Grüne Kreuze

Bayerische Bauern protestierten vor CSU-Fraktionsklausur

Mit der bisherigen Frequenz und Tiefe der Regelungsvorschläge mit einseitigen und völlig überzogenen Punkten muss jetzt Schluss sein, forderten die Bauern vor der CSU-Fraktionsklausur.

Rund 50 Bauern haben am Dienstag vor Beginn der CSU-Fraktionsklausur im Kloster Banz die Abgeordneten zum Nachdenken animiert. Auf Plakaten zeigten sie, was Landwirte leisten und stellten die Frage, wie sich die Politik die Zukunft der Land- und Forstwirtschaft vorstelle, berichtet der Bayerische Bauernverband (BBV).

Besonders die überbordende Bürokratie, die vielen ungerechtfertigten Vorwürfe in der Öffentlichkeit und immer neue Auflagen würden die Familienbetriebe sehr belasten, so der Verband. Mit den grünen Kreuzen demonstrierten die Bauern ebenso gegen Dumpingpreise für Essen, den ungebremsten Flächenverbrauch und unfaire Handelspolitik.

Auch neben der Demonstration in Banz hat die von der Basis ausgehende Mahnaktion bislang unwahrscheinlich viel Gehör gefunden: Sowohl in den klassischen als auch den sozialen Medien kann die Landwirtschaft so ihren „stillen Protest“ gegen die aktuell schwierige Situation rüberbringen, ist sich der BBV sicher.

Vor Beginn der Herbstklausuren von CSU und Freie Wähler hat Bauernpräsident Walter Heidl in eindringlichen Schreiben den Mitgliedern der Regierungsfraktionen den Ernst der Lage der bayerischen Land- und Forstwirtschaft aufgezeigt. „Unsere Landwirte sehen sich mit ihren Sorgen von den Regierungsverantwortlichen nicht mehr ernst genommen.“ Es geht um Umschichtungen von der ersten in die zweite Säule, um ein völlig überzogenes Insektenschutzprogramm und um die Tierwohlkennzeichnung.

Ein weiteres Anliegen sind die erforderlichen Übergangsregelungen zu den Agrarumweltprogrammen, nachdem sich die Beratungen zur EU-Agrarpolitik nach 2020 verzögern. Großes Thema für die Bauern ist auch die Klimaschutzstrategie mit leistbaren Maßnahmen. Im Bereich der Tierhaltung geht es dem Bauernverband um eine Zukunftsstrategie für die bayerische Nutztierhaltung mit einer starken Investitionsförderung.

„Mit der bisherigen Frequenz und Tiefe der Regelungsvorschläge mit einseitigen und völlig überzogenen Punkten muss jetzt Schluss sein“, forderte Heidl in dem Schreiben an die Regierungsfraktionen.

Die Redaktion empfiehlt

Premium

Das Tischtuch zwischen Agrarministerin Klöckner und Bauernpräsident Rukwied hat ordentliche Risse. Die Landwirte sprechen vor allem wegen des Insektenschutzprogramms von Frust.

Panorama / News

Grüne Kreuze ziehen Kreise

vor von Christina Lenfers

Von Flensburg bis München sprießen grüne Kreuze aus Ackerböden. Dem Protest gegen das Agrarpaket schließen sich nicht nur Landwirte an. Auch ein Verband und Politiker zeigen Flagge

Regelrecht geschockt und wütend hätten die Bauern in Hessen auf das Agrarpaket der Bundesregierung reagiert. Die Bauernfamilien seien sehr enttäuscht darüber, dass ihr Engagement nicht anerkannt...

Das vom Bundeskabinett verabschiedete Agrarpaket stößt nach wie vor auf heftige Ablehnung seitens des landwirtschaftlichen Berufsstandes.

Reicht T-Führerschein für Treckerkonvoi aus?

Meldung verpasst? Wir verhindern, dass Sie nicht mitreden können. Tragen Sie sich jetzt für unseren Newsletter ein und wir benachrichtigen Sie über alle wichtigen Ereignisse rund um die Landwirtschaft.

Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

Schreiben Sie Alfons Deter eine Nachricht

Das könnte Sie auch interessieren


Diskussionen zum Artikel

Kommentar schreiben

von Erwin Imschloss

Einfach weiter so ?

Der Bauernverband hat noch nichts begriffen ! Er prangert zwar (mit Recht) Dumpingpreise und unfaire Handelspraktiken an, fordert aber zugleich eine starke Investitionsförderung für die Nutztierhaltung. Wer den Weltmarkt erobern will, sollte sich über Konkurrenz aus anderen Ländern nicht wundern. Mehr Tierhaltung bedeutet noch mehr Sojaimporte, mehr Gülle, mehr überforderte Bauern und damit noch mehr Verordnungen, Bürokratie und Bevormundung durch den Staat. Es wird jetzt Zeit, der Bevölkerung, den Medien und unseren abgehobenen Politikern zu erklären, welche Probleme es wirklich gibt und wo sie herkommen (Handelspolitik, falsche Agrarförderung, Irreführung der Verbraucher). Was wir in der Landwirtschaft keinesfalls brauchen ist Wachstum !

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich einloggen um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen