Bauernbund Brandenburg kritisiert Ökoverbände für Klimaforderungen

Der Bauernbund Brandenburg hat sich von der Forderung der ökologischen Anbauverbände distanziert, die deutsche Landwirtschaft müsse klimafreundlicher wirtschaften.

Der Bauernbund Brandenburg hat sich von der Forderung der ökologischen Anbauverbände distanziert, die deutsche Landwirtschaft müsse klimafreundlicher wirtschaften. "Während um uns herum die Spaßgesellschaft flugbenzinsteuerbefreit Kerosin in die Atmosphäre bläst, sollen ausgerechnet diejenigen, die Lebensmittel produzieren, einen wie auch immer gearteten Klimawandel aufhalten", lästert Bauernbund-Vorstand Marcus Schilka, Biobauer aus Guhrow im Spreewald: "Diese Forderung ist aberwitzig und überaus peinlich in einer Situation, wo viele von uns bei konventionellen Kollegen mit Ausnahmegenehmigung Futter zukaufen."
 
Schilka, der auf 240 Hektar Ackerbau und Mutterkuhhaltung betreibt, fasziniert am ökologischen Landbau vor allem die naturnahe und von fremden Betriebsmitteln vergleichsweise unabhängige Wirtschaftsweise. "Über uns hat es trotzdem nicht geregnet", stellt der 35jährige Landwirt fest und sieht Änderungsbedarf für die Landwirtschaft weniger in der Produktion als in der Ökonomie: "Wir müssen jetzt keinen grün-alternativen Regentanz aufführen. Aber wir müssen endlich das Wachstum um jeden Preis in Frage stellen. Bei Investitionen und Pachten wurde in der Vergangenheit zu riskant kalkuliert. Das rächt sich bei einer solchen extremen Missernte."
 
Den ökologischen Anbauverbänden rät Schilka, sich auf die Vermarktung zu konzentrieren, wo sie eine wichtige Funktion haben: "Von der BSE-Hysterie bis zur Wolfs-Sympathie erleben wir seit Jahren, dass Bioland und Konsorten immer das nachplappern, wovon sie glauben, dass die Verbraucher es gerade hören wollen. Vielleicht sollten sie zu agrarpolitischen Themen besser einfach schweigen."


Diskussionen zum Artikel

von Thomas u. Helmut Gahse GbR

Ist die Dürre vielleicht doch zu etwas gut?

Der Realismus kehrt ein!

von Andreas Maiksna

Aus der Not eine Tugend

Guhrow hat in vielen Aspekten Recht, gerade was die Verhältnismäßigkeit der Treibhausgaseimissionen nach Branchen angeht. Dennoch bin ich der Überzeugung, dass wir Landwirte weniger THG produzieren können. Wir arbeiten mit dem effektivsten Instrument zur Kohlenstoffbindung, der ... mehr anzeigen

von Wilhelm Grimm

Aus der Not eine Tugend machen ?

Da gäbe es auch die Möglichkeit,den Glyphosateinsatz zu fördern.

von Christian Bothe

Eine realistische Einschätzung von einem Biobauern.Ich musste den Report 2x lesen,um zu glauben was ich lese...

von Franz Josef Aussel

Wahre Worte!

Genau so muss man den Umweltgruppierungen auf ihre fachlich unsinnigen Aussagen über die Emmissionen durch die Nahrungsmittelproduktion begegnen. Naheliegend wäre auch ein Verbot von Klimaanlagen in Privat-PKW‘s und Privat- Wohnungen, danach kann man erst über die Landwirtschaft reden!

von Andreas Maiksna

Glyphosat ist durch, besser nach anderen Lösungsansätzen umsehen

@Wilhelm Grimm An Glyphosat festzuhalten macht wenig Sinn. Das Thema ist durch, zwar noch mit einem Aufschub von 4,5 Jahren, aber danach wird Schluss sein. Besser wir gucken uns nach Lösungsansätzen um, die ohne Glyphosat funktionieren, damit wäre uns mehr geholfen. Spannend finde ich ... mehr anzeigen

von Andreas Maiksna

...da ging mir der Kommentar zu schnell raus, sorry. Der Link zu Reber sollte natürlich so lauten: http://innovativelandwirtschaft.de/

von Wilhelm Grimm

Glyphosat ist nicht durch !

Ein gutes Mittel ohne stichhaltige Gründe aus den Verkehr zu ziehen, können, vor allem dürfen, wir uns nicht leisten. Ich erwarte von meinen Berufskollegen mehr Kampf und keine Unterwürfigkeit.

von Heinrich Roettger

Bauernbund Brandenburg wird zur Ideenschmiede für die deutschen Bauern

Tolle Kommentare ; Tolle Aktionen ; Super Berufskollegen ,die echte Alternativen aufzeigen. Weiter so!

von Hermann Stroemer

Ein sehr guter Kommentar

Was mich gerade nachdenklich macht, ist der Umstand, dass ein konventioneller Landwirt bei solchen Äußerungen von vielen Seiten übelst auseinandergenommen werden würde...

von Felix zu Löwenstein

Widerspruch: wir müssen etwas ändern - und darüber sprechen

Es stimmt: wenn's monatelang nicht regnet wächst nichts. Bei Bio ebenso wie bei Konventionell. Aber es wäre sträflich, den Weckruf dieser Dürre nicht zu nutzen, um zu diskutieren, wie wir die Widerstandsfähigkeit unserer Anbausysteme gegen die Witterungsextreme erhöhen, die der ... mehr anzeigen

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich anmelden um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Kommentar melden

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Auf Kommentar antworten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen