwortung gegenüber Gesellschaft und Umwelt. Verbessern lässt sich immer noch was, das aber ist ein normaler Vorgang. Minister Backhaus wird seiner Verantwortung gegenüber der Gesellschaft in keiner Weise gerecht, wenn er als Agrarpolitiker der SPD die rückwärts gerichteten Vorstellungen seiner Partei nicht thematisiert. Ebenso wären die maßlosen Angriffe des von der von der SPD geführten Bundesumweltministeriums auf uns Landwirte einer kritischen Betrachtung wert gewesen, genauso wie die spaltenden Aktivitäten der NGOs in unserer Gesellschaft und deren einflussreichen Verbindungen zum SPD- geführten Umweltministerium. Und in diesem Zusammenhang sollten sie , Herr Minister ganz besonders die wassergefährdende Einleitungen der kommunalen Klärwerke stärker thematisieren und nicht immer auf uns Bauern herumhacken. So wie sie sich eine Versöhnung zwischen Landwirtschaft und Gesellschaft vorstellen, ist das nur noch billiger Populimus.

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich einloggen um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen