Linstow

Bauerntag MV: „Landwirte sind bereit für Veränderungen“

Nach der schlechten Ernte 2018 sind viele Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern angeschlagen. Dazu kommen die wiederholten Angriffe aus der Öffentlichkeit und die Formulierung neuer Erwartungen. Die Bürokratie wächst, es wird mehr Tierwohl und Umweltschutz verlangt und vernünftig planen können die Betriebe schon lange nicht mehr.

Die Landwirte in Mecklenburg-Vorpommern stehen vor enormen Herausforderungen. Durch die schlechten Ernten in den vergangenen drei Jahren sind viele landwirtschaftliche Betriebe im Land wirtschaftlich angeschlagen.

Parallel dazu sehen sich die Landwirte mit immer höheren Erwartungen der Gesellschaft konfrontiert, die neben hochwertigen und günstigen Lebensmitteln ein immer stärkeres Augenmerk auf Umweltschutz und Tierwohl legt. Hinzu kommt, dass die Landwirte immer mehr bürokratische Hürden bewältigen müssen und sie in einem sich permanent ändernden System mit immer strengeren rechtlichen Vorgaben agieren.

Sich in diesem Prozess behaupten zu können, verlange den Landwirten sehr viel ab, sagte Bauernpräsident Detlef Kurreck am Donnerstag auf dem Bauerntag in Linstow. Doch die Bauern in Mecklenburg-Vorpommern sind bereit für Veränderungen und Weiterentwicklungen. Das Jahr 2019 sei ein wichtiges Jahr für die Landwirtschaft. In diesem Jahr werden wichtige Weichen für die Zukunft der Branche gestellt. Das betreffe sowohl die agrarpolitischen Rahmenbedingungen als auch beispielsweise die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln oder den Erlass neuer Bewirtschaftungsauflagen.

„Bei all dem müssen Landwirte darauf vertrauen können, dass morgen noch gilt, was gestern beschlossen wurde“, so Kurreck. „Die Realität sieht aktuell anders aus. Politische Entscheidungen überdauern heute nicht einmal mehr eine Legislaturperiode. So soll die novellierte Düngeverordnung nach nicht einmal zwei Jahren erneut verschärft werden. Das ist nicht zu akzeptieren.“

Zudem seien die aktuellen Vorschläge der Bundesregierung zur Änderung der Verordnung eine Abkehr von der bedarfsgerechten Düngung und bringen insbesondere Veredelungsbetriebe in existentielle Nöte.

Mit Blick auf Gewässerschutz und sauberes Trinkwasser plädierte der Bauernpräsident für eine komplexe Ursachenanalyse. „Überhöhte Messwerte dürfen nicht ignoriert werden“, machte er deutlich. „Aber pauschale Einschränkungen lehne ich ab.“

Es könne nicht sein, dass hohe Nitratwerte an einzelnen Messstellen zur Folge haben, dass in weiträumigen Gebieten nach Düngeeinschränkungen kein Qualitätsweizen mehr produziert werden kann.

Sorgen plagen die Tierhalter in Mecklenburg-Vorpommern. Rinder- und Schafhalter hatten aufgrund der Dürre im vergangenen Jahr Mühe ihre Tiere satt durch den Winter zu bekommen. Weidetierhaltern bereitet der Wolf zunehmend Probleme. Besonders schwierig ist die Situation für die Schweinehalter. Ob Ferkelkastration oder Kastenstände – sie werden mit vielen gesellschaftlichen Anforderungen konfrontiert. Doch anstatt klare Rahmenbedingungen und Planungssicherheit zu schaffen, sorgt die Politik derzeit eher für Verunsicherung und Resignation unter den Tierhaltern, sagte Kurreck. Hier seien verlässliche politische Entscheidungen gefragt, die in der Praxis umsetzbar sind und nicht zu weiteren Strukturbrüchen führen.

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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Diskussionen zum Artikel

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von Wilhelm Grimm

Diese Regierung folgt in der Agrarpolitik den Weisungen des NABU-Ministeriums.

Das kann niemals zum aufeinander ZUGEHEN UND ZUR VERSÖHNUNG führen, von Verlässlichkeit und guter fachlicher Praxis ganz zu schweigen.

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