Kommentar

Bauerndemo: Nachdenklicher Nachwuchs Premium

14.000 Landwirte haben in Berlin protestiert. Und das liegt insbesondere an der Lebenswirklichkeit der kommenden Betriebsleitergeneration. Nutzen Sie die Chance, Frau Merkel.

Ein Kommentar von top agrar-Chefredakteur Matthias Schulze Steinmann:

Wer verstehen will, warum es die Landwirte in diesen Tagen zu Zehntausenden auf die Straße treibt, der kann grüne Kreuze und Schlepperkorsos zählen. Er kann sich mit den Details des jüngsten Agrarpaketes auseinandersetzen und sich fragen, was es mit einer Landwirtsfamilie macht, wenn sie permanent für die Probleme der Welt in der Kritik steht. Oder er kann sich mit der Lebenswirklichkeit der kommenden Betriebsleitergeneration auseinandersetzen.

Wenn top agrar in diesen Tagen zum achten Mal die besten Nachwuchsköpfe und ihre Abschlussarbeiten auszeichnet, legt dies auch den Blick frei auf die Unsicherheit, die sich wie Mehltau auf die gesamte Branche gelegt hat. Es ist keine zehn Jahre her, da war der Weg noch in den meisten Meister- und Fachschularbeiten vorgezeichnet. Junior und Senior...

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Artikel geschrieben von

Matthias Schulze Steinmann

Chefredakteur top agrar

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Diskussionen zum Artikel

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von Paul Lieb

40 verschiedene Berufsverbände?

Ich wusste gar nicht, das es 40 verschiedene Berufsverbände gibt, die mit der Landwirtschaft in Verbindung zu bringen sind, bzw. die von den jetzt kommenden Veränderungen betroffen sind. Kann jemand auflisten, oder zeigen, wo man nachschauen kann, wer den nun zu diesem runden Tisch eingeladen ist? Wäre schon Mal interessant!

von Klaus Schneider

Frau merkel hat eingeladen

Was soll man erwarten ? Die verbogenen Angaben des UBA werden von Ihr gedeckt. Klöckner erscheint als Schulze´s Marionette, oder sogar als Zuarbeiterin zu dienen. Die Bauern haben erst begonnen aufzustehen, das sollte die Damen begreifen.

von Klaus Jensen

Immer dran denken....:

WIR KOMMEN WIEDER........

von Michael Behrens

Ja, Merkel hat eingeladen! Aber...

Eine Einladung ins Bundeskanzleramt, am 02.12.19! Hört sich erstmal vielversprechend an, auf den zweiten Blick sieht es schon anders aus! 40 verschiedene Berufsverbände aus der Landwirtschaft sind geladen, 3 Std sind dafür geplant, das sind 4,5 Min für jeden, da Merkel, Klöckner und Co aber auch noch was sagen wollen, wird es wohl nicht mehr als 3 Min für den einzelnen Verband geben? 3 Minuten! Es wird so laufen wie auf der CDU/CSU Fraktion Versammlung im Reichstag, nachdem Bauer Willi gesprochen hat und das Podium sich vorgestellt hat, durften Fragen gestellt werden, alle Fragen wurden zusammen gefasst, im Anschluss gab es Antworten, nur nicht auf Details der einzelnen Fragen! Im Anschluss wird von einem ausgiebigen Dialog die Rede sein.

von Stefan Gruss

Erst wenn es so wenig noch verbleibende Jungbauern gibt das heimische Nahrungsmittel knapp und teuer werden und der Verbraucher zu jammern an fängt, dann wird sich auch die politische Richtung wieder ändern. Aber brauchen wir das wirklich?

von Wilhelm Grimm

Da bin ich mal gespannt.

Die jungen Bauern wollen ihren Beruf nach den Regeln der "Guten fachlichen Praxis" ausüben und keine Almosen für eine völlig falsche Behandlung von Feldern und Tieren erhalten. Diese würde nicht nur unsere Wettbewerbsfähigkeit schwächen, sondern gleichzeitig unsere Landwirtschaft fachlich weit in das vorige Jahrhundert zurück schicken, bei einer erheblichen Verschlechterung der Klimabilanz. Aber was hat die Bundeskanzlerin außer Almosen denn zu bieten ?

von Klaus Fiederling

Zwang tötet (Knigge)

