Kundgebungen

Bauernprotest und Mahnwache in Berlin und Hannover

Landwirte aus ganz Deutschland reisen nach Berlin. Dort findet am Dienstag eine Kundgebung vor dem Landwirtschaftsministerium statt. Zudem halten Bauern seit Sonntag in Hannover eine Mahnwache ab.

Die Traktoren rollen wieder. Landwirte haben verbandsübergreifend eine Kundgebung in Berlin organisiert. Am morgigen Dienstag findet ab 10 Uhr vor dem Bundeslandwirtschaftsministerium eine Kundgebung statt. Am Alexanderplatz werde zudem ein Infostand eingerichtet, an dem Landwirte Verbrauchern und Pressevertretern Frage und Antwort stehen.

Unter anderem sollen am Dienstag folgende Forderungen übergeben werden:

  1. Dass die Politik eine unabhängige Kommission einrichtet, die den deutschen Vollkostenpreis für alle in Deutschland produzierten Lebensmittel festsetzt.
  2. Dass die Politik festlegt, dass der Großhandel sowie der LEH unabhängig vom Produktionsland nur Nahrungsmittel importieren darf, die nach deutschen Standards hergestellt wurden. Dann wird zur Vergleichbarkeit auch der deutsche Vollkostenpreis gezahlt.
  3. Dass die Versorgung der Bevölkerung weiterhin zu mindestens 80% bei Fleisch, Milch und Getreide aus deutscher Urproduktion stammt. In allen anderen Bereichen wird der größtmögliche Grad der Selbstversorgung vor allen anderen ausgeschöpft.
  4. Dass im LEH nur Nahrungsmittel angeboten werden dürfen, die nach deutschen Standards produziert werden.
  5. Dass die Politik die sofortige Aussetzung der Düngeverordnung 2021 und aller in 2020 beschlossenen Verordnungen und Gesetze betreffend Ackerbau, Feldfuttergewinnung und Nutztierhaltung veranlasst.
  6. Sofortige Einführung des Milchmarkt-Krisenmanagementkonzepts, sofortige Auszahlung von Corona- und ASP-Hilfen.

Das komplette Forderungspapier finden Sie hier:

Der Aufruf von Landwirt Tilo von Donne nach Berlin zu kommen:

Mahnwache in Hannover zur Landesdüngeverordnung

Zudem stehen Landwirte seit Sonntagabend vor dem niedersächsischen Landwirtschafts- und Umweltministerium in Hannover und halten dort Tag und Nacht eine Mahnwache ab. Bis zu neun Traktoren sollen ab sofort für zwei Wochen rund um die Uhr vor Ort sein. In der Kritik steht die Landesdüngeverordnung. "Es gibt keine fachlich begründete Ausweisung der Gebietskulissen, aber sanktionsbewährte Einschränkungen werden uns auferlegt", heißt es in dem Aufruf zur Mahnwache "Land schafft Verbindung-NDS".

Das sind die vier Kernforderungen der Initiative von Landwirten aus Niedersachsen:

  1. "Umsetzung einer Regionalisierung: Grüne Messstellen dürfen bei der Ausweitung nicht ignoriert werden.
  2. Ein Verursacherprinzip, welches die Bezeichnungen auch verdient.
  3. Einen verbindlichen Fahrplan, wie wir mit diesen unsinnigen Regeln umgehen, bis dort endlich Nachvollziehbarkeit Einzug hält.
  4. Mehr Flexibilität: Die starre Vorgabe der zusätzlichen Masnahmen berücksichtigt, die Belange der regional unterschiedlichen Anforderungen nicht ausreichend."

Die Redaktion empfiehlt

Das Wichtigste aus Agrarwirtschaft und -politik montags und donnerstags per Mail!

Mit Eintragung zum Newsletter stimme ich der Nutzung meiner E-Mail-Adresse im Rahmen des gewählten Newsletters und zugehörigen Angeboten gemäß den Datenschutzbestimmungen zu.