Klimakonferenz

Bauernverband fordert Fokus auf CO2-Senken

Zu Weltklimakonferenz in Glasgow drängt der Bauernverband auf einen stärkeren Fokus auf CO2-Senken in der Land- und Forstwirtschaft. Die Landwirtschaft solle als kooperativer Teil einbezogen werden.

Zum Start der Klimakonferenz COP26 in Glasgow positioniert sich der Deutsche Bauernverband (DBV) als Teil der Lösung. „Klar sind wir Landwirte Klimaschützer“, sagte Bauernpräsident Joachim Rukwied dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Von der Klimakonferenz erwarte er, dass man der Landwirtschaft „realistische Ziele vorgibt und die Landwirtschaft als kooperativen Teil der Lösung beim Klimaschutz gesehen wird“, so Rukwied weiter.

Klimaneutralität nur mit den Kohlenstoff-Senken der Land- und Forstwirtschaft

Klimaschutz sei für die Landwirtschaft fundamental. Aus Sicht des Deutschen Bauernverbandes (DBV) müsse dabei allerdings die globale Ernährungssicherung stärker beachtet werden. Dazu müsse auch die Anpassung der Landwirtschaft an den Klimawandel in den Fokus gerückt werden. „Nun gilt es, mit Agrarforschung, Züchtung, Bewässerung und Digitalisierung die Voraussetzungen für eine klimastabile Landwirtschaft und Nahrungsmittelerzeugung zu schaffen“, heißt es beim DBV.

Aus Sicht des DBV ist das Ziel der Klimaneutralität nur mit den Kohlenstoff-Senken der Land- und Forstwirtschaft, mit Bioenergie sowie mit nachwachsenden Rohstoffen möglich. Um das Potential eines „Carbon Farming“ zu heben, müssten internationale Standards für die Berichterstattung und Anrechnung in der Klimabilanzierung geschaffen werden. „Das ist Voraussetzung für eine erforderliche Honorierung dieser Senkenleistungen“, so der DBV.

Weltklimakonferenz soll Umsetzung des Paris Abkommens weiter bringen

Die 26. Weltklimakonferenz (COP26) hat am Sonntag in Glasgow begonnen. Unter Vorsitz von Großbritannien verhandeln dort Regierungsvertreterinnen und -vertreter aus 197 Ländern. Am 1. und 2. November findet ein Treffen auf Ebene der Staats- und Regierungschefs statt, an dem auch Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel teilnimmt. Bis zum geplanten Ende der Konferenz am 12. November soll sich die Weltgemeinschaft zu den letzten noch offenen Fragen des Regelwerks zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens einigen.

In Glasgow könne eine neue Phase der internationalen Klima-Zusammenarbeit mit Schwerpunkt auf die konkrete Umsetzung des Pariser Klimaabkommens eingeleitet werden, sagte Bundesumweltministerin Svenja Schulze zum Start der Konferenz. Die Welt sei noch lange nicht auf 1,5 Grad-Kurs, so Schulze weiter.

Die Weltklimakonferenz von Glasgow markiert die erste Stufe des sogenannten Ambitionssteigerungsmechanismus, der 2015 in Paris vereinbart wurde. Demnach sollen die Staaten alle fünf Jahre prüfen, ob sie ihre Klimaziele erhöhen können, um dem gemeinsamen Ziel näher zu kommen, die Erderhitzung auf deutlich unter 2, möglichst 1,5 Grad zu begrenzen.

Die Europäische Union hat im Dezember 2020 unter deutscher Ratspräsidentschaft ihr Klimaziel für 2030 von bislang 40 auf 55 % Treibhausgasreduzierung gegenüber 1990 erhöht und an die Vereinten Nationen gemeldet. Deutschland hat sein Klimaziel von 55 auf 65 % Minderung erhöht, Klimaneutralität bis 2045 festgelegt und beides durch das Klimaschutzgesetz rechtsverbindlich gemacht.


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