O-Ton Umweltministerin Schulze mit erhobenem Zeigefinger am 26.11.19 in Berlin: „...140,00 € zahlt jeder deutsche Bürger an die Landwirte!“ (Ausrufezeichen) // Eine sowas von typische „Politiker-Rechensprache“, die jedwedem mathematischem Grundwissen entbehrt; das Gesagte veranlasst leider zu besorgniserregendem Fremdschämen. Wie kann man einen Konsenz herbeiführen, wo zunächst einmal ein Basisgrundverständnis überhaupt nur schwerlich zu erkennen ist!? Das Fatale an dem ganzen diese für Bauernschicksale maßgeblich in der Mitverantwortung stehende Politikerin hat genau das audiovisuell ganz unmissverständlich für ALLE Bundesbürger genau so formuliert und dabei wohlgefällig darüber hinweggesehen, wer in Summe äußerst komfortabel von diesen 140,00 „Bauern"-Euronen gespeist wird. Bildlich gesprochen: Wenn sich viele Fresswütige an einem vollen Teller bereits gelabt haben, bleibt für den hintanstehenden letzten Hungrigen allenfalls noch was übrig!? - Richtig, NICHTS! // Ein kleines, noch druckfrisches Beispiel: Was wird es die Bauern kosten, wenn EDEKA die deutschlandweit knapp 90 REAL-Standorte so ganz nebenbei schluckt!? // Man kann immer wieder nur zu dem Resümee gelangen, dass es allen Bauern nur anzuraten wäre, auf den von Schulze verbal herumgerittenen 140,00 € von heute auf morgen komplett zu verzichten. // Nach wie vor inhaltlich leere Politikerphrasen von den beiden Damen Klöckner und Schulze -in einer sachlich nüchternen Replik aber keineswegs zu vergessen, die vielzähligen Personalallianzen unserer Bauernverbandsköpfe im Geklüngel, auch mit der Politik, in den vergangen Dekaden- bürden den Bauern derzeit eine erdrückende Last kaum mehr tragbaren Ausmaßes auf! Das Erbärmliche daran ist, dass nicht einmal der schmerzhaft um sich greifende Kannibalismus unter den Bauern innerhalb der ländlichen Räume genügte, um eben solche Auswüchse kompensieren zu können. // ...Und mit welchem „Erdbeben“ reagierten CBoT und MATIF, unsere Plattformen der Nullen und Einsen? Nicht mal der Hauch eines Lüftchens löste diese bilderreich beeindruckende Bauerndemo aus. Bringt das nicht mehr als eindrucksvoll die wahre Wertschätzung gegenüber den deutschen/europäischen Bauern zum Ausdruck!? // Natürlich überaus nachvollziehbar, dass all diejenigen, die bislang gutes Geld AN der LW verdienten, an diesem Status quo kaum etwas zu verändern gedenken, selbiges Geschäftsmodell mit Zähnen und Klauen zu verteidigen wissen. // Wer löhnt also künftig nach wie vor, hoch verehrtes Klöckner-Schulze-Agrarkompetenzzentrum!? ***Nahrungsmittel werden für spottbilliges Geld produziert, Mehl wird in Preisparität zu Sägemehl in den Verbraucherregalen feilgeboten, die Kosten nur für die Fleischbeschau eines Kuhkalbs, das heute kaum mehr 8,50 € wert ist -wie pervers!- übersteigen diesen Betrag bei weitem, der Staat hält da sogar noch die Hände auf! // Auch die Agrarchemiebranche hat sich schon zu Wort gemeldet und die „Sorgen“ ihrerseits unmissverständlich formuliert: Umsatzeinbrüche infolge fehlender Margen im Pflanzenschutzmittelbereich müssen durch ein steigendes Preisgefüge kompensiert werden. 20 % Düngereinsparungen der Landwirtschaft im letzten Vegetationsverlauf lassen die dortigen Preise in den Keller purzeln? - NEIN! // Wagen wir den verstohlenen Blick auf unsere filigranst rechtlich abgesicherten „EINHEITSBEDINGUNGEN des Deutschen Getreidehandels“: An diesem Regelwerk kommt kein Bauer vorbei, wird also quasi förmlichst genötigt, gegen die novellierte DüVO ebenso wie den politisch aufgezwungenen Insektenschutz verstoßen zu müssen, will man nicht empfindliche Abschläge auf ohnedies schon desaströse Erzeugerpreiskonstellationen riskieren... Wo bleiben hier die Ansagen einer Frau Bundesagrarministerin Klöckner, unserer in der Sache starrköpfigen Frau Schulze!? SIE lassen die deutschen Bauern in einem solchen von Ihnen heraufbeschworenen Zielkonfliktfeld einsam und allein in Zeiten schlimmster agrarpolitischer Sturmwellen vollkommen schutzlos zurück! - Respekt vor der Jugend auf unseren Höfen, die die Zähigkeit in einem Überlebenswillen noch aufzubringen vermag, dagegen ankämpfen zu wollen!!! - Schlussendlich kennt selbst die staatliche Almosenbereitschaft zwangsläufig knallharte Grenzen; freie Unternehmer können sich IHREM MARKT(!) ohne eine entsprechende Elastizität innerhalb der eigenen Mikroökonomien allerdings kaum mehr stellen.

von Hans Spießl

Die Betriebsleiter von Morgen.......

ja aber diese jungen Bauern werden von den Staatsdienern falsch ausgebildet. Die Ziele die diese Staatsdiener zu vertreten haben stehen in krassen Gegensatz zu dem was eigentlich den Bauern, ihren Höfen und Familien helfen kann. Die zeit der Produktionsschlachten und teuerer Pachten, Quotenkäufe....... Maschinenkäufe ist vorbei. Der Staat hat mit seiner hinterhältigen Politik die Bauern lange genug ausgeblutet. Warum wollten die Bauern das Ende der Milchquote? Das Ende der derzeitigen Politik - Abschaffung sämtlicher Reglementierung und Alimentierung ist längst überfällig.

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