Bayern-Ei: Pohlmann verhaftet

Der Geschäftsführer der Bayern-Ei, Stefan Pohlmann, wurde am Dienstag verhaftet. Laut der Staatsanwaltschaft bestand offenbar Fluchtgefahr. Dem 44-jährigen wird gefährliche Körperverletzung in 77 Fällen und ein Fall von Körperverletzung mit Todesfolge vorgeworfen.

Der Geschäftsführer der Bayern-Ei, Stefan Pohlmann, wurde am Dienstag verhaftet. Laut der Staatsanwaltschaft bestand offenbar Fluchtgefahr.

Dem 44-jährigen wird gefährliche Körperverletzung in 77 Fällen und ein Fall von Körperverletzung mit Todesfolge vorgeworfen. Er soll bewusst mit Salmonellen belasteten Eier als Güteklasse A, also für den menschlichen Verzehr geeignet, ausgeliefert haben. Zudem habe er alte Eier umetikettiert und erneut in den Handel gebracht, heißt es. Der Manager soll seine gewerblichen Großkunden in mehr als 250 Fällen getäuscht haben, meldet der Bayerische Rundfunk.

Der Strafrahmen für Pohlmann liegt bei Freiheitsstrafen zwischen drei und fünfzehn Jahren. Den wirtschaftlichen Schaden für die Bayern-Ei-Partner beziffert die Staatsanwaltschaft mit rund drei Millionen Euro. Pohlmann legte die Geschäftsführung erst vor wenigen Tagen nieder.

Laut Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Regensburg erkrankten durch Salmonellen auf Eiern von Bayern-Ei in Österreich zwischen Juni und September 2014 insgesamt 78 Menschen nach dem Verzehr eierhaltiger Speisen an einer Magen-Darm-Entzündung. Ein 94-Jähriger war an der Erkrankung gestorben.

Bayern-Ei stand bereits mehrfach unter Salmonellen-Verdacht. Deshalb hat die Bezirksregierung ein Verkaufsverbot verhängt. Es gilt seit dem 7. August. Bayern-Ei klagt nun gegen dieses Verkaufsverbot. Die Klage richtet sich gegen die Behörden der Landkreise Straubing-Bogen und Deggendorf. Das Unternehmen verlangt, dass die Eier wieder für den menschlichen Verzehr freigegeben werden. Aktuell gehen die täglich gelegten 600.000 Eier nach Holland, wo aus ihnen Tierfutter gemacht wird.

Der Bayern-Ei-Skandal ist unterdessen auch in der Politik angekommen. Nach der Verhaftung fordert die SPD  Aufklärung vom früheren Verbraucherminister Marcel Huber (CSU), in dessen Amtszeit die ersten Meldungen über Verstöße fallen. SPD-Verbrauchersprecher Florian von Brunn will wissen, ob Mitglieder der Staatsregierung in den vergangenen Jahren die Firma Bayern-Ei besucht, sich mit der Geschäftsführung getroffen oder persönlich kommunziert haben. Die Staatsregierung müsse jetzt bekennen, ob es auch in früheren Jahren Salmonellenfunde oder Verstöße gegen Gesundheits- und Tierschutzbestimmungen gegeben habe, zitiert der Bayerische Rundfunk den Politiker.

Hintergründe:
Salmonellen-Skandal: Verkehrsverbot für die Bayern-Ei erlassen (13.8.2015)