Wolfangriffe

Bayern startet Förderprogramm Herdenschutz - BBV skeptisch

Die Anschaffungskosten für Wolfszäune und mobile Ställe übernimmt Bayern jetzt komplett. Der Haken: Das Umweltamt legt fest, wo die förderfähigen Wolfsgebiete sind.

Die Bayerische Staatsregierung hat die Förderrichtlinie zum Herdenschutz bei Wolfsanwesenheit veröffentlicht. Damit werden Herdenschutzmaßnahmen wie Zäune oder mobile Ställe zu 100 % und Herdenschutzhunde mit bis zu 3000 Euro gefördert.

Die Antragstellung ist in den ausgewiesenen Wolfsgebieten ab sofort an den Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten möglich.

Infos und Anträge

Die Förderrichtlinie „Investition Herdenschutz Wolf“ ist ein erster wichtiger Schritt um bayerische Weidetierhalter bei Anwesenheit des Wolfes nicht alleine zu lassen. Allerdings braucht es mehr als eine Förderrichtlinie für Herdenschutzmaßnahmen, um die Problem der Weidetierhalter bei Wolfsanwesenheit anzugehen und die Weidehaltung in Bayern aufrecht zu erhalten, kommentiert der Bayerische Bauernverband das neue Programm.

Denn die genaue Lage der Fördergebiete legt das Bayerische Landesamt für Umwelt fest. Nur Tierhalter, die in einem förderfähigen Gebiet angesiedelt sind, können einen Teil der bei Wolfsanwesenheit tatsächlich entstehenden Kosten erstattet bekommen, bedauert der Verband. Eigener Arbeitszeitaufwand oder die Unterhaltskosten, die bei Herdenschutzhunden den weitaus größten Kostenfaktor ausmachen, würden beispielsweise nicht ersetzt.

Die nun mögliche Förderung von Präventionsmaßnahmen darf aus BBV-Sicht auch nicht den Eindruck erwecken, als wäre die Wolfsanwesenheit damit für Tierhalter leicht zu bewältigen. Zahlreiche Beispiele in anderen Bundesländern und Mitgliedsstaaten belegten, dass Präventionsmaßnahmen nicht oder nur eine Zeit lang wirken, bevor Wölfe diese zu überwinden lernen.

Die Förderrichtlinie alleine ist aus Sicht des Bayerischen Bauernverbandes daher kein Garant für die notwendige Sicherung der Weidetierhaltung bei Wolfsanwesenheit. Nach wie vor brauche es neben Herdenschutzmaßnahmen dringend auch Möglichkeiten der Bestandsregulierung, die beim Wolf die Scheu vor dem Menschen und dessen Nutztieren aufrechterhalten.

Die Redaktion empfiehlt

Laut einer aktuellen Studie ist in Deutschland für 700 bis 1.400 Wolfs-Territorien zu je 200 Quadratkilometern geeigneter Lebensraum vorhanden. Mit mehr Wölfen sei also überall zu rechnen.

Streitthema

Wolf: Ruf nach Schutzjagd

vor von Hinrich Neumann ; AD

Das geänderte Bundesnaturschutzgesetz soll helfen, Weidetiere besser vor dem Wolf zu schützen. Jägern und Landwirten reicht das nicht. Sie fordern eine Bejagung wie in anderen Ländern.

Mit einer Weidetierprämie in unbekannter Höhe ab der nächsten EU-Förderperiode will Schleswig-Holsteins Agrarminister Albrecht die Schafhaltung in freier Natur erhalten. Die Schäfer sind sauer.


Diskussionen zum Artikel

von Erwin Schmidbauer

Da kommen Erinnerungen hoch

Die Regierung will mit der Förderung die Weidetierhalter nicht alleine lassen. Schöne Worte, aber wenn man sich die Richtlinie ansieht, dann werden die Weidetierhalter größtenteils alleine gelassen: Wir geben etwas Förderung und dann müsst ihr schauen, wie ihr mit dem Mist, den ... mehr anzeigen

von Willy Toft

Wann wird man je verstehen, dass Zäune keinen Wolf aufhalten!

Mit Geld kann man viel Leid erzeugen, aber mit den richtigen Gesetzen, viel Leid ersparen! Wir leben jetzt schon fast 150 Jahre ohne Wolf, und wir haben uns darauf eingestellt, und können ohne Angst die Herden draußen grasen lassen, was dieser Schwachsinn? Der Wolf überlebt sowieso, ... mehr anzeigen

von Wilhelm Grimm

Wie die SPD:

Spielen mit dem Geld, das die Anderen hart erarbeitet haben.

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