Reaktion auf Corona-Fälle in Bayern

Bauernverband gegen flächendeckende Corona-Tests in der Landwirtschaft

Die Corona-Fälle auf einem Gemüsebetrieb entfachen eine Debatte über Corona-Tests in der Landwirtschaft. Bauernpräsident Rukwied warnt davor, die Landwirtschaft mit der Fleischindustrie zu vergleichen

In Bayern stehen seit dem Corona-Ausbruch auf einem Gemüsehof im niederbayerischen Mamming auch landwirtschaftliche Betriebe im Fokus, wenn es um Corona geht. Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied, hat sich heute gegen flächendeckende Corona-Tests in der Landwirtschaft ausgesprochen.

Im Interview mit der Bayern 2-radioWelt erklärte er, die Landwirtschaftsbetriebe seien ohnehin schon "ganz vorn dabei", wenn es um die Hygiene-Kontrollen geht. "Ich halte es für nicht zielführend, sich jetzt auf die Landwirtschaft zu fokussieren. Wir haben z.B. im Baugewerbe, im Paketdienst Containerwohnungen. Da müsste es da schon eine Gleichbehandlung geben“, sagte Rukwied.

Entscheidend sei, dass die Hygiene-Maßnahmen konsequent umgesetzt würden. Die Sensibilität in den Betrieben sei da, so Rukwied weiter.

Eine Testpflicht hält Rukwied in der Landwirtschaft nicht für nötig. Größere Gemüseanbaubetriebe ließen ihre Mitarbeiter ohnehin schon durchgängig testen, so Rukwied. Die Arbeitsverhältnisse im Gemüseanbau seien nicht vergleichbar mit denen in der Fleischindustrie, sagte Rukwied in dem Interview.

Am Wochenende waren auf dem Betrieb in Mamming im Landkreis Dingolfing-Landau, der rund 500 Erntehelfer beschäftigt, 174 Personen positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Die Erntehelfer stammen aus Ungarn, Rumänien, Bulgarien und der Ukraine und wurden bei der Gurkenernte eingesetzt. Weil sich in Mamming so viele Mitarbeiter mit dem Virus infiziert haben, will die bayerische Staatsregierung jetzt alle größeren landwirtschaftlichen Anwesen noch genauer kontrollieren, ob sie die Corona Hygiene-Regeln einhalten.

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vor von Klaus Dorsch

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Diskussionen zum Artikel

von Josef Fischer

Diese Aussage des BBV ist ungefähr genausso:

Wie wenn der ADAC behaubtet das Geschwindigkeistkontrollen unnötig sind, da sich ja ca. 98 % der Verkehrsteilnehmer an Tempolimits halten...

von Wilhelm Grimm

zu dünn, Herr Fischer.

von Josef Fischer

Wenn die Hygienekonzepte wirklich greifen

dann muss man sagen testet doch alle, wovor hat man dann Angst? Ich fahre selbst regelmäßig an Gemüseflächen und Gurkenfeldern vorbei. Abstand? Was ist das? Maske: Muss die wirklich über Mund und Nase oder reicht auch übers Kinn? Abstand im Bus, was ist das? Und ich hab auch noch zu ... mehr anzeigen

von Wilhelm Grimm

WENN JEMAND GETESTET IST,

dann ist er doch noch längst nicht sicher und kann morgen Andere infizieren

von Karlheinz Gruber

Der Staat bringt selber die Arbeiter in Container unter

Kontrollen und vor allem Test? Ja, denn wenn ein Betriebsleiter an Covid erkrankt ist auch für seinen Betrieb Schicht im Schacht. Und vor allem für kleine Betriebe ist dies Existenziell. Und keiner will erkranken und mit den Schäden lebenslänglich damit zu tun haben. Aber bei den ... mehr anzeigen

von Bernhard ter Veen

die Grossen

Landwirtschafts Betriebe sind in keiner Weise mit den "Normalen bäuerlichen Familien Betrieben" zu vergleichen. ...wo 500 Arbeitnehmer Beschäftigung finden werden immer einige positiv getestet werden... obwohl - es gab ja vorher keinen Status Quo... also weis man ja gar nicht wie viele ... mehr anzeigen

von Peter Held

Wohlfeile Polemik gegen Beamte und Angestellte

Was soll das? Ohne den demokratischen Staatsbetrieb ginge gar nichts in dieser Gesellschaft!

von Rudolf Rößle

In Italien

haben sie mehrere hundert Menschen unter ein Zeltdach gepfercht bis mehrere verständlicherweise ausgebüchst sind. Das Sind Zustände in der EU, die nicht nachvollziehbar sind. Moral auf der einen Seite und Misshandlungen auf der anderen Seite mangels politischem Lösungswillen.

von Wilhelm Grimm

Wichtiger wäre für alle Politiker ein Wesenstest,

bevor sie die Landwirtschaft beißen und schikanieren wollen.

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